Mittwoch, 29. Februar 2012

Bewegte Bilder von den Benediktinern in Norcia


Gefunden bei Elsa

Einfache Sätze immer wieder sagen. Teil V.

Christus hat sein Blut für die Vielen vergossen - nicht gegen die Anderen.

Montag, 27. Februar 2012

"Die Versuchung gehört zum Menschen ..."



Pater Dr. Thomas Jatzkowski (ISPN) zum Evangelium des ersten Sonntags der Fastenzeit. Matthäus 4, 1-11: Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5.Mose 8,3): »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.« Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben (Psalm 91,11-12): »Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.« Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben (5.Mose 6,16): »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.« Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrieben (5.Mose 6,13): »Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.« Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel zu ihm und dienten ihm.

Muslimischer Imam "predigt" bei Jesuiten

Wie der Berliner Tagesspiegel berichtet, ist es eher "selten, dass ein Muslim in einer katholischen Kirche predigt". Die Berliner St. Canisius Gemeinde läßt Vertreter von Christentum, Islam und Judentum in der Sonntagsvesper zum Fasten sprechen. Den Anfang machte gestern der Imam der Ahmadiyya Muslim Jamaat Berlin.

Dienstag, 21. Februar 2012

Die Gemeinde meiner Kinder- und Jugendzeit

Am Sonntag besuchte ich die Gemeinde meiner Kinder- und Jugendzeit in Hamburg. Ich kam zum allseits bewährten Alleluia-Ruf der Osterlaudes kurz vor dem Evangelium. Die Kirche war wie gewohnt voll. Sie wird jetzt von ehemals drei Gemeinden besucht. In der Ecke neben dem Tabernakel hatte sich ein Frauenchor mit einem Keyboard aufgebaut. Schwarze Klamotten, bunte Schals. An der Seite waren noch ein paar Stehplätze frei.
Der Priester trug das Evangelium von der Heilung des Gelähmten vor. "Nimm Deine Bahre und geh umher ..." Das Alleluia erklang noch mal. Vor der Predigt nahm er noch drei Neue in den Kreis der Ministrantinnen auf, die sich hinter ihm in Mannschaftsstärke versammelt hatten. Applaus brandete auf. In der Predigt sprach der Pfarrer davon, wie uns der Glaube frei machen könne, wie auch wir manchmal gelähmt seien, wie wir uns solidarisieren, wie wir alte Strukturen aufbrechen müßten - genauso wie der Gelähmte - um endlich zu dem aufzubrechen "den wir Sohn Gottes nennen".
Nach der Predigt wurde gesungen. Ich habe nicht mehr den ganzen Text im Ohr, erinnere mich aber, daß es um Gott ging, der irgendwie unser Vater und unsere Mutter sei. "Herr wir bringen dir Brot und Wein", folgte. Zum Sanctus - ich denke doch, daß es das Sanctus war - sang die bunte Damenriege etwas in wager Mehrstimmigkeit, was für mich wie "Go, tell it on the mountain" klang, es aber wohl nicht war, da ich mich an die Textzeile "holy, holy, holy" nicht erinnern kann. Die Wandlung selbst traf mich überraschend hart. Das heißt vor allem schnell. Das "Sanctus" war noch nicht verklungen, da hörte ich schon "nehmet hin und esset alle davon".
Vor der Doxologie sprach der Priester ein schnelles "alle zusammen" . Mit dem souveränen Blick eines Motivationstrainers schaute er in die Runde. "Durch ihn und mit ihm und in ihm" also im Chor. Nach der Kommunion schritt das Gros der Gläubigen nachdenklich kauend in die Bänke zurück. Vor dem Schlußsegen schob der Pfarrer dann eine Besprechung zur Finanzierung zweier Glocken ein, die er eine Viertelstunde jovial-bittend und charmant moderierte. Vor allem aus der Damenriege tat sich eine Frau hervor, mit Fragen a la "können wir die Glocken dann auch immer läuten lassen" und "die Glocken könnten dann ja auch mal läuten".
Zum Schluß gab es dann doch noch den Segen und einen Applaus für die Darbietung des Chores. Eigentlich wäre für mich Quinquagesima gewesen. Vielleicht war es nur ein ganz normaler Sonntag.

Samstag, 11. Februar 2012

Kommunisten wie Berufsverbrecher

Bei einer Recherche bin ich über folgendes Zeitzeugnis gestolpert. Benedikt Kautsky berichtet von den kommunistischen Kadern im KZ Buchenwald:

"Für die Häftlinge, die sich an der Lagerverwaltung beteiligten, ergab sich ständig eine Reihe von schwer lösbaren Problemen, denn sie hatten die Befehle der SS entgegenzunehmen und durchzuführen. Sie wirkten also dem Lager gegenüber sozusagen als der "verlängerte" Arm der SS, andererseits vermochten sie gerade dadurch, daß die SS sich vielfach um die Ausführung ihrer Befehle im einzelnen nicht mehr kümmerte, und sich bei dem sprunghaften Anwachsen der Lager seit 1938 sich nicht mehr kümmern konnte, die Brutalität vieler Befehle wesentlich abzumildern, wenn sie es nicht vorzogen, sie noch zu verschärfen.
Für die Leiter der Häftlingsautonomie ergab sich daher eine große Machtfülle - erstaunlich groß für jeden, der die inneren Verhältnisse eines deutschen Konzentrationslagers nicht beobachten konnte - und mit der Macht kamen alle Versuchungen, die die Macht mit sich bringt. Blockälteste und Capos waren Herren über Leben und Tod der ihnen anvertrauten Häftlinge und sie haben in zahlreichen Fällen von dieser Macht Gebrauch gemacht. Mir ist kein Fall bekannt geworden, daß einer dieser Häftlingsfunktionäre von der SS zur Verantwortung gezogen worden wäre, weil er einen Mithäftling zu Tode brachte. Gerade wegen dieser Macht war es daher das denkbar größte Interesse der Häftlinge, daß sie ausgeübt wurde von Personen, die sie nicht für ihre eigenen Zwecke mißbrauchten.
Wo dies geschah, wurden die Verhältnisse unerträglich. Die SS hatte in verschiedenen Lagern verschiedene Methoden, aber im wesentlichen konnte man in dieser Hinsicht die Lager in zwei Gruppen einteilen: solche, in denen kriminelle Häftlinge (im Lagerjargon Berufsverbrecher oder nach der Farbe ihrer Abzeichen "Grüne" genannt), und solche, in denen politische Häftlinge (nach ihrem Abzeichen "Rote" genannt) die Lagerverwaltung in Händen hatten.
Man mußte ein gehöriges Maß an Robustheit und innerer Unbedenklichkeit mit sich bringen, um sich auf diese Weise zu einem Werkzeug der SS herzugeben. Mit den Kriminellen, bei denen diese Eigenschaften als selbstverständlich anzusehen sind, teilten von den Politischen - sofern es echte Politische waren und nicht irgendwelche Verbrecher, denen die SS aus irgend einem Grund den roten Winkel verliehen hatte - nur die Kommunisten diese Eigenschaften, und ich habe mehr als einen von ihnen so völlig in der Gedankenwelt des Lagers aufgehen sehen, daß er in seiner Wirkung gegenüber seinen Mithäftlingen von einem Berufsverbrecher nicht mehr zu unterscheiden war."

"Unrecht kann sie hart gemacht haben, ..."



Pater Dr. Thomas Jatzkowski (ISPN) zum Evangelium von Sexagesima. Lukas 8, 4-15: Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus den Städten zu ihm eilten, redete er in einem Gleichnis: Es ging ein Sämann aus zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf. Und einiges fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Und einiges fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten's. Und einiges fiel auf gutes Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Als er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Es fragten ihn aber seine Jünger, was dies Gleichnis bedeute. Er aber sprach: Euch ist's gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu verstehen, den andern aber in Gleichnissen, damit sie es nicht sehen, auch wenn sie es sehen, und nicht verstehen, auch wenn sie es hören. Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber auf dem Weg, das sind die, die es hören; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die: wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an. Doch sie haben keine Wurzel; eine Zeit lang glauben sie und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Was aber unter die Dornen fiel, sind die, die es hören und gehen hin und ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des Lebens und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.

Das Leid vor Augen, die Verheißung im Ohr

Ich finde es bemerkenswert, daß der Tractus von Sexagesima, der ja an die Stelle des Alleluia gerückt ist, den Alleluia-Ruf der Ostervigil anklingen läßt. Allein schon deshalb möchte ich den Sonntag Sexagesima nicht missen. Darauf, daß dieser Alleluia-Ruf, einer der wenigen Überlebenden des reformierten Liturgiegebrauchs, an vielen Orten das ganze Jahr über zu hören ist, könnte ich hingegen verzichten.

Dienstag, 7. Februar 2012

Personalveränderungen im Erzbistum Berlin

Berlin (PEB) - Erzbischof Rainer Maria Woelki hat mit Wirkung zum 1. März 2012 die folgenden Personalveränderungen bekannt gegeben:
Der bisherige Generalvikar Prälat Ronald Rother wird neuer Dompropst an St. Hedwig. Die Ernennung erfolgt nach Wahl durch das Domkapitel. Der bisherige Dompropst Dr. Stefan Dybowski hat auf das Amt verzichtet. Er bleibt Leiter des Dezernates Seelsorge und wird stellvertretender Generalvikar.
Weihbischof Dr. Matthias Heinrich wird Offizial und Bischofsvikar für außergerichtliche Ehesachen und das Dispenswesen. Als Leiter des Dezernates Personal folgt ihm Msgr. Hansjörg Günther nach. Er wird auch zweiter Stellvertreter des Generalvikars. Bereits im Januar hatte Erzbischof Woelki Msgr. Tobias Przytarski als neuen Generalvikar angekündigt. Neuer Regens und Ordinariatsrat im Dezernat Personal wird der bisherige Diözesanjugendseelsorger Domvikar Matthias Goy.

Samstag, 4. Februar 2012

"Die Liebe macht uns dankbar ..."



Pater Dr. Thomas Jatzkowski zum Evangelium von Septuagesima. Matthäus 20, 1-16: Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen. Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere müßig auf dem Markt stehen und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müßig da? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand eingestellt. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg. Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde eingestellt waren, und jeder empfing seinen Silbergroschen. Als aber die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und auch sie empfingen ein jeder seinen Silbergroschen. Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem Letzten dasselbe geben wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin? So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.