Sonntag, 20. Februar 2011

Einkaufsbummel im Gesundbrunnencenter

Vor ein paar Tagen hatte ich Zeit, im Gesundbrunnencenter zu bummeln. In einer großen Buchhandlung wühlte ich mich bis in die Ecke mit den religiösen und philosophischen Schriften. Moderne Lebensratgeber und esoterische Bücher lagen wieder einmal auf dem Weg. Ich vergleiche gern das Angebot. Titel, wie "Finde deinen Engel", "Geheimnisvolle Botschaften von Erzengel Metatron" oder "Die Kunst der radikalen Selbstvergebung" regen jedoch nicht so sehr die Neugier als vor allem bestimmte Muskelgruppen bei mir an. Wer hat Zeit und Geld sich mit all dem zu beschäftigen? Interessant für mich ist nur der schiere Umfang des Angebots. Während sich Philosophie und Religion ein Regal teilen, nimmt die esoterische Literatur immerhin ganze zwei Regale in Anspruch. Von dem halben Regal Religion geht ein Viertel an das Christentum, der Rest geht an Buddhismus, Hinduismus und Islam. Die eine Hälfte des christlichen Angebots besteht aus verschiedenen Bibelausgaben, die andere Hälfte befaßt sich mit Schriften zum Christentum. Davon wiederum die Hälfte mit der katholischen Kirche. Drei Bücher, drei Autoren: Berger, Küng und Seewald. Na, denke ich, man muß auch Glück haben, die Chance ist klein, aber immerhin ist sie da. Kurze Zeit später - nach einem Blick in das Schaufenster einer Parfümerie -, muß ich sagen, daß es das Christentum in Deutschland schlechter treffen könnte. Nämlich dann, wenn es dort ankommt, wo der Buddhismus offensichtlich schon angekommen sind


Freitag, 18. Februar 2011

Der neue Priesterrat des Erzbistums Bamberg

Canon 284 des Codex Iuris Canonici: "Die Kleriker haben gemäß den von der Bischofskonferenz erlassenen Normen und den rechtmäßigen örtlichen Gewohnheiten eine geziemende kirch­liche Kleidung zu tragen."

Partikularnorm Nr. 5 der Deutschen Bischofskonferenz zu Canon 284 Codex Iuris Canonici: "Der Geistliche muss in der Öffentlichkeit durch seine Kleidung eindeutig als solcher erkennbar sein. Von dieser Bestimmung sind die Ständigen Diakone mit Zivilberuf ausgenommen. Als kirchliche Kleidung gelten Oratorianerkragen oder römisches Kollar, in begründeten Ausnahmefällen dunkler Anzug mit Kreuz."

Mittwoch, 16. Februar 2011

Nachtrag zum ZDF-Beitrag

Was ich an dem Beitrag des ZDF zum Streit um das Theologen-Memorandum besonders bemerkenswert finde: Hier geht es um eine Kontroverse und nur eine Seite wird gehört. Was, frage ich mich, versteht man da in Mainz unter ausgewogener Berichterstattung? Ist das der Journalismus, den ich zu bezahlen zwangsverpflichtet bin? Ist das die vielbeschworene Qualität des öffentlich rechtlichen Rundfunks in Deutschland? Gelächter.

Welche Geistesgrößen an solchen Beiträgen werkeln, erkennt man ja auch daran, wie tief sie ihr eigenes Geschreibsel durchdringen. Wenn jemand ein Beispiel für die radikale Kehrtwendung eines Menschen vom Guten zum Schlechten geben sollte, wie in der Anmoderation geschehen, dann wäre es einem Christen wohl nicht möglich, das Damaskuserlebnis des heiligen Paulus zu verwursten und gleichzeitig auch noch die Sorge um das Wohl der Kirche zu heucheln.

Sonntag, 13. Februar 2011

Mainzer Propaganda für das Memorandum 2011

Heute aus Mainz in der Reihe "Sonntags. TV fürs Leben". Die Sendung ist in der ZDF-Mediathek abrufbar. Der Beitrag beginnt ab Minute 21:10:

Moderator: Es klingt fast wie ein Gag aus einer Satiresendung. Da taucht vor kurzem ein altes Papier aus dem Jahre 1970 auf in dem unter anderem ein weltbekannter Theologieprofessor das Zölibatsgesetz in Frage stellt und für eine Diskussion darüber plädiert. Aus diesem fortschrittlichen Saulus namens Joseph Ratzinger wurde inzwischen ein konservativer Paulus namens Papst Benedikt und der findet das, was sein alter ego früher mal gut fand, heute bedenklich. Doch wie der frühe Ratzinger haben in diesen Tagen rund 200 Theologieprofessoren und -professorinnen ein Memorandum unterzeichnet, in dem sie fordern, das Pflichtzölibat abzuschaffen. Die Unterzeichner fordern um der Kirche willen tiefgreifende Reformen, nicht nur das Ende des Pflichtzölibats, mehr Rechte für Frauen, die Beteiligung des Kirchenvolkes bei der Auswahl der Bischöfe, sowie ein Ende des moralischen Rigorismus.

Sprecher: Eberhard Schockenhoff, katholischer Priester, Professor für Moraltheologie in Freiburg. Er gilt als einer der Top-Theologen Deutschlands ist Mitglied im Deutschen Ethikrat, kämpft dort für die ethischen Prinzipien der katholischen Kirche. Er liebt seine Kirche. Doch sie muß sich verändern, ist er überzeugt. Deshalb hat er das Memorandum unterschrieben. Die Bischöfe hatten ja im Herbst zu einem breiten Dialog aufgerufen.

Schockenhoff: Wo Konflikte sind, wo miteinander gerungen wird, wo auch einmal gestritten wird, da ist immerhin ein gemeinsames Interesse an der Kirche und das ist auch ein Zeichen von Vitalität.

Sprecher: Als Seelsorger erfährt der 57jährige viel über die Sorgen in den Pfarreien. Wegen des Mißbrauchsskandals sind im letzen Jahr soviele Menschen aus der Kirche ausgetreten wie noch nie. Das beunruhigt auch Schockenhoff. Er galt lange Zeit eher als konservativ. Verteidigte stets den Kurs der Kirche.

Schockenhoff: Ich habe die Kirche als Freiraum erlebt und habe da auch viele Chancen gehabt, wo ich meine Fähigkeiten einbringen konnte. Das ist etwas, was ich erst in den letzten Jahren feststelle und wo ich auch meine eigene Wahrnehmung des kirchlichen Lebens, zu meinem Bedauern, habe korrigieren müssen. Das es tatsächlich die Atmosphere der Freiheit und des gegenseitigen Vertrauens, das man sich entgegenbringt, daß das mehr und mehr einer Atmosphere der Verdächtigung, in manchen Fällen auch der Einschüchterung gewichen ist - und das habe ich mir lange auch nicht eingestehen wollen.

Sprecher: Nun legt das Memorandum mit dem Titel "Ein notwendiger Aufbruch" auf dem Tisch. Sorgt für Diskussionen. Etwa die Forderung, die Gläubigen stärker zu beteiligen - bei der Auswahl von Pfarrern und Bischöfen. Oder das Anliegen der Professoren, die Kirche müsse persönliche Lebensentscheidungen respektieren. Menschen dürften nicht von den Sakramenten ausgeschlossen werden, wenn sie Liebe und Treue in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften oder als wiederverheiratete Geschiedene lebten.

Student von Schockenhoff: Daher war die erste Reaktion, zunächsteinmal, ich glaub´ ich kanns besser gar nicht ausdrücken als in diesem Begriff: Wow! Ein sehr erfreutes und gleichzeit überraschend auch.

Studentin von Schockenhoff: Ich hab das Gefühl, das es ganz stark polarisiert. Das es entweder, die Befürworter gibt, die voll und ganz dahinter stehen, und die kaum Kritikpunkte nennen, oder die, die es gar nicht befürworten.

Student von Schockenhoff: Also grundsätzlich habe ich jetzt von vielen auch positives Feedback bekommen und auch gehört, daß es längst überfällig war, daß die Professoren auch mal ihre Stimme erheben.

Sprecher: Die Professoren kritisieren, daß viele Bischöfe und der Papst starr am Pflichtzölibat festhalten.

Schockenhoff: Jetzt sind wir eben in den letzten Jahrzehnten, durch die Not des Priestermangels, in eine Situation geraten, wo das kompromisslose Festhalten am Zölibat der Seelsorge schadet. Weil man Seelsorge nur noch in Strukturen machen kann, die eine möglichst nahe Begleitung der Menschen an ihren Wohn- und Lebensorten nicht mehr zuläßt und das ist sowohl für die Gläubigen eine Not, als auch für die Priester eine große Belastung.

Sprecher: Den Unterzeichnern mangele es an Loyalität, so Kritiker des Memorandums. Das weist Schockenhoff zurück. Die Professoren stünden treu zur Kirche. Seien wie er in Pfarreien und Gruppen aktiv. Beim Blick in Schockenhoffs Gemeinde in Sölden bei Freiburg scheint auch nicht der Vorwurf zu gelten, das Memorandum spalte die Kirche.

Ältere Frau aus Schockenhoffs Gemeinde: Ob zwar ich mich mehr konservativ betrachte, bin ich trotzdem sehr für diese Sache.

Älterer Herr aus Schockenhoffs Gemeinde: Ich bin sehr froh, daß dieses Anliegen der kirchlichen Erneuerung, den notwendigen Reformen, mit dieser Wucht in die Öffentlichkeit gekommen ist.

Sprecher: Schockenhoff und seine Mitstreiter fühlen sich durch die ersten Reaktionen bestärkt, den Weg weiter zu gehen.

Schockenhoff: Ich bin sicher das die breite Unterstützung, die wir erfahren, und auch von vielen Organisationen aus dem Bereich der Kirche erfahren, das das auch allen in der Kirche deutlich macht, wie dringlich die Probleme sind.

Sprecher: Aufrütteln wollen die Theologen mit ihrem Memorandum. Sie hoffen jetzt auf einen offenen Dialog mit den Bischöfen.

Freitag, 11. Februar 2011

Kleine Frage zu Komplet und Stundengebet

Auf introibo.net habe ich die Komplet mit gregorianischen Melodien und deutscher Übersetzung gefunden. Das von der Petrusbruderschaft erstellte Büchlein ist dort als PDF-Datei abrufbar. Mir scheint das ganze sehr gelungen. Nun habe ich bislang keine Erfahrung mit dem Stundengebet der Kirche und hoffe, der ein oder andere Leser kann mir vielleicht ein paar Fragen beantworten, die sich nach erster Sichtung stellten.

Meine Absicht ist es, die Komplet regelmäßig selbst und auch in einer Gruppe von Laien zu beten. Schwierigkeiten macht mir vor allem die Zuordnung der verschiedenen Rollen. Der Chor ist klar. Soweit ich es verstanden habe, gibt es noch den Offizianten und den Lektor. Meine Fragen dazu: Kann ein Laie Offiziant sein? Sind der Offiziant und der Lektor notwendigerweise zwei verschiedene Personen? Ich bin für jeden Rat dankbar.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Kloster Mor Gabriel von der Türkei enteignet

Die Türkei hat sich große Teile des syrisch-orthodoxen Klosters Mor Gabriel unter den Nagel gerissen. Einer der absurden Vorwürfe lautet, das Kloster hätte sich Teile des türkischen Staatsgebietes angeeignet. Das Kloster besteht etwa 1500 Jahre länger als der türkische Staat. Bis heute waren seine Eigentumsrechte nur bestätigt worden. Ein Schuft, wer böses dabei denkt.

Mittwoch, 9. Februar 2011

Unterstützt die Petition "Pro Ecclesia"!

Ich würde mich sehr freuen, wenn die Petition "Pro Ecclesia" breite Unterstützung finden würde. Eine E-Mail ist schnell geschickt und eine Unterschriftenliste schnell ausgedruckt. Selber unterzeichnen, ein paar Unterschriften sammeln, einschicken, fertig. Hier geht es zur Petition ...

P.S. Das Banner zur Petition gibt es bei Echo Romeo hier.

Unruhestifter und Friedensbrecher

Es ist schon ein paar Jahre her. Da saß ich auf dem Weg nach Hamburg in einem Großraumabteil der Deutschen Bahn. Auf der anderen Seite des Abteils machte sich ein Mann an eine junge Frau heran. Er hatte sich direkt neben sie gesetzt. Seine Annäherungsversuche waren sichtlich unangenehm. Immer wieder forderte er sie auf, ihn doch anzuschauen oder anzufassen. Das schien im ganzen Abteil, abgesehen von der jungen Frau, niemand zu stören. Die Frau wußte schon gar nicht mehr wo sie hingucken sollte und drückte sich immer näher ans Fenster. Ich stand also irgendwann auf und rief ihm durch das ganze Abteil zu, er möge die Frau bitte in Ruhe lassen oder ich würde rüberkommen und ihn umsetzen. Für den Fall, daß es wirklich nötig werden sollte, mit dem Herrn in Handgreiflichkeiten einzutreten, hatte ich gehofft, mit diesem öffentlichen Appell viele Unterstützer für mein Anliegen gewinnen zu können. Die Hoffnung blieb unerfüllt. Drei, vier Köpfe drehten sich zu mir um und ein paar Stimmen wurden laut, ich möge mich bitte setzen, nicht so laut sein, was solle der ganze Terz. Am Ende war es zum Glück nicht nötig, sich zu schlagen, aber bis heute sind mir die am liebsten geblieben, die, um der lieben Ruhe willen, jedes Unrecht ertragen können, wenn es nur ihren Mitmenschen angetan wird, und die sich nicht scheuen, diejenigen zu Unruhestiftern und Friedensbrechern zu erklären, die unüberhörbar werden, um dieses Unrecht abzuwehren. Wie mutig ist das denn?

Dienstag, 8. Februar 2011

Like it or not. Wir bleiben katholisch.

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