Mittwoch, 30. September 2009

Neu in der Blogozese - Schutzpatronin Caecilia

Bevor ich mich für zehn Tage nach Italien ab­setze, um dort auf der Alfa Romeo Test­strecke ein paar Runden zu drehen, möchte ich "Caecilia - Notizen zur kath­olischen Kirchenmusik" vorstellen. Caecilia wird als die Patronin der Kirchen­musik verehrt. Das Blog wird von einem Kirchenmusiker geführt. Neben Vox Coelestis ist das dann der zweite in der Blogozese.

Montag, 28. September 2009

Elsa schreibt an die Amadeu Antonio Stiftung

Die Amadeu Antonio Stiftung hat den Aufruf zur Demonstration gegen den Berliner Schweigemarsch "1000 Kreuze für das Leben" unterstützt. Der Schweigmarsch hat auf die täglich hundertfache Tötung von ungeborenen Kindern aufmerksam gemacht. Die Gegendemonstration hatte es sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele der mitgeführten Kreuze zu entwenden und in die Spree zu werfen. Dabei wurden die Schweigenden und Betenden beschimpft und beleidigt (siehe auch die vorangegangenen Beiträge: hier und hier).

Elsa hat an die Stiftung einen Brief geschrieben, den sie auch auf ihrem Nacht(b)revier veröffentlicht. Im folgenden gebe ich dessen Wortlaut wieder Ich unterstützte diesen Brief und hoffe, daß sich viele anschließen. Die 55 Cent sind gut investiert:


An die
Amadeu Antonio Stiftung
Linienstraße 139
10115 Berlin
info@amadeu-antonio-stiftung.de


Sehr geehrte Damen und Herren,

auf Ihrer stiftungseigenen Internetseite "Mut gegen rechte Gewalt" werden regelmäßig Initiativen und Projekte vorgestellt, um die "langfristige Stärkung einer demokratischen Kultur" zu unterstützen.
Anlässlich der Kundgebung christlicher Lebensschützer, dem Schweigemarsch "1000 Kreuze für das Leben", fand sich auf der Seite Mut gegen rechte Gewalt die Ankündigung zu einer Gegenaktion mit dem Titel "1000 Kreuze in die Spree" verschiedener Aktions-Bündnisse. Als Rechtfertigung für den Aufruf, eine friedliche Kundgebung von betenden Christen massiv zu stören, wurde angegeben, die Teilnehmer des Trauermarsches seien "antifeministisch" und hätten als "fundamentale Christen" ein "völkisches Familienverständnis".

Während des Schweigemarsches, zu dem verschiedene namhafte Politiker sowie die Vertreter der beiden großen Kirchen Grußworte ausrichten ließen, wurden Demonstranten angepöbelt, beschimpft, bespuckt, eine behinderte Sportlerin - die Paralympics-Siegerin Michaela Fuchs - beleidigt und eine Frau verhöhnt und niedergebrüllt, die über ihr Post-Abortion-Trauma sprach. Außerdem wurden Kreuze entwendet und entsprechend dem Motto der Gegendemonstration in die Spree geworfen.
Die Amadeu-Antonio-Stiftung bekennt sich zu ihrem Ziel, eine zivile Gesellschaft zu fördern, die anti-demokratischen Tendenzen entschieden entgegentritt. Dieses Ziel ist uneingeschränkt zu bejahen.

Darum hätten wir auch gerne gewusst
a) wie der Aufruf zur Gewalt gegen einen Schweigemarsch friedlicher, betender Christen mit dem Ziel der Stiftung, der Stärkung einer demokratischen Kultur, vereinbar ist?
b) Bedeutet Mut gegen rechte Gewalt für die gemeinnützige Amadeu-Antonio-Stiftung Mut zu linker Gewalt?
c) Wie kommt die Stiftung dazu, einen gewaltfreien Schweigemarsch betender Christen unter "rechte Gewalt" einzuordnen - rechte Gewalt, wie sie zu dem Mord an Amadeu Antonio führte?
d) Wie steht eine gemeinnützige Stiftung zu der Tatsache, dass unter ihrem Namen ein Aufruf zur Schändung des zentralen Symbols einer religiösen Gemeinschaft erfolgen darf?

Über eine Antwort würden wir uns freuen, behalten uns jedoch vor, sie zu veröffentlichen. Diese Anfrage geht auch an Freunde und Förderer der Stiftung, wie etwa Wolfgang Thierse.

Mit freundlichen Grüßen nach Berlin

Sonntag, 27. September 2009

Samstag, 26. September 2009

1000 Kreuze für das Leben - oder in die Spree

Eben komme ich vom Schweigemarsch zurück. Die Kundgebung zu Beginn war sehr bewegend. Eine junge Frau erzählte wie sie ihr Kind in der elften Woche abgetrieben hat. Wie man sie zu dieser Entscheidung gedrängt und wie man sie alleingelassen hat und wie schwer es für sie ist, mit dieser Entscheidung zu leben.

Die Gegendemonstranten standen mit im Publikum und skandierten "Heul doch", "Stell dich nicht so an" oder auch die mittlerweile gängigen Phrasen "Hätt´ Maria abgetrieben, wärd ihr uns erspart geblieben", "Religion ist heilbar" usw. Ich werde noch ein Video Online stellen.

Wieder zuhause, klingt das Erlebte in mir nach: Die Trauer um den Verlust ungeborenen Lebens auf der einen und die Verhöhnung der Trauernden, die Lust an der Provokation auf der anderen Seite. Es ist bedrückend, zu sehen, wie unmenschlich Menschen im Namen der Menschlichkeit auftreten können.

Mich macht das traurig.

Donnerstag, 24. September 2009

Mittwoch, 23. September 2009

Meldungen aus der Blogozese

Peter Winkel­johann schreibt "Angulo Juans Blog". Er stu­diert katho­lische Theo­logie. In seinen Bei­trägen ver­ar­bei­tet er seine Er­­fah­­run­gen mit dem Ja­­kobs­­weg.
Aus Rom schreibt Bruder Lukas "Gotteslob". Das Blog gefällt mir aus­ge­sprochen gut, sowohl der Form als auch dem In­halt nach.

Austritte aus der Kirche erschrecken Bischöfe

Seit ein paar Tagen rauscht es im Blätterwald. Die Bischöfe sind alarmiert. Immer mehr Menschen erklären, keine Kirchensteuer mehr zahlen zu wollen. Nach der Auffassung der Bischöfe schließt das vom Empfang der Sakramente aus und heißt im Amtsdeutsch der Kirche: Kirchenaustritt. Was aber macht man mit denen, die sich bereits selbst aus freien Stücken vom Empfang der Sakramente ausgeschlossen haben?

Wenn neun von zehn Katholiken sonntags nicht mehr in die Messe gehen, dann ist die Frage berechtigt, was diese Menschen in der Kirche hält. Man muß sich wundern, warum manche der Kirche weiter ihre Steuer entrichten, obwohl sie sich schon lange innerlich abgewandt haben. Liegt es an dem bürokratischen Aufwand, ein Formular auszufüllen und bei einer staatlichen Stelle einzureichen? Ist es das gute Gefühl um Weihnachten, dem armen Kind auf dem Misereor-Plakat geholfen zu haben?

Müßten nicht eigentlich viel mehr Menschen, wenn sie sich ehrlich machen, aus der Kirche austreten? Mich wundert, daß überhaupt noch Kirchensteuer gezahlt wird, die deutschen Bischöfe wundern mich nicht.

"Politisch Unpolitisches" zu diesem Thema: Austrittswelle.

Dienstag, 22. September 2009

Die Blogozese hört nicht auf zu wachsen

Conservare ist "ein einfaches katholisches Weblog für die Evangelisation, für das Leben und die Kirche" und jetzt in meiner Leseliste. Herzlich Willkommen in der Blogozese!

Spekulationen zum Ende des großen Schismas

Der russisch-or­tho­doxe Erz­bisch­of Hilari­on Alfeyev be­such­te Papst Benedikt XVI. am 18. Sep­tem­ber. An­ge­sichts des Treffens spe­ku­liert die römische Nach­rich­ten­agen­tur Zenit auf schnelle Schritte zur Über­win­dung des "großen Schismas": "Das Ende der Spal­tung kann schneller und un­er­war­te­ter kommen, als viele glauben", schreibt Zenit.

Sister Act - eine himmlische Karriere

Gestern Abend schaltete ich im Fernsehen über Sister Act, die Geschichte einer schwarzen Sängerin, die als Zeugin eines Mordes zum Schutz in einem Kloster untergebracht wird. Dort belebt sie - gegen den Widerstand der strengen Mutter Oberin - den angestaubten Nonnenchor mit unterhaltsamen Gospel Einlagen. Der Chor des Klosters hat Erfolg. Er darf auch vor dem Heiligen Vater auftreten, der gerade zu Besuch in San Francisco ist: Der Chor vor dem Altar, der Heilige Vater auf der Empore und junge Leute, die sich fröhlich in den Bänken wiegen.

Es gab eine Zeit - zwischen meiner Kommunion und meiner Firmung -, da habe auch ich mit dem Gedanken geliebäugelt, der Gottesdienst könne von etwas mehr guter Unterhaltung profitieren. Es würden mehr kommen und sie wären lieber da, vor allem die Jüngeren, so wie ich. Nur, damals kam ich nicht zur Messe, um Gott in einem Ereignis kosmischen Ausmaßes zu begegnen. Das auch nur zu denken, wäre mir befremdlich gewesen. Daß die Feier der Messe eine innere Haltung erfordert, die nachgerade nicht auf Unterhaltung angelegt ist, habe ich erst Jahre später erkennen dürfen.

Montag, 21. September 2009

Gläubige ob der fehlenden Nachfolge enttäuscht

Pastoralreferent Matthias Fuchs verläßt seine Seel­sor­ge­ein­heit. in der Erzdiözese Freiburg. Einen Nach­folger gibt es nicht. Die Heil­bronner Stimme berichtet: Nach einer stimmungs­vollen Abschieds­feier, "die er in Form einer Predigt bei der abendlichen Eucharistie­feier maßgeblich mit­gestaltet hat", erklärt Fuchs, daß viele Gemeinde­mit­glie­der ob der fehlenden Nach­folge ent­täuscht und auch wütend seien. "Obwohl es eigent­lich der Part des Pfarrers ist, die Predigt beim Gottes­dienst zu halten, hat Fuchs diese Aufgabe bei seinem Abschied selbst über­nommen." Der "Geistliche" nutzte die Stunde, "um Visionen zu entwerfen, wie eine moderne Kirche aussehen könnte". Am Ende des Gottes­dienstes verabschiedete Dekan Knobelspieß den Pastoral­referen­ten.

Sonntag, 20. September 2009

Lohmann sagt: Mitmachen und einmischen!

Der katholische Publizist Martin Lohmann wirft der CDU vor, daß sie ihr christliches Fundament vernachlässigt. Mit der Internetzeitung "Die Freie Welt" spricht er über das Programm der Union und über Angela Merkel, aber auch über die Möglichkeiten, das politische Engagement von Katholiken in der CDU zu stärken:

FreieWelt.net: "Was müsste geschehen, um die CDU für Katholiken und andere Christen wieder attraktiver zu machen?"

Martin Lohmann: "Vielleicht durch ein solches Signal. Vielleicht dadurch, dass sich katholische Christen klarer und hörbarer zu Wort melden. Vielleicht dadurch, dass Katholiken die Union unterwandern. Man sollte nicht mit Austritt drohen, sondern scharenweise eintreten in eine Partei, die das C im Namen hat und bei der man durch die Mitglieder und die handelnden Personen hören und sehen kann, dass Christen sehr viel anzubieten haben für eine zukunftssichere Politik mit Humanität und Qualität. Jammern alleine reicht nun wirklich nicht. Mitmachen! Mitmachen! Mitmachen! Einmischen! Einmischen! Einmischen! Wenn C-Profile in der Union verschwunden sind, dann braucht die Union vor allem kluge, tolerante und einsatzbereite C-Köpfe."

Das ganze Gespräch gibt es auf "Die Freie Welt".

Samstag, 19. September 2009

Sensation: In Limburg spukt es schon länger

Das Bistum Limburg feiert am 20. September das Kreuzfest unter dem Leitwort: "Christi Kreuz - der Christen Kraft". Der Bischof, Franz-Peter Tebartz-van Elst, lädt dazu alle Katholiken herzlich ein. In der Pressemitteilung heißt es zu seinem Einladungsschreiben: "Er erinnert an die Geschichte des Kreuzesfestes: Bischof Dr. Wilhelm Kempf hat das Bistumsfest 1959 initiiert. Im Geiste des Zweiten Vatikanischen Konzils, wollte er die Vielfalt des kirchlichen Lebens im Bistum erfahrbar machen und stellte die Verehrung der Kreuzesreliquie ins Zentrum des Bistumsfestes."

Das Zweite Vatikanische Konzil fand vom 11. Oktober 1962 bis zum 8. Dezember 1965 statt. Wie kann also der Geist des Konzils drei Jahre vor dessen Beginn durch das Bistum gegangen sein? Wie kann der Schloßherr bleichgewandet mit den Ketten rasseln, wenn er doch noch quietschfidel an seiner Tafel sitzt? Wer schreibt in Limburg diese Geistergeschichten? Und liest der Bischof eigentlich auch mal die Pressemitteilungen seines eigenen Hauses?

Freitag, 18. September 2009

Drei Neue in meiner Leseliste

Seit jüngstem bloggt auch Christian in der Blogozese. Ich wünsche ihm viel "Geist und Feuer" dazu! Es wird sicher interessant. Unsere Gespräche schätze ich sehr.
Mit Interesse verfolge ich auch Alexanders "ultra montes - Jenseits der Berge". Alex­ander ist Student der Theo­logie und Priester­amts­kan­di­dat.
Da ich wohl kaum Ge­le­gen­heit be­kommen werde, den All­tag eines Frauen­klosters per­sön­lich kennen­zu­lernen, freue ich mich über die Ein­blicke, die das Blog "OP-Jugend" gewährt.

Und eben bekomme ich über Elsa noch einen vierten in die Liste. Marcus mit dem C. findet man jetzt auch unter "Sankt Irenäus, bitte für uns".

Donnerstag, 17. September 2009

Zentralkomitee statt Katholischem Arbeitskreis

Aus einem Gespräch der Katholischen Nachrichtenagentur mit dem Politikwissenschaftler Antonius Liedhegener. Das ganze Gespräch gibt es beim Kölner Domradio.

KNA: Der­zeit gibt es Über­le­gun­gen zur Grün­dung eines Katho­lisch­en Ar­beits­krei­ses der CDU nach dem Pendant auf evan­ge­li­scher Seite.
Liedhegener: Das wäre ein Rückzug in ein katholisches Ghetto und würde dem Gestaltungsanspruch in einer zugegeben pluralen Gesellschaft nicht gerecht. Der Gedanke mag zwar zunächst naheliegen. Aber er passt nicht zum Selbstverständnis der Union. Die Wirkung des politischen Katholizismus in der jüngeren Geschichte beruht darauf, dass es ein dichtes, vielfältiges Netzwerk von Kontakten gab, mit Gremien wie dem ZdK, der Deutschen Bischofskonferenz, dem Katholischen Büro in Berlin. Darauf kommt es an. Diese Kontakte müsste die Union stärken.

KNA: Ist die Debatte auch eine Folge der Papstkritik Merkels?
Liedhegener: Angela Merkel als protestantische Kanzlerin - das ist ein echtes Thema der Unionsparteien. Die erfolgreichen Bundeskanzler Konrad Adenauer, Kurt Georg Kiesinger, Helmut Kohl waren Katholiken und waren fest verankert vor allem im rheinischen Katholizismus. Ludwig Ehrhard war Protestant, er blieb eine Episode in den 1960er Jahren. So bleibt jetzt eine Fremdheit. Aber Merkel hat in der Williamson-Affäre letztlich nur auf eine kirchliche Entwicklung reagiert: Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist die katholische Kirche immer auch Teil der Zivilgesellschaft. Damit misst sich ihr eigenes Handeln auch an jenen Maßstäben, die eine demokratische Gesellschaft ausmachen. Das heißt: am Bekenntnis zu den Menschenrechten und zur Menschenwürde, an der Ablehnung von Rassismus und Holocaustleugnung. Und darauf hat Merkel angemessen reagiert.

Leidenschaftlich glauben und leben - kfd verbindet

In dieser Woche veranstaltet der Katholische Frauenverband eine Aktionswoche unter dem Motto "leidenschaftlich glauben und leben - kfd verbindet". Das Programm verteilt sich auf das ganze Bundesgebiet. Am 20. September wird "an allen Aktionsorten eine Andacht mit gleichlautenden Texten und Liedern gefeiert werden. Die Texte dazu findet man hier, die Lieder hier. Verantwortlich zeichnet Isolde Niehüser aus der Bundesgeschäftsstelle des Verbandes.

Durch den regelmäßigen Besuch der heiligen Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus am Institut St. Philipp Neri bin ich mit den Gepflogenheiten und Verbindlichkeiten in deutschen Pfarrgemeinden nicht hinreichend vertraut. Ich lasse mir deshalb gerne helfen, wenn es gilt, die Form und den Inhalt dieser kfd-Andacht in das liturgische Handeln der Kirche einzuordnen.

Die Andacht beginnt mit einer "liturgischen Eröffnung" durch die "Gottesdienstleiterin". Sie spricht: "Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes, der uns erschaffen hat und erhält, im Namen Jesu Christi, der sich uns zuwendet und mit uns geht und im Namen der Geisteskraft, die unsere Leidenschaft weckt und uns eint." Was bitte soll denn Geisteskraft heißen?

Noch vor Beginn der Aktionswoche zieht die Autorin des Eröffnungstextes ihr Resümee: "Die Frauen waren offen für neue Erfahrungen, interessiert an den Menschen, die etwas zu sagen haben und sicherlich lustvoll bei ihrer Entdeckungsreise an ungewöhnlichen Orten. In dieser Woche war spürbar: Die KFD ist eine starke Gemeinschaft, die etwas wagt." Verfügt die Autorin über prophetische Gaben oder ist sie am Ergebnis gar nicht interessiert?

Nach der Begrüßung werden die Aktivitäten der Aktionswoche noch einmal vorgestellt. Ich spare mir die Vorstellung. Dann erfolgt ein "Austausch mit den Nachbarinnen", gefolgt von dem Lied "Lasst uns miteinander gehn", mit den bewegenden Zeilen: "Wenn wir liebend unsre Welt gestalten, wenn Begegnung geschieht, werden wir vereint die Wunden heilen, teilen Last und Brot, teilen Last und Brot." Ist das Absicht mit dem "Brot"?

Zu meinem Erstaunen gibt es auch ein Tagesgebet, das mit den Worten endet: "Darum bitten wir dich mit der Kraft die vom Geist Gottes ausgeht und die in der Einheit mit Jesus Christus in uns lebt." Wir bitten mit der Kraft vom Geist Gottes? Ist das jetzt die heilige Zweifaltigkeit? Wo ist denn der Heilige Geist geblieben und was ist die Kraft, die vom Geist Gottes ausgeht? Gibt es hier irgendein Problem mit dem Heiligen Geist, von dem ich noch nichts weiß?

In der Lesung geht es dann um Frauen, die durch Christus geheilt wurden: Maria Magdalena, Johanna und Susanna. In den "Gedanken zur Predigt" wird darauf noch einmal Bezug genommen. Sie alle seien Jesus persönlich begegnet und wären von Krankheiten oder von Dämonen geheilt worden, bei denen es sich um "wohl damals unbekannte, vermutlich epileptische Krankheiten" gehandelt habe. Ist da wieder mal eine Begegnung fällig?

Und weiter: "Auch Frauen waren mit Jesus unterwegs, genauso wie die zwölf, die mit den Aposteln gleichgesetzt werden". Es gäbe einige Bibelstellen, die nahelegen, daß auch Frauen mit Jesus umhergezogen seien, mit nicht minderer Begeisterung und Leidenschaft. - Es gäbe einige Bibelstellen, die das nahelegen? Wie bitte? War und ist die Kirche nicht voll von Frauen, die Christus nachfolgen oder gibt es ein Problem mit der Untescheidung von Jüngern und Aposteln?

Nach den "Gedanken zur Predigt" nehmen sich die Besucher des "Gottesdienstes" bei den Händen und schaffen "ein Band der Verbundenheit über die Bänke und Stühle hinweg". Es folgt ein Moment der Stille und dann - die Fürbitten. Nichts dazu.

Nach dem "Vater unser", zu dessen Doxologie die Teilnehmer aufgefordert werden, die Arme für einen Moment ganz nach oben und langsam wieder herunter zu nehmen, folgt der Friedensgruß. Auch hier gibt es einen Hinweis der Leiterin: "Gottes Friede ist uns zugesagt. Wünschen wir einander den Frieden. Verlassen sie ihren Platz, gehen sie durch den Raum, gehen sie aufeinander zu." Hat sich der Handschlag zum Friedenskuß schon vollkommen verselbständigt?

Wer bis hier durchgehalten hat, hört dann noch den "Segen" und die "Sendung" der "Gottesdienstleiterin": "Lebendiger Gott, wir danken dir für Begegnungen, die uns fordern, für Erfahrungen, die uns bereichern, für dein Wort, das uns gegeben ist. Wir öffnen uns für die Geisteskraft" - schon wieder diese ominöse Geisteskraft - "die uns lebendig macht."

Bin ich hier einem Spaß aufgesessen? Ist das ein skurriler Einzelfall oder ist es vielleicht gar üblich? Gibt es Menschen, die einer solchen Veranstaltung ernsthaft beiwohnen? Lebe ich auf einer liturgischen Insel? Gibt es jemanden, der als Seelsorger für den Verband der katholischen Frauen bestellt ist? Fragen über Fragen. Die "Abschlussandacht" findet in zwei Tagen statt.

Mittwoch, 16. September 2009

Zur Bundestagswahl: Ein Kröte mit viel Zuckerguß

Wenn es die CDU bei der kommenden Bundestagswahl schafft, das Ergebnis der letzten Bundestagswahl zu halten, dann wird Frau Merkel weiter regieren, gleich ob in einer großen oder einer bürgerlichen Koalition. Wenn man will, daß Frau Merkel weiter regiert, dann wird es sicher reichen, nur die Union zu wählen - obwohl auch eine Stimme bei der SPD nicht schaden muß. Wenn man weder Frau Merkel noch die Linke regieren sehen möchte, muß man leider andere Wege beschreiten.

Jesus von Nazareth: Solidarisch bis zum Tod

Über die Solidarität im Leben und der Botschaft Christi lese ich im Kompendium der Soziallehre der Kirche folgendes: "Der absolute Gipfel des hier entworfenen Panoramas ist das Leben Jesu von Nazareth, des neuen Menschen, der bis zum "Tod am Kreuz" (Phil 2,8) mit der Menschheit solidarisch war. ... Jesus von Nazareth lässt das Band zwischen Solidarität und Liebe vor den Augen aller Menschen sichtbar werden und in seiner ganzen Bedeutung erstrahlen."

Ich frage mich, ob man die Solidarität, einen Begriff des säkularen 19. Jahrhunderts, wirklich über den Kreuzestod mit der Liebe verknoten muß. Wird die Kirche nicht mehr verstanden, wenn sie von Nächstenliebe spricht? Wenn ich bedenke wie kürzlich selbst ein Erzbischof das Geschehen am Kreuz auf eben diese Solidarität verkürzte, scheint mir das Ganze eher der Verwirrung als der Klärung zu dienen.

Gott achtet die Freiheit seiner Geschöpfe

Gott ist Herr über seinen Ratschluß. Aber um ihn auszuführen, bedient er sich auch der Mitwirkung der Geschöpfe. Er gibt seinen Geschöpfen nicht nur das Dasein, sondern auch die Würde, selbst zu handeln, Ursache und Ursprung voneinander zu sein und so an der Ausführung seines Ratschlusses mitzuarbeiten. In seiner unendlichen Weisheit und Güte wollte Gott eine Welt erschaffen, die „auf dem Weg“ zu ihrer letzten Vollkommenheit ist. Dieses Werden bringt nach Gottes Plan mit dem Erscheinen gewisser Daseinsformen auch das Verschwinden anderer mit sich, mit dem Vollkommenen auch weniger Vollkommenes, mit dem physischen Guten auch das physische Übel. Den Menschen gewährt Gott die Möglichkeit, vernünftige, freie Ursachen zu sein, um das Schöpfungswerk zu vervollständigen und seine Harmonie zu ihrem und der Mitmenschen Wohl zu vervollkommnen. Gott ist auf keine Weise, weder direkt noch indirekt, die Ursache des moralischen Übels. Er läßt es jedoch zu, da er die Freiheit seines Geschöpfes achtet, und er weiß auf geheimnisvolle Weise Gutes daraus zu ziehen. Wenn auch das Böse dadurch nicht Gut wird.

Katechismus der katholischen Kirche

Samstag, 12. September 2009

Montag, 7. September 2009

Gott ist die erste Ursache und das letzte Ziel

Mit seiner Offenheit für die Wahrheit und Schönheit, mit seinem Sinn für das sittlich Gute, mit seiner Freiheit und der Stimme seines Gewissens, mit seinem Verlangen nach Unendlichkeit und Glück fragt der Mensch nach dem Dasein Gottes. Die Welt und der Mensch bezeugen, daß sie weder ihre erste Ursache noch ihr letztes Ziel in sich selbst haben, sondern daß sie am ursprungslosen und endlosen Sein schlechthin teilhaben. Auf diesen verschiedenen „Wegen“ kann also der Mensch zur Erkenntnis gelangen, daß eine Wirklichkeit existiert, welche die Erstursache und das Endziel von allem ist, und diese Wirklichkeit „wird von allen Gott genannt“ (hl. Thomas von Aquin, Summe der Theologie 1, 2, 3).

Katechismus der katholischen Kirche

Sonntag, 6. September 2009

Die Anhänger der "gelebten Ökumene" sind sauer

Vor einigen Wochen meldeten "Der Westen" und "Die Ruhrnachrichten", daß der ökumenische Weihnachtsmarkt in der Pfarrgemeinde Ergste bedroht sei, weil Pfarrer Peter Iwan es abgelehnt habe, die heilige Messe am Vormittag des ersten Advents für einen ökumenischen Gottesdienst ausfallen zu lassen. Er berufe sich dabei auf eine Verordnung der Kirche, die vorschreibt, ökumenische Gottesdienste nicht zu Zeiten zu veranstalten, zu denen üblicherweise Messen gefeiert werden.

Pfarrer Iwan habe den Samstag Abend oder den Sonntag Nachmittag vorgeschlagen. Die Organisatoren des Weihnachtsmarktes hätten jedoch beide Termine zurückgewiesen und festgestellt, ohne den ökumenischen Gottesdienst keinen Weihnachtsmarkt veranstalten zu wollen. Iwans Vorgänger Hans-Peter Riepe habe diese Verordnung nie erwähnt.

Zehn Jahren habe man den Weihnachtsmark veranstaltet und schon im letzten Jahr habe es irritierte Menschen in den Kirchenbänken gegeben. "Viele waren ins katholische Gotteshaus gegangen, im guten Glauben, die Ökumene zu feiern [!sic], wurden dann aber eines besseren belehrt: Es wurde eine Messe." Damals habe man keinen öffentlichen Aufstand gemacht, weil man dachte, der neue Pfarrer habe es nicht besser gewußt.

Die Anhänger der "gelebten Ökumene" im Ort sind sauer. Bernd Vickermann, der Initiator des Weihnachtsmarktes ist persönlich traurig. Thomas Gössling, der Pfarrer der evanglischen Gemeinde in Ergste spricht von einem Rückschritt. Immerhin seien in den neunziger Jahren 10.000 Euro für die Missionsarbeit in der Dritten Welt zusammengekommen.

Wie "Der Westen" Tage später berichtet, wächst der Druck, den die "aktiven Frauen und Männer" auf ihren Pfarrer ausüben. Bei einem Vortrag im Gemeindehaus St. Monika habe man ihm gesagt, daß er ein "Störenfried" sei. Er verteidigte sein Festhalten am Zeitpunkt der heiligen Messe, denn für die Verschiebung müsse es einen guten Grund geben. Er könne nicht erkennen, daß ein Weihnachtsmarkt hier Vorrang haben könne. Deshalb habe er auch keine Ausnahmegenehmigung beim Generalvikar des Bistums Paderborn beantragt. Das hat dann der Ergster Erich Pröpper getan, der evangelisch und ehrenamtlich in der katholischen Gemeinde tätig ist.

Am 4. September genehmigte daraufhin Generalvikar Alfons Hardt die Veranstaltung eines ökumenischen Gottesdienstes für den ersten Sonntag im Advent um 11.30 Uhr - die Ruhr Nachrichten berichten - einen früheren Zeitpunkt werde man von Seiten des Bistums nicht stattgegeben. Der "Arbeitskreis Adventsmarkt" ließ daraufhin verlauten, er sei mit dieser Regelung zufrieden und beginne jetzt mit der Vorbereitung. Der ökumenische Weihnachtsmarkt werde in jedem Fall stattfinden.

"Der Westen" berichtet von den Folgen der Auseinandersetzung. Der Vorstand des Stadtpfarramtes wünsche sich, daß "nach dem Finden von Kompromissen ... die hinter solchen Konflikten deutlich gewordenen Grundprobleme diskutiert und gelöst werden". Seine Konsequenzen aus dem Streit habe Arndt Büssing bereits gezogen. Er sei bereits vor zwei Wochen, nach dem ersten Bericht über die Auseinandersetzungen in Ergste, von seinem Amt als Mitglied des Pfarrgemeinderates zurückgetreten. Büsing ist Mediziner, Komponist und Autor des Buches „Regen über den Kiefern. Zen-Meditation für chronisch Kranke und Tumorpatienten“

Samstag, 5. September 2009

Ad multos annos! Kardinal Cordes wird 75

Paul Josef Kardinal Cordes vollendet heute sein 75. Lebens­jahr. Er ist seit 1995 Prä­sident des Päpst­lichen Rates "Cor Unum" in Rom. Cordes wurde am 5. Septem­ber 1934 im Sauer­land geboren. Nach dem Abitur studier­te er erst Medizin, wechsel­te dann aber zu Theo­lo­gie. Die Priester­weihe empfing er am 21. Dezember 1961. Die Bischofs­weihe erhielt er am 1. Februar 1976 durch Erz­bisch­of Johannes Joachim Degen­hardt. Am 2. Dezember 1995 wurde er zum Erz­bischof ernannt. Papst Benedikt XVI. berief ihn am 17. Oktober 2007 in das Kar­dinals­kollegium.

Dienstag, 1. September 2009

Der Mensch ist offen für das Unendliche

"Die Offenheit für die Transzendenz gehört zur menschlichen Person: Der Mensch ist offen für das Unendliche und für alles Geschaffene. Vor allem ist er für das Unendliche, also für Gott, offen, weil er sich mit seiner Intelligenz und mit seinem Willen über das Geschaffene und über sich selbst erhebt, sich von den Geschöpfen unabhängig macht, allem Geschaffenen gegenüber frei ist und nach der absoluten Wahrheit und dem absoluten Guten strebt. Er ist auch für den anderen, für die anderen Menschen und die Welt, offen, weil er nur dann Ich sagen kann, wenn er sich selbst in Bezug auf ein Du begreift. Er tritt aus sich und aus dem egoistischen Selbsterhaltungstrieb heraus, um mit dem anderen in eine Beziehung des Dialogs und der Gemeinschaft einzutreten."

Päpstlicher Rat für Gerechtigkeit und Frieden
- Kompendium der Soziallehre der Kirche