Mittwoch, 28. September 2011

"Den Schein können sie sich dann dort abholen"

Kardinal Joachim Meisner, Erzbischof von Köln, hat jede "inhaltliche" Kooperation mit "pro familia" ausgeschlossen. Kath.net berichtet.

Dazu fällt mir die Geschichte einer jungen Mutter ein, die mir erst kürzlich erzählte, daß sie sich zu Beginn ihrer Schwangerschaft bei der Kölner Caritas habe beraten lassen - nicht weil sie mit dem Gedanken gespielt hätte, das Kind wegmachen zu lassen, sondern, um in dieser neuen Lebenssituation besser beraten zu sein. Am Ende des Gespräches habe man ihr dann freundlich eröffnet, daß man zwar leider keinen Beratungsschein ausstellen dürfe, mit einem Anruf aber dafür sorgen könne, daß sie diesen andernorts auch ohne Beratungsgespräch abholen kann.

Das ist sicher nicht die "inhaltliche" Kooperation, die Kardinal Meisner hier mit "pro familia" zurückgewiesen hat, sondern eine, die doch erheblich handfester ist. Dem Kardinal wird man das nicht anlasten können, nachdenklich machen sollte es aber schon.

Kommentare:

Nemrod hat gesagt…

Na, glaubt hier jemand ernsthaft, daß in KFD Kreisen katholische Prinzipien hochgehalten würden;-(

Braut des Lammes hat gesagt…

Liebe Güte! Aus persönlichen Erfahrungen weiß ich, daß leider in Beratungsgesprächen mit Frauen, die vor dieser folgenreichen Entscheidung stehen, jegliche Ermutigung, sich für das Kind zu entscheiden, und sei es auch nur in Form der Bestärkung einer Zaudernden, gar nicht erst unternommen wird. Dialogzitat: "Ich dachte, Sie könnten mir vielleicht sagen, wo ich Hilfe bekomme?" "Ich wünschte, das könnte ich."

Catocon hat gesagt…

Schrecklich, aber erwartbar.
Aus der Antwort des Kardinals:
"Unsere katholischen Beratungsstellen haben nicht umsonst einen exzellenten Ruf."
Ja, das haben sie. Die Frage ist nur: Bei wem? Bei Katholiken? Oder bei der Abtreibungslobby?
Die Antwort scheint nur allzu klar zu sein, selbst in Kardinal Meisners Bistum.

Sarah hat gesagt…

Ich habe davon auch schon gehört und es ist schrecklich und man fragt sich da, an wen kann man sich eigentlich in einer "solchen" Situation wenden!

...

Alledings habe ich mit der Caritas auch in einem anderen familienbezogenen Bereich gerade übelste Erfahrung gemacht und zwar durch Invia, die Aupairvermittlung der Caritas, wirklich unmöglich das Verhalten der Angestellten und alles, nur nicht christlich, aber extrem darauf bedacht freundlich und sozial zu wirken. *Brrrr Gänsehaut* wenn ich daran denke.

Papsttreu im Pott hat gesagt…

Ich kenne auch eine, die aufgrund ihres Alters (um die 20, glaube ich, ohne abgeschlossene Berufsausbildung) von der Caritas zur Abtreibung ermuntert wurde.
Ob die Caritas ansonsten ihr katholisches Profil wahrt, ist natürlich eine weitere Frage...