Dienstag, 28. Juni 2011

Heiligenfeste - Bäumchen wechsel dich

Nach dem neuen liturgischen Kalender verschiebt sich das Fest des heiligen Johannes Maria Vianney auf das Fest des heiligen Dominikus am 4. August. Der heilige Dominikus weicht dafür aus und erhält einen anderen Festtag, den 8. August, vormals auch bekannt als Festtag des heiligen Johannes Maria Vianney. Wer kann sich das erklären?

Den Reformern muß hier echt der Schuh gedrückt haben - und möchte man nicht ausrufen: Das wurde aber auch mal wirklich Zeit, daß die beiden Heiligen ihre Feste tauschen? Schwer vorstellbar. Wer aber weiß, vielleicht sollten wir Heiligenfeste in Zukunft öfter tauschen, um sie dem grauen Immerwieder des liturgischen Jahres zu entreißen.

Kommentare:

Gregor hat gesagt…

Der Gedanke wird folgender gewesen sein: Idealerweise werden Heiligenfeste am Todestag (natalitia) des jeweiligen Heiligen begangen. Der Todestag des hl. Dominik (6. August) ist vom Fest der Verklärung belegt, weswegen man auf den nächsten freien Tag davor (am 5. ist schon Maria Schnee) auswich (eigentlich ungewöhnlich, üblich ist eher, nach hinten zu gehen). Folglich war der Todestag des hl. Pfarrers von Ars, der am 4. August gestorben ist, bei dessen Heiligsprechung schon vom hl. Dominik besetzt, so daß man sein Fest auf den nächsten freien Tag legte (ursprünglich der 9. August, auf den 8. ist er, wenn ich recht sehe, erst 1960 gerutscht). Da nun die Reformer dabei waren, ohnehin den ganzen Kalender umzustellen dachte man sich wohl, daß man dann wenigstens den hl. Pfarrer von Ars auf seinen eigentlichen Todestag legen könnte.

(Nicht, daß mich das überzeugt. Ein über Jahrhunderte bestehender Festtag wie der des hl. Dominik gewinnt seine eigene Tradition, an die sich dann auch Bräuche etc. knüpfen, so daß man ihn nicht ohne Not verschieben sollte.)

Tiberius hat gesagt…

Danke, Gregor! Darauf wäre ich nicht gekommen. Ich kann mir gut vorstellen, daß es genau so war. Überzeugen tut es mich auch nicht. Es bleibt eine Reform am Reißbrett und ein Produkt des menschlichen Geistes.

Sursum corda hat gesagt…

Dem kann man nur zustimmen. Es gibt nur wenige Reformen, die so überflüssig waren, wie die Kalenderreform. Wie volksnah sie war, zeigt die Tatsache, daß die wenigen, die noch ihren Namenstag feiern, zumeist den alten (gottlob ja jetzt wieder gültigen) Kalender benutzen. Auch bei uns zu Hausewird "außerordentlich" gefeiert.