Donnerstag, 10. Oktober 2013

Die Kirche zu Wiederverheirateten Geschiedenen

Aus dem nachsynodalen Apostolischen Schreiben Familiaris consortio:

"Die Hirten mögen be­her­zigen, daß sie um der Liebe willen zur Wahr­heit ver­pflich­tet sind, die verschie­denen Si­tu­atio­nen gut zu unter­scheiden. Es ist ein Unter­schied, ob jemand trotz auf­richti­gen Bemühens, die frühere Ehe zu retten, völlig zu Unrecht ver­lassen wurde oder ob jemand eine kirch­lich gül­tige Ehe durch eigene schwere Schuld zerstört hat. Wieder andere sind eine neue Ver­bin­dung eingegangen im Hinblick auf die Erziehung der Kinder und haben manchmal die subjek­tive Gewissens­über­zeugung, daß die frühere, unheil­bar zerstörte Ehe niemals gültig war.

Zusammen mit der Synode möchte ich die Hirten und die ganze Ge­mein­schaft der Gläubigen herzlich ermahnen, den Geschie­denen in für­sor­gender Liebe bei­zu­stehen, damit sie sich nicht als von der Kirche ge­trennt betrach­ten, da sie als Getauf­te an ihrem Leben teil­nehmen können, ja dazu ver­pflich­tet sind. Sie sollen ermahnt werden, das Wort Gottes zu hören, am heiligen Meß­opfer teil­zunehmen, regel­mäßig zu beten, die Gemeinde in ihren Werken der Nächsten­liebe und Initia­tiven zur Förder­ung der Gerech­tigkeit zu unter­stützen, die Kinder im christ­lichen Glauben zu erziehen und den Geist und die Werke der Buße zu pflegen, um so von Tag zu Tag die Gnade Gottes auf sich herab­zu­rufen. Die Kirche soll für sie beten, ihnen Mut machen, sich ihnen als barm­herzige Mutter er­weisen und sie so im Glauben und in der Hoffnung stärken.

Die Kirche be­kräftigt jedoch ihre auf die Heilige Schrift gestützte Praxis, wieder­ver­heira­tete Geschie­dene nicht zum eucha­ristisch­en Mahl zuzu­lassen. Sie können nicht zugelassen werden; denn ihr Lebens­stand und ihre Lebens­verhält­nisse stehen in objektivem Wider­spruch zu jenem Bund der Liebe zwischen Christus und der Kirche, den die Eucha­ristie sichtbar und gegen­wärtig macht. Darüber hinaus gibt es noch einen beson­deren Grund pastora­ler Natur: Ließe man solche Menschen zur Eucha­ristie zu, bewirkte dies bei den Gläubigen hinsicht­lich der Lehre der Kirche über die Unauf­lös­lich­keit der Ehe Irrtum und Ver­wirrung.

Die Wieder­versöhnung im Sakrament der Buße, das den Weg zum Sakrament der Eucha­ristie öffnet, kann nur denen gewährt werden, welche die Verletz­ung des Zeichens des Bundes mit Christus und der Treue zu ihm bereut und die auf­rich­tige Bereit­schaft zu einem Leben haben, das nicht mehr im Wider­spruch zur Unauf­lös­lichkeit der Ehe steht. Das heißt konkret, daß, wenn die beiden Partner aus ernsthaften Gründen - zum Beispiel wegen der Erziehung der Kinder - der Ver­pflich­tung zur Trennung nicht nachkommen können, "sie sich verpflichten, völlig ent­halt­sam zu leben, das heißt, sich der Akte zu ent­hal­ten, welche Ehe­leuten vor­behal­ten sind".

Die erfor­der­liche Achtung vor dem Sakrament der Ehe, vor den Ehe­leuten selbst und deren An­ge­hö­rigen wie auch gegenüber der Gemein­schaft der Gläu­bigen verbietet es jedem Geist­lichen, aus welchem Grund oder Vorwand auch immer, sei er auch pastoraler Natur, für Geschiedene, die sich wieder­verheiraten, irgendwelche liturgischen Handlungen vor­zunehmen. Sie würden ja den Eindruck einer neuen sakra­mental gültigen Ehe­schließung erwecken und daher zu Irr­tümern hinsichtlich der Unauf­löslichkeit der gültig geschlossenen Ehe führen.

Durch diese Haltung bekennt die Kirche ihre eigene Treue zu Christus und seiner Wahrheit; zugleich wendet sie sich mit mütter­lichem Herzen diesen ihren Söhnen und Töchtern zu, vor allem denen, die ohne ihre Schuld von ihrem rechtmäßigen Gatten verlassen wurden.

Die Kirche vertraut fest darauf; daß auch diejenigen, die sich vom Gebot des Herrn entfernt haben und noch in einer solchen Situation leben, von Gott die Gnade der Umkehr und des Heils erhalten können, wenn sie aus­dauernd geblieben sind in Gebet, Buße und Liebe."

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