Freitag, 31. August 2012

Woelki besucht "Haus der Wannsee-Konferenz"

Berlin (PEB) - Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat am 30. August 2012 das "Haus der Wannsee-Konferenz" besucht. Dr. Norbert Kampe, der Leiter der Gedenkstätte, führte Kardinal Woelki durch das Haus. Der Kardinal zeigte sich tief beeindruckt von dem Ort, an dem am 20. Januar 1942 die "Endlösung der Judenfrage" besprochen wurde. Das Protokoll der Konferenz, von Adolf Eichmann angefertigt, ist einer der wichtigsten Belege für den Holocaust gegen dessen Leugner.

Angesichts aktueller antisemtischer Übergriffe betonte Kardinal Woelki die Notwendigkeit der Gedenkstättenarbeit. Sie trage dazu bei, auch künftige Generationen mit der Geschichte zu konfrontieren und die perverse Pseudo-Logik des Antisemitismus zu entlarven. Das Erzbistum Berlin entsendet im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz einen Vertreter in den Trägerverein der Gedenkstätte. Dem bisherigen Vertreter Prälat Roland Steinke folgt die Leiterin des Katholischen Büros Berlin-Brandenburg, Dr. Martina Köppen, nach.

Bildunterschrift: Dr. Martina Köppen, Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, Dr. Norbert Kampe, Prälat Roland Steinke (v.l.), Foto: Walter Wetzler

Ein Beitrag für Choralforscher

Vor einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit, einen Blick in das vor einem Jahr neu erschienene Graduale Novum aus der ConBrio Verlagsgesellschaft zu werfen. Ich verstehe zu wenig von Neumen und Handschriften, um die Fortschritte der Forschung darin richtig einschätzen zu können. Der Beitrag für die liturgische Praxis dürfte jedoch eher gering ausfallen. Meine Empfehlung für die Messe bleibt das Graduale Romanum von ´62, zum einen, weil es auf der verbindlichen Editio typica beruht, und zum anderen, weil es einfach besser gesetzt ist.

Donnerstag, 30. August 2012

Ein guter Zeitpunkt für ein unterstützendes Gebet

Soeben beginnt im ZDF die Sendung "Maybrit Illner" (Livestream). Das Thema ist: Zwei Männer und ein Baby – gleiches Recht für Homo-Ehen? Freifrau Hedwig von Beverfoerde wird die Position der Kirche vertreten. Sie ist die Sprecherin der bundesweiten Initiative Familienschutz. Im Ring trifft sie auf Volker Beck und Lilo Wanders. Es könnte also schrill und auch absurd werden. Ein Gebet für Frau von Beverfoerde muß demnach wohl kein Fehler sein.

Jesus is on the floor - Der Herr im Altarsakrament

Gefunden bei Braut des Lammes

Mittwoch, 29. August 2012

Verstärkung aus dem Priesterseminar

Zu Maria Himmelfahrt war unsere Schola unverhofft stark. In absoluten Zahlen war der Zuwachs nicht besonders hoch, bei einer Gruppe von vier Mann jedoch bereits deutlich spürbar. Ein Seminarist aus einem diözesanen Priesterseminar hatte sich uns zum Singen angeschlossen. Darüber habe ich mich sehr gefreut, nicht nur, weil er wirklich talentiert war, sondern auch, weil ich mir für unsere künftigen Priester zwei Dinge ganz besonders wünsche: die Liebe zum Choral und die Aufgeschlossenheit für den alten Ordo.

Dienstag, 28. August 2012

"Wende Andritzki" - Erstaufführung im Erzbistum

Berlin (PEB) - Das Theaterstück "Wende Andritzki" wird am 1. und 2. September 2012 im Erzbistum Berlin aufgeführt. Eine Theatergruppe, bestehend aus katholischen Schülern und Studenten des Bistums Dresden-Meißen, wird unter der Leitung von Kaplan Adam R. Prokop den Kampf des sorbischen Priesters und Märtyrers Alois Andritzki gegen den Nationalsozialismus darstellen. 

Aufgrund anhaltender Proteste gegen das Naziregime wurde er im Konzentrationslager Dachau im sogenannten "Pfarrerblock" inhaftiert. Es folgte eine lange Zeit härtester Haftbedingungen, aber auch des unbeirrten Festhaltens an seinem Priestertum und einer christlichen Lebenshaltung. Schließlich erkrankte Andritzki an Typhus und wurde am 3. Februar 1943 durch eine Giftspritze ermordet. Am 13. Juni 2011 wurde er seliggesprochen. In seiner sorbischen Heimat wird er als Märtyrer und Widerstandskämpfer in hohem Maße verehrt. 

Aufführungen: Sonnabend, 1. September 2012, 19.00 Uhr, Pfarrkirche Ss. Eucharistia, Ruhlsdorfer Straße 28, Teltow; Sonntag, 2. September 2012, 16.00 Uhr, Kirche St. Thomas Morus, Hohe Kiefer 113, Kleinmachnow. Der Eintritt ist frei. Um eine Spende wird gebeten. Weitere Informationen: http://www.andritzki.de/

Alleluia zum Fest des heiligen Augustinus

Latein zum Fest des heiligen Augustinus?

Wie allseits bekannt, feiert die Kirche heute das Fest des heiligen Augustinus, eines bekanntermaßen großen Freundes der lateinischen Sprache. Angenommen, man würde dem Heiligen zu Ehre eine lateinische Messe nach den erneuerten Büchern feiern wollen - wie würde man wohl das Alleluia singen, welches Ruf vor dem Evangelium genannt wird, wenn dabei auch der vom Konzil bevorzugte Choral zum Einsatz kommen sollte? 

In der Erzabtei Beuron wird der Alleluia-Ruf zum heutigen Fest in folgender Weise niedergelegt: "Halleluja. Halleluja. Einer ist der Vater, der im Himmel. Einer ist euer Lehrer, Christus. Halleluja." Das ist gestückelt aus Matthäus 23, 9b und 10b. Im Original der Vulgata müßte es demnach wie folgt lauten: "Unus enim est Pater vester qui in caelis. Magister vester unus est Christus." 

Ein großartiger Text. Ein entsprechender Alleluia-Ruf ist jedoch weder im Graduale Romanum von 1974 noch in einem seiner Vorgänger verzeichnet. Im Graduale von ´62 findet sich für das Fest des Heiligen Augustinus ein Alleluia-Ruf, der auf folgende Worte des Psalms 89, 21 lautet: In veni David servum meum: oleo sancto meo unxi eum. Zu deutsch: "Ich habe David, meinen Knecht, gefunden und ihn mit meinem heiligen Öl gesalbt." 

Dieser Alleluia-Vers der alten Meßordnung hat vor den Vätern der liturgischen Erneuerung aus guten Gründen keine Gnade gefunden haben - ohne gute Gründe wäre eine Änderung ja schließlich unsinnig gewesen. Bedauerlich für einen wie mich, dem das seltsame Faible der Konzilsväter für den Choral nicht abgeht, ist nur, das hier eine der ältesten Choralmelodien entfernt wurde ohne einen Ersatz zu leisten, vorausgesetzt natürlich, das eine einfache Psalmodie den Choral nicht ersetzen kann.

Um sich einen Eindruck vom Verlust zu verschaffen, empfehle ich, die Worte "Halleluja. Halleluja. Einer ist der Vater, der im Himmel. Einer ist euer Lehrer, Christus. Halleluja" zu sprechen oder recte tono, das heißt auf einem Ton, zu singen, und danach im Vergleich das alte Alleluia anzustimmen. Da mancher die Noten nicht zur Hand hat, habe ich den alten Vers mit den mir beschränkten Mitteln und Fähigkeiten aufgezeichnet und zu einem kleinen Video verarbeitet, welches sich hier einsehen und anhören läßt: Alleluia zum Fest des heiligen Augustinus.

Montag, 27. August 2012

Proprium und Ordinarium der Meßgesänge

Die psalmodischen Teile des Meßgesangs haben wechselnde Texte; in der Regel hat jede Messe ihren eigenen Text zum Introitus, Graduale, Alleluja (bzw. Tractus), Offertorium und zur Communio. Man nennt sie daher in neuerer Zeit das Proprium und scheidet es in das Temporale, Proprium de Tempore (Feste des Herrn), und Sanctorale, Proprium de Sanctis (Feste der Heiligen). Die andere Gruppe verändert ihren Text nie; man pflegt sie deshalb dem Proprium als Ordinarium Missae gegenüberzustellen; sie umfaßt das Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei

Der gegensätzliche Charakter des Propriums und des Ordinarium Missae offenbart sich auch in ihrer liturgischen Stellung, wie in der Art ihrer Ausführung. Die Gesänge des Proprium gehören schon zur Meßordnung Gregors des Großen, sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Messe, so daß es eine Messe ohne Introitus, ohne Graduale, ohne Alleluja (bzw. ohne Tractus), usw. nicht gibt, abgesehen von den letzten Tagen der Karwoche, die liturgisch auf eigenen Fuß gestellt sind. Geringer ist die liturgische Bedeutung der Stücke des Ordinarium Missae; es ist erst allmählich ausgebaut worden, und von dem gregorianischen Sakramentar angefangen bis auf das Meßbuch des Konzils von Trient ist für viele Messen vorgeschrieben, das Gloria oder das Credo auszulassen. 

Die Bedeutung des jedesmaligen Festes spiegelt sich viel besser in den wechselnden Stücken des Propriums ab, von denen gleich der Introitus mit einer oft dramatischen Lebendigkeit in des Gedankenkreis des Festes einführt. Auch musikalisch galten die Stücke des Ordinarium zunächst als minderwertig. Nur das Proprium steht in den ältesten liturgischen Gesangbüchern, es bildet den eisernen Bestand des Meßgesangs von Gregors Zeit bis zur Gegenwart. Das Ordinarium dagegen hat eine sehr wechselvolle Geschichte zu verzeichnen. In Rom wurde es zuerst, wie im einzelnen noch wird ausgeführt werden, nicht von der Schola gesungen, sondern von den am Altare assistierenden Geistlichen oder vom ganzen Volke, wie es besonders in Gallien beliebt war. 

aus: Peter Wagner, Einführung in die Gregorianischen Melodien, Leipzig 1911

Herzliche Glückwünsche zum ersten Jahrestag

Heute jährt sich zum ersten Mal die Amtseinführung unseres Erzbischofs Rainer Maria Kardinal Woelki. Ich wünsche dem Kardinal alles Gute und Gottes Segen für sein Wirken in Berlin. Auf viele Jahre!

Narzissmus aus psychotherapeutischer Sicht

Entwicklungsgeschichtlich finden sich bei narzisstischen Patienten oft traumatische Ereignisse (seelische Verwundungen) in der Kindheit, allerdings nicht so heftig und verheerend, wie beispielsweise bei den meisten Borderline-Patienten. So berichten narzisstisch Gestörte nicht selten davon, dass sie als Kind von ihren Eltern ohne Einfühlung, unterkühlt bis kalt und sogar boshaft behandelt wurden. Dabei zudem noch auf eine „besondere“, gerade für ein Kind schwer durchschaubare Weise.
Woher diese Ambivalenz (das elterliche hin- und hergerissen sein) stammt, wird unterschiedlich ausgelegt. Zum einen mag es auch daran liegen, dass viele narzisstische Menschen Kraft ihrer erblichen Eigenschaften und damit von Anfang an über gewisse seelische, geistige oder körperliche Besonderheiten verfügen. Beispiele: überragende Intelligenz, musikalisches oder künstlerisch-gestalterisches Talent, körperliche Attraktivität u. a. Das führt dazu, dass die an sich unzugänglichen, verschlossenen auf jeden Fall emotional unterkühlten Eltern neben ihrem gemütlosen, zumindest aber nicht einfühlsamen Erziehungsstil doch auch immer wieder Bewunderung empfinden – mit den entsprechenden „Wechselduschen“ in puncto Zuwendung, Liebe und Fürsorge.
Die innerpsychischen Folgen dieser aber letztlich für das Kind frustrierenden Erfahrung ist die Ausbildung von „schwerem psychischem Schmerz“, wie es die Psychotherapeuten nennen. Und einem sich später daraus entwickelnden Hass, auf jeden Fall aber Neid auf die anderen, deren Liebe und Unterstützung aber gerade umso dringender benötigt würde. Das heißt: Aus einer ambivalenten Kindheitserfahrung wird letztlich ein ambivalentes Verhältnis zu den anderen schlechthin.
In der psychoanalytischen Fachsprache hört sich dies wie folgt an: Diese partielle Idealisierung des Kindes durch die Eltern führt zu einer Hypertrophie der talentierten Selbstrepräsentanz bei gleichzeitiger Leugnung der abhängigen und „wertlosen“ Selbstrepräsentanz, die voll mit Neid, Hunger und Wut ist. Oder auf einen Satz gebracht: Ein „grandioses Selbst“, das seinen Halt durch konstante Bewunderung zu sichern sucht.
Auf sexueller Ebene äußert sich dies beispielsweise in einem zur Schau gestellten unrealistischen sexuellen Selbstbewusstsein, das aber andererseits durch eine tiefe und natürlich ebenfalls unbewusste Schuld belastet ist. Die Folge beim Erwachsenen ist dann häufig die Kombination aus erotischem Charme und Hypersexualität, hinter denen sich aber tiefe, schuldgeplagte Kastrationsängste mit Phasen von Impotenz und/oder eine oral determinierte starre Homosexualität verbergen.
Der berufliche Werdegang eines narzisstisch Gestörten ist durch dieses grandiose Selbst nicht selten durch ein übersteigertes berufliches Engagement geprägt. Allerdings kann hinter dieser „Pseudo-Sublimierung“ eine nagende Langeweile lauern. Das kann dann allerdings in der Realität auch zu großen Leistungen in Wissenschaft, Kultur, Politik u. a. führen.


Samstag, 25. August 2012

Die Meßgesänge in Spätantike und Mittelalter

Der älteste Musikschriftsteller, der sich ausführlich über den liturgischen Gesang seiner Zeit ausspricht, Aurelianus von Réôme im 9. Jahrhundert, stellt im letzten Kapitel seiner Musica disciplina die verschiedenen Formen des Meßgesanges zusammen und bespricht sie in der Reihenfolge, wie sie in der Messe auftreten. Seine Darlegung lautet: "Das Meßoffizium besteht zunächst aus den Antiphonen, welche Introitus genannt werden. Sie haben den Namen davon erhalten, daß sie beim Eintritt des Volkes in die Basilika gesungen werden, und sie dauern so lange, bis sowohl der Pontifex, wie die übrigen geistlichen Würdenträger nach ihrer Reihenfolge in ungestörter Ordnung in die Kirche eingezogen sind und den ihnen zukommenden Platz eingenommen haben. Dann wird die Litanei gesungen, in der Gott und Christus um Erbarmen für das Volk angefleht werden, worauf der Priester, die Engel nachahmend, der Gott im Himmel Ehre, den Menschen auf der Erde Frieden verkündigte, eben dieses Lied mit heilkündender Stimme beginnt. Hierauf wird das von den Stufen, von denen aus es gesungen wird, Graduale genannte Responsorium gesungen. Bei den Alten pflegten die Singenden wie die Sprechenden auf solch erhöhten Stufen Platz zu nehmen; darum heißt es von Esdras: er stellte sich auf die hölzernen Stufen, die er hatte verfertigen lassen, um von ihnen aus zum Volke zu reden. Daher spricht man auch von den Psalmi graduum, die nach der buchstäblichen Erklärung deshalb so heißen, weil sie von den Stufen (gradus) aus gesungen wurden. Das Alleluja haben wir von den Juden übernommen, deren Sprache das Wort angehört. Es bedeutet: Lobet Gott, und wurde aus Ehrfurcht in keine Sprache übersetzt; sehr passend wird es vor dem Evangelium gesungen, damit die Gemüter der Gläubigen zur Aufnahme des Wortes des Heiles durch dieses Lied vorbereitet werden. Offertoria aber heißen diejenigen Gesänge, welche die Kirche dem Herrn zur Darbringung der Opfergaben singt. Es geschieht dies in Nachahmung der alten Väter, an welche die Vorschrift erging: wenn ihr ein Mahl und festliche Tage begehet, so sollt ihr Posaunen über euer Opfer erklingen lassen, und der Herr wird euer eingedenk sein. Bei der Austeilung der heiligen Kommunion wird zunächst das Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis gesungen, damit die Gläubigen, die am Fleische und Blut des Herrn teilnehmen, dasjenige, was sie im Munde empfangen, mit der Modulation ihrer Stimme preisen, um den in körperliche Speise verwandelten, den sie kosten, zu ehren, der, wie die Kirche lehrt, herniederkam, um gekreuzigt zu werden, zu sterben und begraben zu werden. Im Anschluß daran wird noch ein anderer Gesang vorgetragen, der Communio heißt, damit, solange das Volk die himmlische Segnung empfängt, sein Geist durch süßen Gesang zu erhabener Betrachtung emporgehoben und darin festgehalten werde."
Das sind die Gesangstücke der Messe des 9. Jahrhunderts in Gallien und in Rom, denn zu Aurelians Zeit ist die in Gallien herrschende Liturgie die römische. Den Tractus erwähnt er nicht, weil er die Stelle des Alleluja vertrat; er existierte aber schon im 9. Jahrhundert. Ebenso ist das Sanctus übergangen, wohl deshalb, weil es seinem Ursprunge gemäß, der noch in seiner ältesten Melodie zu erkennen ist, zur Praefatio gehört, an welche es sich unmittelbar anschließt. Das Credo dagegen war als Meßgesang der römischen Liturgie des 9. Jahrhunderts noch nicht einverleibt und ist überhaupt der jüngste Gesang der Messe. Sonst aber ist deren musikalische Aufführung, wie sie Aurelian schildert, älter als das 9. Jahrhundert; sie ruht auf den liturgischen Maßnahmen Gregors des Großen (+604) und ist mit dessen Festsetzung der Meßliturgie unzertrennlich verbunden.

aus: Peter Wagner, Einführung in die Gregorianischen Melodien, Leipzig 1911

Freitag, 24. August 2012

Hirntod oder nicht tot. Leseempfehlung FAZ

Ein guter Artikel aus der FAZ. Ich habe nicht gewußt, was sich im Vorfeld einer Organtransplantation abspielt. Hier wird es anschaulich erklärt: Hirntod.

Montag, 20. August 2012

Alte Kirchen in Berlin und Brandenburg, Teil I.

Die Dorfkirche in Alt-Wittenau ist nur eine von etwa 50 alten Dorfkirchen in Berlin und Brandenburg. Sie wurde 1483 erbaut und zählt schon zu den jüngeren Alten Kirchen. Sehr wahrscheinlich wurde sie der Heiligen Anna oder dem Heiligen Nikolaus geweiht. Heute ist das in Vergessenheit geraten. Nach der Reformation übernahm dann ein Freiherr oder Fürst das Kirchenpatronat.
Das Video entstand in den Abendstunden am Freitag. Die Sonne wurde schnell weniger und die Mückenschwärme schnell mehr. Die eine oder andere Kamerafahrt wäre unter anderen Umständen vielleicht noch etwas gleichmäßiger verlaufen. Die Musik wurde freundlicherweise vom Organisten und Regens Chori des Instituts St. Philipp Neri zur Verfügung gestellt. Die Komposition aus "Ach, wie nichtig, ach wie flüchtig" von Georg Böhm erklingt auf einem Sampleset der Schnittger-Orgel in Zwolle von Sonus Paradisi für die Hauptwerk-Software.
Die Folge wird in einer Serie fortgesetzt - soweit Interesse daran besteht.

Montag, 13. August 2012

Bayreuther Mensch-Körper-Maschine-Kosmos

Am Donnerstag fuhren wir für eine Vorstellung nach Bayreuth: Tannhäuser. Die Inszenierung war schlecht bis mitleiderregend: Postmoderne trifft Spätromantik. Die Details sind andernorts schon ausgeführt. Wir waren der Musik wegen dort. Das Festspielhaus hat eine bemerkenswerte Akustik. Die Sänger waren gut. Christian Thielemann stand am Dirigentenpult. Alles in Ordnung soweit. Um 2 Uhr in der Nacht waren wir zurück. Das nächste Mal übernachten wir vielleicht noch einmal in der Nähe, wenn es denn ein nächstes Mal gibt. Wagner kann man - das hat sich wohl mittlerweile herumgesprochen - auch anderswo und oft auch besser hören.

Samstag, 11. August 2012

Heilige Messe im Niemandsland des Nahverkehrs

Am Sonntag habe ich die heilige Messe in St. Bruder Konrad in Hamburg-Osdorf besucht. Die Kirche liegt etwa 10 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, im Niemandsland des Hamburger Nahverkehrs - mit freundlicher Genehmigung des Erzbistums Hamburg. Aus Schleswig-Holstein sind es dafür nur 100 Meter. Immerhin - durchaus ein Vorteil des Standortes - war es dieses Mal nicht notwendig, sich Zutritt zu einer Kaserne zu verschaffen, um an einer Messe teilnehmen zu können.
Trotz schlechter Verkehrsbedingungen hatten viele Gläubige den Weg nach Osdorf gefunden. Es gab sogar, was mich besonders freut, eine kleine Schola, die sowohl das Ordinarium als auch ausgewählte Teile des Propriums sang. Da ich weiß, wie schwer es sein kann, eine gute Schola aufzubauen, wünsche ich den Mitwirkenden viel Durchhaltevermögen und von Herzen gutes Gelingen! Das Proprium wird - meiner Erfahrung nach - erheblich leichter ab dem dritten Jahr.
Ich muß, das merke ich bei dieser Gelegenheit auch, sehr dankbar sein, daß vieles in St. Afra bereits selbstverständlich ist, was anderswo erst noch mühsam errungen wird - zur höheren Ehre Gottes.

Neue Typen, neue Modelle. Endlich Ruhe!

Dienstag, 7. August 2012

Kindergeburtstag bei den Großeltern

Am Wochenende feierten wir den zweiten Geburtstag meines Sohnes bei den Großeltern in Hamburg. Es gab ein Puky-Laufrad, Schleich-Tiere und Kuchen. Am Sonntag ging es früh zum Kinderbauernhof. Das Kind sagt seit Wochen kaum etwas anderes als "Opa", "Auto", "Be-Em-Weh". Automarken erkennt der Sproß fast sicher von einem Straßenende zum anderen. An keinem "Be-Em-Weh" dürfen wir vorbei, ohne ihn zumindest kurz in Augenschein genommen zu haben. Nur das Mitfahren will noch nicht so recht. Die halbe Stunde zum Bauernhof hat er geschrien wie am Spieß. Endlich angekommen, betraten wir das Ziegengatter. Nach einigen zärtlichen Rückenstreichlern, griff mein Sohn der Ziege erstmal beherzt und unvermittelt an den nassen Ziegenschwanz. Vom Händewaschen zurück lief der Kleine auf die nächste Ziege zu, stand nur kurz wie unschuldig da und tatschte ihr dann, bevor wir uns versehen konnten, schwungvoll wieder mitten auf den Anus. Den Versuch Ziegengatter haben wir nach dem erneuten Händewaschen erstmal abgebrochen und uns Hühnern, Eseln, Schafen und Schweinen zugewandt, deren Gatter nicht zu betreten war.

Hochzeit in St. Afra

Am vorvergangenen Samstag wurde am Institut geheiratet: Nach dem Eintreffen der Braut, ein deutsches Lied vorweg, ein Marienlied hinterher, dazwischen Ordinarium und Proprium der Brautmesse, kein Trara, kein Uff-Tatta, dafür Andacht und Gebet und Segen für das neue Paar - und eine kurze Ohnmacht in der zehnten Reihe, die jedoch mit einem Glas Wasser schnell kuriert werden konnte.
Nichts besonderes und wohl gerade deshalb doch. Es war keine neue Form erfunden worden und es mußte auch keine erfunden werden. Die Form war vorgefunden worden wie sie war - sicher ungeeignet, der Zeremonie den Stempel des Brautpaares aufzudrücken, um so besser aber geeignet, das Brautpaar im Verein mit Engeln und Heiligen daran zu erinnern, das wir dem Herrn nur dann ähnlicher werden können, wenn wir uns von Ihm in seiner Kirche prägen lassen.
Dem Brautpaar wünsche ich von ganzem Herzen Gottes Segen!