Freitag, 8. November 2013

Unsere Zukunft ist in Kindergärten zu besichtigen

Gestern hat mir eine der Kinder­gärtner­innen empfohlen, nach einem anderen Kinder­garten Umschau zu halten. Von 45 Kindern in der Gruppe sprechen nur zwei Kinder ihrem Alter ent­sprechend deutsch. Die Eltern sind schon kaum der Sprache mäch­tig. Die Kinder sagen oft nur ein­zelne Worte wie zum Bei­spiel Ja und Nein oder Auto und Hunger. Sprache und Bil­dung haben keine Prio­rität. Mit dem Kinder­garten selbst sind wir eigent­lich sehr zufrieden. Die Kinder­gärtner­innen kümmern sich auf­richtig und mit großer Hingabe um die Kinder. Sie genießen unser volles Vertrauen. Das Konzept stimmt. Der Betreuungs­schlüssel ist gut. Neben den vielen Kinder­gärtner­innen gibt es auch noch eigene Betreuer für die Sprach­erziehung der Kinder. Es wird wirklich alles versucht - und es wird nicht geschafft. Meinem Sohn fehlen einfach zwei bis drei Spiel­kameraden. Mit den meisten Kindern hat er keinen Umgang, weil eine Unter­haltung mit ihnen nicht möglich ist. Die Versäum­nisse des Eltern­hauses können unter diesen Bedingungen weder im Kinder­garten noch in der Schule auf­ge­fangen werden. - In drei Jahren wird mein Sohn dann ein­geschult und mit den gleichen Kindern von der ersten bis zur dritten Klassen­stufe jahrgangs­über­greifend (sic!) unter­richtet. Spätestens dann, so die Kinder­gärtnerin, sollten wir die Schule in einem anderen Bezirk wählen. Ich habe zwar keine Ahnung wo das sein wird, da die Schwierig­keiten deutsch­land­weit etwa 30 Prozent des Jahr­gangs betreffen und die Wahl der Schule erheblich ein­ge­schränkt ist, doch im Berliner Wedding wird es auf jeden Fall nicht sein.

Kommentare:

Arminius hat gesagt…

Wenn es möglich ist, dann zieh in eine andere Stadt.

einfachentfachend hat gesagt…

Erschütternd!

Hoffe, Du findest schnell etwas Geeignetes für Deinen Sohn.

Eugenie Roth hat gesagt…

So isses.

Tiberius hat gesagt…

In eine andere Stadt? Ich denke, da müßte ich aufs Land oder - besser noch - in ein anderes Land ziehen. Aber im ernst, ich mag Berlin wirklich sehr und sehe nicht, daß wir hier in den nächsten Jahren wegkommen. Eine Enklave kann man in Berlin genauso gut wie anderswo unterhalten.

tradi.nl hat gesagt…

Schon mal bei den Eltern von St. Afra nachgefragt, in welchen Kindergarten die ihre Kinder schicken?

Tiberius hat gesagt…

St. Afra hat ein riesiges Einzugsgebiet. Da kommen Leute aus ganz Berlin und dem Berliner Umland. Heute habe ich Besucher aus Magdeburg und sogar aus Nordhessen getroffen. Da wird es schwer, einen gemeinsamen Kindergarten aufzutun. Wir werden es in einer der umliegenden Pfarreien versuchen.