Sonntag, 29. November 2009

Introitus Dominica Prima Adventus: Ad te levavi

Eine besinnliche und segensreiche Adventszeit!

In den kommenden Wochen wird es auf diesem Blog etwas stiller werden. Vielleicht noch stiller als die letzten Wochen. Neben einigen anderen Dingen werde ich die Fastenzeit nutzen, um mich - soweit es meinem privaten Vergnügen dient - auch des Internets zu enthalten, Hoch- und Herrenfeste ausgenommen. Kurz vor Weihnachten zieht es mich dann auch schon wieder für ein paar Wochen in die USA.

Ich wünsche allen eine besinnliche und segensreiche Adventszeit!

Samstag, 28. November 2009

Vor der heiligen Messe am Institut St. Philipp Neri

Mit zehn Gerechten über den Atlantik

Seit einigen Tagen bin ich wieder in Berlin. In Bloomington verging die Zeit wie im Flug. Ein Vergleich, der, läge man meinen Rückflug zugrunde, eine ganz andere Bedeutung erhielte. Nicht nur die Stunden des Fluges, auch die Stunden des Aufenthaltes schienen endlos. Ein gutes Buch hätte helfen können, wenn ich dazu nach einem schweren Abschied noch die Muße gehabt hätte. Wahrscheinlich wäre es zu hoch gegriffen, wenn ich behauptete, seit dieser Reise zu den intimen Kennern des Flughafens Newark zu zählen. Daß ich jedoch das Terminal C weit über meine Bedürfnisse erschlossen habe, kann ich mit Sicherheit sagen.

Das stundenlage Warten vor dem Abflugschalter machte mich für alle neuen Eindrücke dankbar und senkte auch den Anspruch diese zuzulassen. Ab einem bestimmten Zeitpunkt schien es, als hätte ich für jede Erscheinung des Flughafens eine passende Schublade gefunden, und stand kurz davor, meine Aufmerksamkeit einem einheimischen Nachrichtensender zuzuwenden. Ein Los, das zum Glück von einer Gruppe Satanisten-Rocker abgewandt wurde, die mit mir im gleichen Flugzeug reisen sollte. Ob ihres Auftritts begann in einer nebenstehenden Frauengruppe, aus der mich noch kurz zuvor die Worte "Ja", "Sonntag" und "Bibelkreis" angeweht hatten, eine Dame mit gesenkter Stimme über die Symbole des Lügenvaters auf den Kutten der Rocker zu dozieren.

Mir taten die Rocker leid. Sie waren Ende dreissig bis Anfang vierzig, beleibt und von oben bis unten tätowiert. Ich stellte mir vor, wie bedauerlich es wäre, das rebellische Verhalten der Jugend bis ins hohe Erwachsenenalter perpetuieren zu müssen, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Während sich die Gemüter der Damen an den Schätzen des Malleus Maleficarum gütlich taten und verschiedene Ober- und Unterteufel sortierten, sprach ich für die Jünger Satans ein Gebet, hoffte auf zehn Gerechte an Bord und verkniff mir den Hinweis an die Damen, beim Verlassen des Flugzeugs besser nicht zurückzuschauen.

Freitag, 13. November 2009