Samstag, 30. April 2011

Auf der Suche nach einer Taufkerze

In etwas mehr als einer Woche wird meine Frau getauft. Jetzt wird es höchste Zeit, auch einmal die dafür vorgesehene Taufkerze an den Start zu bringen. Meine ersten Recherchen im Internet waren leider nicht sehr vielversprechend. Für einen Kevin oder Nico Joel wäre sicher was dabei gewesen. Was aber soll man machen, wenn man einfach nur Johanna oder Katharina heißt. Schlicht und klassisch habe ich bei Kerzen nicht gefunden.

Donnerstag, 28. April 2011

Rückblende: Fastenzeit - Karwoche - Ostern

Von den wenigen Vorsätzen, die ich mir gemacht hatte, habe ich keinen ganz durchgehalten. Aschermittwoch lag ich krank im Bett. Das zweite Jesus-Buch des Papstes habe ich nur zur Hälfte gelesen und ein paar gefüllte Teigtaschen haben mich auch noch den ganzen Fleischverzicht gekostet. Ich habe die Fastenzeit schon intensiver gelebt. Um so erstaunter war ich, wie sehr mich der Karfreitag auch dieses Jahr angerührt hat. Nach der Liturgie war der Tag gelaufen.

Die Osternacht hätte ich sicher besser zugebracht, hätte ich mehr Ruhe gehabt. Vor allem die ersten Lesungen können, wenn sie auf bestimmte Art gesungen werden, zur Prüfung für die Andacht werden. Selbst flott und flüssig sind sie ja immer noch lang. Mit dem Gloria der Messe überkam mich dann die Freude der Auferstehung Christi. Ich hatte eigentlich angenommen, dafür schon zu müde zu sein. Das Osterfrühstück mußte ich auslassen. Keine fünf Stunden später weckte mich mein Sohn.

Mit einem doppelten Espresso und noch immer etwas müde begann der Ostersonntag mit einer letzten Ensemble-Probe für die Missa Papae Marcelli von Palestrina. Die Ostermesse war sehr gut besucht. Auch Karfreitag und in der Osternacht waren viele nach St. Afra gekommen. Vielleicht auch wegen der Kirchenmusik. Ich finde es wirklich beachtlich, daß das Institut, obwohl es nur über Spenden und lediglich notdürftig finanziert ist, kirchenmusikalisch immer wieder in die Vollen geht. Vieles hängt da auch am Arbeitseifer unseres Organisten und Regens Chori.

Am Ostermontag gab es dann den letzten Einsatz mit der Schola. Die Tage seit Gründonnerstag hatten bereits ihren Tribut gefordert. Drei Mann waren wir noch. Mehr oder weniger angeschlagen ging es in die Messe. Im Gloria knirschte es an einer Stelle gewaltig - bis wir uns alle auf die Improvisation des Vorsängers geeinigt hatten. Die Konzentration war einfach weg. Beinahe hätte es dann, bis zu einem unheiligen Laut von der Empore, auch noch den ganzen Gradualvers vom Sonntag gegeben. So wurde im Graduale noch schnell zwei Seiten weiter geblättert.

Nächsten Sonntag geht es wieder weiter. Ich bin froh, daß wir in der Osterzeit angekommen sind. Das Fahrwasser ist einfach deutlich ruhiger hier.

Heiner Geißler zeiht Papst der Irrlehre

Irgendwann Mitte der 90er Jahre erlebte ich Heiner Geißler persönlich bei einem Vortrag in Hamburg. Mit dem Habitus des Weltgelehrten verbreitete er, ohne das gestellte Thema dabei auch nur zu streifen, ein paar allgemeine Thesen. Eine beiläufige Begegnung im Anschluß vermittelte den Eindruck sein Geist habe sich im Rampenlicht, wie es bei alternden Showstars nicht ungewöhnlich ist, für einen kurzen Augenblick zu seiner größten Strahlkraft aufgeschwungen, um gleich - wahrscheinlich schon auf den Stufen des Podiums - wieder zu verdämmern. Auf dem Parkett angekommen schien er mir bereits verwirrt und kaum ansprechbar zu sein.

Wie ich jetzt bei Stanislaus lese, hat Herr Geißler in einem Interview mit der Zeitung "Christ und Welt" verkündet, daß die "Spiritualisierung des Evangeliums" durch den derzeitigen Papst eine "Irrlehre" sei. Vielleicht habe ich Herrn Geißler damals falsch eingeschätzt - oder aber in den letzten Jahren hat sich einiges getan.

Sonntag, 24. April 2011

Zollitsch: Osterglaube läßt "Energien fließen"

In seiner Osterpredigt sprach der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, von der Bedeutung des Osterglaubens für die Welt. Aus dem Glauben heraus, so Zollitsch, lasse sich "die Welt zum Guten gestalten", lasse sich "unser Leben und Zusammenleben menschlicher, solidarischer und wärmer prägen".

Der Glaube an den Auferstandenen lasse "Energien fließen". Ein "wirklicher Aufbruch" sei möglich - und "geschehe tatsächlich", wo Menschen "sich dafür öffnen". Wenn wir ihn, den Auferstandenen, "an uns heranlassen", dann "wird Ostern", dann "finden wir Kraft und Zuversicht in den Anforderungen des Alltags"; dann "spüren wir etwas" von den großartigen "Möglichkeiten Gottes mit uns".

Zollitsch ist sich sicher, würden wir nur mit unserem Osterglauben ernst machen, dann würde das Licht des Auferstandenen "heller" strahlen und die Menschen zur Gemeinschaft zusammenführen. "Ängste würden vergehen", weil der Auferstandene uns Hoffnung und "Zukunft" schenkt. Visionen würden nur selten umgesetzt, wenn sich - so die Aufzählung - Milieus, Parteien und Glaubensgemeinschaften in sich verkapseln.

Nach "Fukushima" und angesichts der "Herausforderungen der Gegenwart" gelte das mehr denn je - überall in unserer Gesellschaft. Ostern wolle verwandeln - "uns Christen gewiss".

Surrexit Dominus vere, alleluia!

Ich wünsche allen Lesern ein frohes Osterfest! Der Herr ist wahrhaft auferstanden, halleluja!

Bilder vom Karfreitag am Institut St. Philipp Neri

Donnerstag, 21. April 2011

"Eine neue Kompetenz- und Würdigungskultur"

Die Deutsche Bischofskonferenz vermeldet den Beginn ihrer Projektarbeit mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. In der Arbeitsgruppe "Priester und Laien in der Kirche" hat man sich bereits mit dem Thema "einer neuen Kompetenz- und Würdigungskultur im Miteinander von Priestern und Laien für die Kirche" auseinandergesetzt. Erste Vorschläge für die gemeinsame Konferenz von Deutscher Bischofskonferenz und ZdK sind auch schon erarbeitet worden.

Urlaub in Berlin. Günstig wohnen am ISPN.

Das Institut St. Philipp verfügt über etliche Gästezimmer und zwei vollständig ausgestattete Gästewohnungen, ein und zwei Zimmer. Eltern und Schwiegereltern habe ich schon einmal untergebracht. Die Unkostenbeiträge sind höchst moderat. Wer selbst für ein paar Tage am Institut unterkommen möchte, braucht sich nur an das Büro des Instituts zu wenden. Zu den hohen Festtagen, insbesondere jetzt, zu den Kar- und Ostertagen, kommen Gäste aus der ganzen Republik. Es lohnt sich, rechtzeitig zu reservieren.

Volles Programm zum Triduum Paschale

Auch musikalisch steuert das Kirchenjahr auf seinen Höhepunkt zu. Gestern die letzte Ensembleprobe für Karfreitag und Ostersonntag am Institut. Heute Abend das Proprium der Abendmesse zum Gründonnerstag. Karfreitag mit Ensemble die von Victoria vertonten Improperien und Teile der Johannespassion wie auch ein "Adoramus te, Christe" von Palestrina. Die Schola singt, was noch an Choral dazugehört. Am Samstag geht es dann in die Osternacht. Das ganze Programm mit Schola. Von der Weihe des Osterfeuers bis zum Canticum Zachariae. Zum Gloria setzt ja auch die Orgel wieder ein: mit Pauken und Trompeten. Am Sonntag geht es mit der Missa Papae Marcelli weiter. Das wird schön bewegend werden. Eine emotionale Achterbahnfahrt, wenn man so will. Mal schauen, wer am Montag noch das Proprium mitsingt.

Samstag, 16. April 2011

Alles Gute zum Geburtstag, Heiliger Vater!

Ich bin dem Herrgott für diesen Papst auf Knien dankbar! Gott schenke ihm noch hundert Jahre oder mehr! Ad multos annos!

Donnerstag, 14. April 2011

Montag, 11. April 2011

Papst soll nicht vor dem Bundestag sprechen

Nikolaus Schneider, der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, findet es nicht gut, daß Papst Benedikt XVI. vor dem Deutschen Bundestag sprechen darf. Die katholische Kirche trete als Staat auf und das betrachte er als störend, denn, so Schneider laut "Focus", "die Kirche als staatliches Organ - daß geht gegen unser Bekenntnis".

Dazu kann ich nur sagen, ohne Zweifel gehört es zu den großen Leistungen des deutschen Protestantismus, sich mit der Stunde Null noch einmal neu erfunden zu haben und die Barmer Theologische Erklärung vom Mai 1934, auf die Schneider hier bezug nimmt, hat sicher erheblich dazu beigetragen.

Ich bin gespannt, wie man dort die Zeit vor ´45 würdigen wird, wenn wir bald 500 Jahre Reformation feiern.

Freitag, 8. April 2011

Beauftragungsfeier der Gottesdienstbeauftragten

Wie das Erzbistum Berlin mitteilt, werden morgen um 10 Uhr in der St. Hedwigs-Kathedrale 36 Frauen und Männer aus 21 Gemeinden und Einrichtungen des Erzbistums Berlin "in den Dienst als Gottesdienstbeauftragte gesendet". "Gottesdienstbeauftragte sind Frauen und Männer, die in der Heiligen Messe die Kommunion austeilen, die kranken oder alten Menschen die Heilige Kommunion bringen oder Wort-Gottes-Feiern leiten." Die zu Beauftragenden wurden "von ihren Pfarrern unter Zustimmung des Gemeinderates für diesen Dienst ausgewählt" und haben sich "an zwei Wochenenden intensiv auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet".

Bislang hatte ich immer angenommen, daß diese Aufgaben, abgesehen von der "Wort-Gottes-Feier", welche ich nur vom Hörensagen kenne, den Priestern und insbesondere den Diakonen der Kirche vorbehalten sind. Wie beruhigend ist es da, von den intensiven Vorbereitungen und der Absegnung des Vorschlags durch die entscheidenden Gremien zu lesen. Wenn ich also, nur mal so als Frage, nach zwei Wochenenden Ausbildung in die Lage versetzt werde, die Aufgaben eines Diakons zu übernehmen, wie lange würde es dann wohl dauern, das Aufgabenspektrum weiter auszubauen, sagen wir als Hilfspriester - oder so, oder anders gefragt, welchen Aufwand müßte ich eigentlich treiben, um tatsächlich auch Diakon zu werden?

Donnerstag, 7. April 2011

And the "Spiegelei der Woche" goes to ...

Echo Romeo verleiht das "Spiegelei der Woche". Die erste Wahl fällt auf das Blog der Fachredaktion des SWR "Kirche und Gesellschaft". Wenn man mich fragt, ist das eine gute Wahl. Die Beiträge des Blogs strotzen vor Unverständnis und Klischees.

Elsa hatte das ganze zunächst in den Händen eines Praktikanten vermutet. Was durchaus nachvollziehbar ist, wie auch das "WTF-SWR" aus Klosterneuburg. Treffend auch Scipios indianische Weisheit und des Annuntiators Résumée.

Mittwoch, 6. April 2011

Werbung für den Jugendkatechismus "Youcat"

Seit zwei Tagen bin ich in Besitz des neuen Jugendkatechismus "Youcat". Was ich bis jetzt davon gesehen habe, hat mir sehr gut gefallen. Er ist gut aufgemacht, inhaltlich knapp, anschaulich und vor allem - nicht anbiedernd. Für den Einstieg ist er sicher gut geeignet. Dazu hier noch ein kurzes Werbevideo der "Ein-Mann-Mediengruppe-Schwarz".

Bei der Gelegenheit, nur um es mal gesagt zu haben: Wenn ich sehe, was Kaplan Schwarz in privater Initiative aus dem Boden stampft, wie seinen Film über "Die Messe" oder die neue Reihe "Mein Gott & Walter", und ich im Vergleich dazu auf die mediale Verkündigung des Glaubens durch kirchensteuerfinanzierte Bistümer schaue, wird mir jedesmal ganz anders.


Palestrinas Missa Papae Marcelli zu Ostern

Es hat mich mehr als drei Jahrzehnte gekostet, um herauszufinden, daß ich ein Faible für alte Musik habe. Wenn ich bedenke, was Choral und klassische Vokalpolyphonie in meinem Leben bewirkt haben, dann hätt ich beide auch gern früher kennengelernt.

Zu Ostern wird das Palestrina Ensemble am Institut die Missa Papae Marcelli singen und ich darf mich freuen dabei zu sein. Da ich nicht regelmäßig mitsingen kann, bleibt nur ein Probentag für mich: nächsten Samstag. Die Messe ist komplett neu für mich. Bei meinem Repertoire kein Wunder.

Immerhin habe ich schon mal die Noten - und kann nur soviel sagen, wenn ich die Messe drauf habe, dürfte ich mit Quinten und Oktaven keine Probleme mehr haben.

Sonntag, 3. April 2011

Heilige Messe im militärischen Sicherheitsbereich

Heute sind wir, das Proprium in der Tasche, nach Blankenese, zur Bundeswehr und haben unsere Sonntagspflicht erfüllt. Die Führungsakademie der Bundeswehr liegt in der Nähe der Elbchaussee. Für Hamburger Verhältnisse ist das keine schlechte Adresse, nur ist sie leider etwas ab vom Schuß.

Im Stabsgebäude der Akademie gibt es einen Andachtsraum mit einem Altar, einer kleinen Orgel und Kniebänken für etwa 70 Personen. Pfarrer Walter Dreesbach empfängt uns gut gelaunt am Eingang. Es ist noch Zeit, um mit der Organistin ein paar Absprachen zu treffen und ein paar Stellen des Ordinariums einzuüben.

Die Messe wird von etwa 30 Personen besucht. Mehr als die Hälfte sind Kinder. Es sind vor allem Familien von Offizieren, die einen Lehrgang an der Führungsakademie absolvieren. Hauptsächlich Franzosen. Nur wenige Hamburger schaffen es von außerhalb in die Messe. Einer kommt aus Pinneberg. Er braucht eine Stunde mit der Bahn.

Wer nicht persönlich an der Wache abgeholt wird, kommt auch nicht rein. Die Akademie ist militärischer Sicherheitsbereich und das sind nun mal die Spielregeln. Anfangs hatte Pfarrer Dreesbach das Erzbistum Hamburg um eine öffentlich zugängliche Kirche oder Kapelle gebeten. Freunde hat er sich damit nicht gemacht. Am Ende blieb ihm nur der Andachtsraum.

Vor einigen Monaten bot ihm dann ein Hamburger Pfarrer an, die heilige Messe auch in seiner Kirche feiern zu dürfen. Da aber stand schon fest, daß Dreesbach in sein Heimatbistum Aachen zurückkehren wird. Ich finde das schade! Mir hat die Begegnung große Freude gemacht und immer werde ich mich gerne an die heutige Messe zurückerinnern.

Wenn ich wieder mal in Hamburg bin, gehe ich - besteht die Möglichkeit - wieder hin.