Mittwoch, 29. September 2010

Josef Bordat: Gewissensfreiheit in Europa

Das Europäische Parlament hat am 7. Oktober über einen Gesetzentwurf zu entscheiden, der die Krankenhäuser in Europa verpflichtet, ihr medizinisches Personal zu zwingen, auch gegen Vorbehalte des Gewissens, Abtreibungen durchzuführen sowie Maßnahmen einzuleiten, die aktiver Sterbehilfe entsprechen.

Josef Bordat hat einen hervorragenden Artikel dazu geschrieben. Damit am Ende keiner sagen kann, er habe nichts gewußt, bitte lesen und weiterempfehlen. Hier geht es zum Artikel...

Kommentare:

jobo72 hat gesagt…

Ich habe Fehler gemacht.

Ich lege größten Wert darauf, korrekt und genau zu schreiben. Ich möchte Probleme nicht größer und Sorgen nicht kleiner schreiben. Das gelingt mir oft gut, wie ich an den Reaktionen merke. In dem Text, auf den hier verwiesen wird, ist mir das nicht gut gelungen.

Ich erhielt die Nachricht von den Vorgängen, über die ich in dem Text schreibe, von „Europe for Christ“ (Titel: „URGENT: Freedom of Conscience in Danger!“), die sich wiederum auf ein Gutachten des European Centre for Law and Justice (ECLJ) stützen, das den PACE Report kritisch analysiert.

Ich habe daraufhin zu schnell geschrieben, zu kurz nachgedacht und zu wenig geprüft. Das tut mir Leid.

[...]

jobo72 hat gesagt…

Es haben sich Fehler und Ungenauigkeiten eingeschlichen:

1. Es handelt sich nicht um das Europäische Parlament, sondern um die Parlamentarische Versammlung des Europarats.
2. Es handelt sich bei dem fraglichen Text nicht um einen Gesetzentwurf, sondern um einen Report.
3. Einige Formulierungen habe ich im Text korrigiert. Sie entsprachen nur sinngemäß dem Tenor des Reports, stammten aber aus dem Gutachten zu dem Report. Ich habe nun ausschließlich Zitate aus dem Report verwendet, weil die Zitate aus dem Gutachten bereits Zuspitzungen und Interpretationen enthalten. Ich wollte und will nicht den Eindruck vermitteln als seien diese aus dem Report entnommen.

Es handelt sich dabei um folgende Formulierung aus einem Passus des Gutachtens(!):

Among its more unacceptable provisions, this Council of Europe document asks the European
Member States:
- to “oblige the healthcare provider to provide the desired treatment to which the
patient is legally entitled [i.e. abortion] despite his or her conscientious objection”,
- to oblige the healthcare provider to take part indirectly, in all circumstances, in
abortion and other critical medical practices despite their conscientious objection,
- to oblige the healthcare provider to prove “that their objection is grounded in their
conscience or religious beliefs and that the refusal is done in good faith”,
- to deprive “public/ state institutions such as public hospitals and clinics as a whole”,
from the “guarantee of the right to conscientious objection”,
- to create a “registry of conscientious objectors”,
- to create “an effective complaint mechanism” against the conscientious objectors.

Ich habe beispielsweise übersehen, dass der zweite Punkt kein Zitat ist, also nicht wörtlich aus dem Report stammt. Ich habe die betreffende Stelle aus meinem Text gestrichen.

jobo72 hat gesagt…

Ich danke Pater Engelbert Recktenwald für die Hinweise zu (1) und (2). Auf (3) bin ich durch eigene Recherchen auf Anregung von Manfred gestoßen, die ich vor Veröffentlichung hätte anstellen sollen. Mein Vertrauen in „Europe for Christ“ ist auf eine Probe gestellt, wurde doch in der Mail suggeriert, es handle sich um Passagen aus dem Report selbst. Der Fehler, das ungeprüft zu übernehmen, liegt jedoch eindeutig bei mir.

Ich danke ihnen für Ihr Vertrauen, das Sie mir mit der Verlinkung entgegengebracht haben, das ich in diesem Fall leider nicht rechtfertigen konnte. Wenn Sie aufgrund dessen den Hinweis auf den Beitrag zurücknehmen, habe ich dafür volles Verständnis.

Ich bin zwar jetzt der Meinung, einigermaßen die Richtung des Reports erkannt zu haben und den Sachverhalt richtig wiederzugeben (was schon deswegen schwer ist, weil er sich an einigen Stellen für meine Begriffe widerspricht – der „provider“-Begriff ist beispielsweise unklar), doch bitte ich Sie – und jede Leserin und jeden Leser - , meine Analyse anhand der Originaldokumente selbst auf Darstellungs- und Folgerichtigkeit zu prüfen.

PACE-Report:
http://assembly.coe.int/Documents/WorkingDocs/Doc10/EDOC12347.pdf

ECLJ-Gutachten:
http://www.eclj.org/pdf/ECLJ_MEMO_COUNCIL_OF_EUROPE_CONSCIENTIOUS_OBJECTION_McCafferty_EN_Puppinck.pdf


Ich glaube, dass die Gefahr für die Gewissensfreiheit grundsätzlich so besteht, wie ich sie empfinde und dass die Kernaussagen zum Gewissen und zu dessen Bedeutung von meinen Fehlern unberührt bleiben. Dennoch: Sie richtigzustellen ist mir ein Herzensanliegen.

Ihr
Josef Bordat