Mittwoch, 18. Juli 2012

Sonntagsspaziergang an der Berliner Mauer


Ich wohne nur einen Steinwurf von dem entfernt, was früher einmal die Berliner Mauer war. Heute ist nur ein kleiner Rest verblieben, ein Freiluftmuseum, das jedes Jahr etwa 300.000 Touristen anlockt, die sich einen Eindruck von den Grenzbefestigungen der "DDR" verschaffen wollen.

Meine erste Begegnung mit der innerdeutschen Grenze hatte ich Mitte der achtziger Jahre an einem Grenzstein bei Ratzeburg. Damals erklärte mir mein Vater, in dem Wachturm auf der anderen Seite säße ein Deutscher, der auf mich schießt, wenn ich weiter gehe. Ich habe nie verstanden, warum Deutsche auf Deutsche schießen sollen, und auch nie daran gezweifelt, daß diese Teilung selbstverständlich überwunden werden muß. Es bedrückt mich, in die Gesichter der Menschen zu schauen, die ihre Sehnsucht nach Freiheit mit dem Leben bezahlen mußten, nur weil es andere nicht ertragen haben. 

Das Video ist das Ergebnis eines sonntäglichen Spaziergangs mit einem neuen Kameraschlitten. Die Musik dazu habe ich bei meiner Frau geklaut.