Mittwoch, 29. September 2010

Josef Bordat: Gewissensfreiheit in Europa

Das Europäische Parlament hat am 7. Oktober über einen Gesetzentwurf zu entscheiden, der die Krankenhäuser in Europa verpflichtet, ihr medizinisches Personal zu zwingen, auch gegen Vorbehalte des Gewissens, Abtreibungen durchzuführen sowie Maßnahmen einzuleiten, die aktiver Sterbehilfe entsprechen.

Josef Bordat hat einen hervorragenden Artikel dazu geschrieben. Damit am Ende keiner sagen kann, er habe nichts gewußt, bitte lesen und weiterempfehlen. Hier geht es zum Artikel...

Dienstag, 28. September 2010

Befindlichkeiten und Gefühle zum Lebensschutz

Einem Grußwort für den "Marsch für das Leben" habe Bundeskanzlerin Merkel aus Gleichbehandlungsgründen nicht nachkommen können, schreibt Ronald Pofalla den Lebensschützern. Merkel sei der Schutz des Lebens aber auch wichtig: Jedes Kind solle "sich in Deutschland willkommen fühlen".

Montag, 27. September 2010

Berliner Weihbischof beim Marsch für das Leben

Ein paar Eindrücke zu dem diesjährigen "Marsch für das Leben" in Berlin habe ich ja bereits zur Verfügung gestellt. Ich hoffe, daß jeder, der dieses Jahr mitgelaufen ist, nächstes Jahr noch einen mitbringt. Wenn das so weitergeht, dann sind wir in zehn Jahren bei einer Million Teilnehmer angekommen, und wenn sich die Deutsche Presse Agentur dann noch einmal um tausend Teilnehmer verzählt, fällt es nicht mehr so peinlich ins Gewicht. Sollten sich alle so ran halten wie Phil, dann könnten wir in fünf Jahren schon zwei Millionen sein.

Die Verdoppelung der Teilnehmerzahl in diesem Jahr hat mich immerhin sehr ermutigt. Ganz besonders gefreut hat mich dabei die Teilnahme des Berliner Weihbischofs Matthias Heinrich.

Kardinal Sterzinsky über die lateinische Messe

Kürzlich erzählte Kardinal Sterzinsky die folgenden Anekdote: Als Pfarrer habe er einem 80jährigen Romanisten die heilige Kommunion gebracht. Dieser hätte "per Testament verfügt, daß er beerdigt wird nach dem tridentinischen Ritus, lateinischer Sprache". Daraufhin habe er versucht diesen davon abzubringen und gesagt "dann verstehen doch nicht mal ihre Kinder, was ich da bete". Als es Jahre später soweit war, habe er dann auch die Predigt auf Latein vorbereitet. Die Frau des Verstorbenen habe ihn jedoch davon abgebracht, da von einer lateinischen Ansprache - im Testament keine Rede gewesen sei.

Je länger ich über darüber nachdenke, desto unwohler fühle ich mich dabei. Vielleicht verstehe ich aber auch unter Gebet und Messe etwas ganz anderes als der Kardinal.

Dienstag, 21. September 2010

Anti-Atom-Demo statt Marsch für das Leben?

Ich habe es selbst nicht überprüft, aber anscheinend, hat es die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) nicht geschafft, den Berliner Marsch für das Leben zu begleiten. Fotos von der Veranstaltung? Fehlanzeige! Stattdessen dutzendweise Fotos von der Anti-Atom-Demo, die ganz in der Nähe stattfand. Ob das etwas darüber aussagen würde, wie wichtig der KNA der Einsatz für den Schutz ungeborenen Lebens ist?

Die Welt-Online gibt Martin Lohmann nicht frei

Auch die Welt-Online hat die falschen Angaben der dpa übernommen. Sie meldet "Rund 200 Teilnehmer beim Marsch für das Leben" in Berlin. Da es die Welt weder für nötig hält, die falschen Zahlen zu korrigieren, noch bereit ist, den Kommentar des Vorsitzenden des Bundesverbandes Lebensrecht in ihrem Kommentarbereich freizuschalten, kommt Martin Lohmann hier noch einmal zu Wort.

Zu der Falschmeldung der Teilnehmerzahl stellt er folgendes fest: „Keine Sorge, wir waren tatsächlich mindestens 1800 (so die Berliner Polizei) bis rund 2000 Lebensschützer aus ganz Deutschland. Übrigens alle friedlich und freundlich. Und wir hatten rund 200 Gegner des Lebens. Fanatisch und intolerant, laut schreiend und pöbelnd. Die Kollegin von dpa, die nicht vor Ort war und sich bei der Polizei telefonisch erkundigte, hatte wohl nach den Gegnern gefragt und die Zahl 200 erhalten. Irrtümlich sind dann wohl unsere Gegner und wir als Tötungsgegner verwechselt worden. Das kann passieren, wenn man sich nicht richtig informiert oder wenn man nicht sorgfältig arbeitet bzw falsche Informationen einfach weitergibt an andere Medien. Die „Welt“ hatte sich auf die dpa verlassen, was diesmal ein Fehler war. Übrigens: Ein kleiner winziger Blick in eines der vielen Videos im Internet hätte auch der dpa geoffenbart, dass da weit mehr als nur 200 Lebensschützer – aus allen Altersgruppen – in Berlin waren. Unsere Bewegung wächst. Gut so."

Montag, 20. September 2010

Eine lose Kanone auf einem sturmbewegten Schiff

Der selige John Henry Newman soll zur Rolle des Priesters in der heiligen Messe einmal folgendes bemerkt haben:

"In die priesterlichen Gewänder gekleidet, gibt der Zelebrant das, was seine Persönlichkeit ausmacht, völlig auf und repräsentiert nur noch Den, von dem er seinen Auftrag hat. Seine Worte, seine Intonation, seine Handlungen, seine ganze Gegenwart geben jede Persönlichkeit auf, ein Bischof, ein Priester ist wie der andere, sie alle singen die gleichen Melodien und beobachten die gleichen Kniebeugen, wenn Sie den einen Frieden und den einen Segen spenden, das immer ein- und dasselbe Opfer."

Die Fesseln, die der Person des Priesters angelegt werden, sind meines Erachtens in der alten Liturgie besonders stark. Wenn aber einer ein selbstverliebtes, reaktionäres Arschloch ist, gibt es offenkundig Mittel und Wege, sich auch in der alten Messe ganz persönlich einzubringen. Über den lieblosen Umgang mit der Liturgie - über zerfahrene Gesten und verstümmelte Intonationen - will ich dabei gar nicht sprechen.

Es reicht schon, sich mit einer schmerzhaft langen, losen Predigt über Freimaurer, Geschiedene, Homosexuelle und Juden und alles was in der kleinen, reaktionären Welt, die man sein eigen nennt, keinen Platz hat, gewaltsam in die Feier der Messe zu drängen, bis auch dem letzten Andacht und Gebet vergangen sind. Ist es wirklich so schwer, sich täglich für eine Stunde ganz zurückzunehmen, ganz von Gott in den Dienst nehmen zu lassen?

Ich will den Wert des persönlichen Zeugnisses nicht schmälern, wer aber meint die Menschen durch seine Worte, seinen Auftritt und seine Person zu Gott führen zu müssen und sich auch dort, wo Gott wirken soll, beständig selbst in den Vordergrund drängt, der hat entweder kein Vertrauen zu Gott und in das Gebet der Gläubigen oder aber ein krankhaftes Geltungsbedürfnis, welches auch durch einen flammenden Apell an die Tugend der Demut nicht appetitlicher wird.

Sonntag, 19. September 2010

Die dpa unterschlägt 1800 Lebensschützer

Die Deutsche Presse Agentur (dpa) berichtet von 200 Menschen, die am vergangenen Samstag für das Lebensrecht ungeborener Kinder demonstrierten. Sie weist von selbst daraufhin, daß die Polizei weit mehr Teilnehmer gezählt hat. Sagt aber nicht wieviele. Nun gehen die Veranstalter von ungefähr 2000 Teilnehmern aus, was vielleicht - wie bei Zahlen von Veranstaltern üblich - etwas optimistisch ist. Die Polizei hingegen, die für eher konservative Schätzungen bekannt ist, geht von 1500 Demonstranten aus. Kann es sein, daß sich alle verzählt haben, nur nicht die dpa, oder gibt es einen anderen Grund, warum die Zahl der Teilnehmer, die in diesem Jahr höher war als in den Jahren zuvor, von der Deutschen Presseagentur heruntergespielt wird?

Impressionen vom Marsch für das Leben in Berlin

Samstag, 18. September 2010

Betet für uns! Marsch für das Leben in Berlin 2010

Heute um 13 Uhr beginnt der Marsch für das Leben mit einer Kundgebung am Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus in Berlin. Alle, die nicht dabei sein können, bitte ich: Betet für uns!

Donnerstag, 16. September 2010

Livestream: Papstreise zum Vereinigten Königreich

Auf der offiziellen Seite zur Reise des Heiligen Vaters nach Großbritannien lassen sich die einzelnen Stationen in Bild und Ton live verfolgen. Ich habe nur kurz reingezappt: teilweise schön und teilweise schrecklich. Eine tolle Möglichkeit, die Reise zu verfolgen, ist es allemal.

Für mich erstaunlich, was die Organisatoren unter der Kategorie geistliches Lied verbuchen. Zum Auszug des Heiligen Vaters nach der Messe Beethovens neunte in einer E-Gitarren Version und anschließend noch der schöne Pop-Song "From a Distance". Fehlt eigentlich nur noch "Imagine" von den Beatles.

Früher - als alles noch ganz schlimm und finster war - hätte man nach der Messe vielleicht ein sogenanntes Orgelnachspiel gehört und ein gemeinsames "Salve Regina" gesungen, vielleicht auch ein "Sacerdos et Pontifex" oder "Oremus pro Pontifice" hinterher.

Paderborn: Eine neue Tafel für den Herrn

Am vergangenen Samstag weih­te Erz­bischof Becker den neuen Altar der St. Michael Kirche in Brakel. Wie das Erz­bis­tum mit­teilte, sei dieser aus bau­licher Sicht auf Dauer not­wen­dig geworden. Der alte Altar wurde aus St. Michael ent­fernt und seiner neuen Be­stim­mung im Senio­ren­heim St. Antonius über­geben. Mit seiner "schlich­ten Ele­ganz" setze der neue "Zele­bra­tions­altar" sowie der "pas­sende" neue Ambo "moderne Ak­zente im ge­schichts­träch­tigen Brakeler Gottes­haus". Beide Stücke sind - wie bereits 50 Altäre in ganz Deutsch­land - von der Hand des Riet­ber­ger Bild­hau­ers Jo­hann­es Nie­meier ge­schaf­fen worden. Nach der Weihe des Altars, erfüllte dieser dann im Gottes­dienst "die ihm schon von Erz­bischof Hans-Josef Becker zu­ge­sproch­ene Be­stimmung: als Festtafel des Herrn, an dem sich die le­ben­dige Ge­meinde als Tisch­ge­mein­schaft ver­bin­det."

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern

Um piscatorTV auf Youtube etwas bekannter zu machen, habe ich allen Youtube-Nutzern, die ein irgendwie geartetes Interesse an der alten Liturgie und ihren Gesängen erkennen lassen, eine Freundschaftseinladung geschickt. Abgegangen bin ich davon nur dort, wo sich dieses Interesse neben anderen Interessen fand, die mir persönlich zu unappetitlich sind, um die alte Messe oder mich selbst damit gemein zu machen.

Die meisten folgten der Freundschaftseinladung, die ja nun wahrlich nicht viel bedeutet, ohne sich dazu zu äußern - oder sie ignorierten sie ebenso schweigend. Unter den wenigen Rückmeldungen, die ich erhielt, hat mich - zu meinem eigenen Erstaunen - eine Absage am meisten gefreut. Ein junger Mönch schrieb mir Schmuddelkind die folgenden Zeilen:

"Herzlichen Dank für die Freundschaftseinladung! Leider kann ich sie aber (noch) nicht bestätigen. Unsere Oberen schauen schon mit Argwohn auf die Liebe zum Choral, die wir Junioren hegen. Würden sie nun entdecken, dass wir uns im Internet offiziell mit "dem alten Zeug" *grins* verbünden.... es würde uns den Kopf kosten. So müssen wir den Schutz des Untergrunds noch etwas wahren."

Wenn ich das lese, muß ich einfach immer schmunzeln. Deo gratias!

Mittwoch, 15. September 2010

Nachtrag: Zwei Tage auf dem Hülfensberg

Vor mehr als einem Jahr bin ich mit dem Palestrina-Ensemble auf eine Konzertreise gefahren. Im Gepäck hatten wir die Missa Pange Lingua von Josquin Desprez. Gesungen haben wir im Dom zu Nordhausen, bei den Franziskaner in Fulda und auf dem Hülfensberg. Die Franziskaner waren so freundlich, uns für zwei Tage bei sich aufzunehmen. Die Aussicht, in einem Kloster untergebracht zu werden, reizte auch jene Mitglieder des Ensembles, die wenig bis nichts mit der Kirche verbindet. Was würde uns dort erwarten? In einem Kloster, unter Mönchen.

Ich mag naiv gewesen sein, aber wenn ich damals die Worte Kloster und Mönch hörte, dann zogen Bilder durch meinen Kopf, von Männern in dunklen Kutten, die durch helle Kreuzgänge wandeln, sich zum Gebet im Chor versammeln und in schmalen Zellen dicke Bücher lesen, das ganze unterlegt mit Klängen von lateinischen Antiphonen und Psalmen. Die Begegnung mit einem Mönch, so dachte ich damals, müßte wie die Begegnung mit einem fremdartigen Wesen sein, einem fast Außerirdischen, der zwar in dieser Welt, aber nicht von dieser Welt ist.

Was wir auf dem Hülfensberg vorfanden, war etwas anderes: eine Art Jugendherberge, die von vier freundlichen, alten Männern in Strickjacken, Cordhosen und Latschen betreut wurde. Von den zwei Tagzeiten, die auf dem Terminkalender standen, Laudes und Vesper, fielen am Samstag beide aus. Ein soziales Theaterprojekt hatte die entsprechenden Ressourcen anscheinend schon verbraucht. Den feinen braunen Habit der Mönche bekamen wir dann auch nur - schnell übergeworfen - als Teil der Inszenierung "Die Wallfahrtsgruppe erreicht den Hülfensberg" zu Gesicht.

Anders als auf dem Hülfensberg schienen die Franziskaner auf dem Frauenberg in Fulda durchweg mit Habit unterwegs zu sein - zumindest im Inneren des Klosters. Einen jungen Mann, der mit Jeans und Einkaufstüten am Bruder Pförtner vorbeimarschierte traf ich wenig später auf dem Gang mit seiner Kutte an. Er hatte sich, wie wohl auch die franziskanischen Märtyrer, die den Innenraum der barocken Klosterkirche als Figuren säumten, beim Betreten des Klosters umgezogen.

Über den Choral hörte ich von Mönchen nur, daß man im Noviziat, Anfang der siebziger Jahre noch davon gehört habe, die Pflege des Chorals aber dann zu anstrengend und zeitraubend gewesen sei, um sie fortzuführen. Daß wir die Missa Pange Lingua mit dem Proprium des Fronleichnamsfestes darboten, rief demnach durchaus Zurückhaltung hervor. Daß wir in der Anordnung der Gesänge dem Verlauf der Messe folgten, war da nur eine weitere, nebensächliche Feinheit, wie etwa der Unterschied zwischen der Mensa und der Blumenbank eines Hochaltars.

Am Ende waren alle überrascht, wie weit die Wirklichkeit des Klosterlebens von unseren unbedarften Vorstellungen abwich.

Donnerstag, 2. September 2010

Macht mit! Marsch für das Leben in Berlin 2010

Am 18. September 2010 treffen sich Lebensschützer aus ganz Deutschland in Berlin zu einem Marsch für das Leben - gegen Abtreibung und Euthanasie. Die Aktion wird von verschiedenen Gruppie­run­gen, Vereinen und Kon­fess­ionen unterstützt. In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Teilnehmer stetig gesteigert. Es wäre schön, wenn das auch für dieses Jahr gelten würde. Wer nach Berlin kommen möchte, um dabei zu sein, dem bin ich auf der Suche nach einer Unterkunft gerne behilflich. Wenn es gewünscht wird, stelle ich auch noch ein Rahmenprogramm zusammen.

Umzug, Ehe, Kind. Erledigt. Weiter geht´s!

Vor ein paar Monaten habe ich meine Kreuzberger Wohnung aufgegeben und bin in den südlichen Teil des Wedding, nahe der Bernauer Strasse gezogen. Die alte Wohnung am Südstern war für zwei nicht groß genug und jetzt - da wir zu dritt sind - hätte sie ganz sicher vorn und hinten nicht gereicht.

In der Gegend um den Bergmann- und Dieffenbachkiez habe ich mich lange wohlgefühlt. Es war von allem etwas da, alt und jung, bunt, lebendig und unaufgeregt. Vermissen werde ich die Abende in der "Legende", die mir über Jahre ein zweites Wohnzimmer gewesen wäre, wenn ich denn ein erstes gehabt hätte. Leider wird es dort in naher Zukunft kaum Gelegenheiten geben, sich bei einem guten Glas und einer schönen Zigarre mit Freunden und Zufallbekannschaften in ernsthafte Gespräche zu vertiefen.

Zu den Vorzügen, die mein neuer Standort, abgesehen von der schönen und günstigen Wohnung hat, gehört auch die große Nähe zu St. Afra, von der ich mir verspreche, mein Glaubens- und Gebetsleben etwas vertiefen zu können. Im Vergleich zu anderen, die Anfahrten von Gott weiß woher in Kauf nehmen, wohne ich jetzt Tür an Tür mit der Kirche. Das scheint kein schlechter Ausgangspunkt zu sein.