Donnerstag, 12. September 2013

Kurz notiert.

In Deutschland gibt es für die Vermittlung von Opernsängern etwa 80 Agenturen, die vor allem in München oder Berlin sitzen. Bei der Zusammenschau der Kontaktdaten habe ich versucht, mir einen eigenen Eindruck von der Bedeutung und Leistungsfähigkeit der Agenturen zu machen. Ich habe Internetauftritte gesehen, die nach den Regeln der Kunst gestaltet wurden, und andere, die aussahen als ob sie im Bauwagen eines Wanderzirkus entstanden sind. Größte Irritation haben bei mir jene Agenturen hervorgerufen, die nur einen Namen, aber keinen Internetauftritt und keine richtige E-Mail-Adresse haben - von einer T-Online-Adresse einmal abgesehen. Der Verdacht lag nahe, daß es sich um wirtschaftlich randständige Existenzen handelt, die sich nicht einmal einen professionellen Internetauftritt leisten können. Ein Blick in die Listen ihrer künstlerischen Schwergewichte hat mich dann jedoch eines besseren belehrt. Manche Agenten haben es mit ihrem Portfolio ganz offenbar nicht nötig, öffentlich zu werben, denn jeder, der sie kennen muß, der kennt sie bereits - und die Geschäfte laufen diskreter sowieso immer besser. Dieses Geschäftsgebaren kannte ich bislang eigentlich nur von Kokstaxifahrern und Redenschreibern im Deutschen Bundestag.

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