Samstag, 23. Mai 2009

Anselm Grün erwartet gemeinsames Abendmahl

Die "Katholische Internationale Presseagentur" berichtet, Pater Anselm Grün habe sich für ein gemeinsames Abendmahl von Protestanten und Katholiken auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag 2010 in München ausgesprochen. "Wir hoffen, daß es dann so sein wird", äußerte er auf dem Evangelischen Kirchentag bei einem Konzert des protestantischen Liedermachers Clemens Bittlinger. Für diese Bemerkung habe er, wie die Agentur vermeldet, großen Beifall erhalten.

Die "Katholische Internationale Presseagentur" hat ihren Sitz in der Schweiz. Sie ist eine Partneragentur der Katholischen Nachrichtenagentur in Deutschland und der Kathpress in Österreich. Pater Anselm Grün ist Cellerar der Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach. Neben einer umfangreichen Autorentätigkeit und vielen Vorträgen, kümmert er sich auch um die Betreuung von Geistlichen, die in eine Krise geraten sind.

Montag, 18. Mai 2009

Menschenfischer in pastoralen Suchprozessen

"Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!"

Mt 4, 19; Mk 1, 17.

„Ich weiß, dass die Begriffe Mission und missionarisch missverständlich und durch die Geschichte der Kirche belastet sind. Darum werbe ich für mein Verständnis dieser Worte: Wir befinden uns in einem pastoralen Suchprozess. Dessen Ziel muss es sein, dass die Kirche sozial, ethisch, ästhetisch und intellektuell bewohnbar bleibt oder wird.“

Bischof Gebhard Fürst

Singen und Notenlesen sind keine schwarze Kunst.

Gestern sang die Schola in klei­ner Be­setz­ung. Wir waren zu zweit, ohne Organist und Kantor. Der hatte sich nach Italien ab­ge­setzt. Eine Stunde vor der Messe trafen wir uns, um gemein­sam das Proprium durch­zusingen. Unter der Woche hatten wir jeder für sich geübt. Dazu bedurfte es - um dem Ein­druck der Mühe­losig­keit vor­zu­beugen - durchaus der ein oder anderen Stunde. Das Ordina­rium muß dann so gehen. Schließlich singen wir an allen Sonn­tagen zwischen Ostern und Pfingsten die erste Messe, das Proprium aber nur an einem Sonn­tag.

Die Gemeinde singt in der Oster­zeit vor der Messe das vidi aquam: "Ich sah Wasser fließen aus der rechten Seite des Tempels, Alleluia, und alle, zu denen es kam, wurden heil, und sie werden sagen: Alleluia, Alleluia. Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig." Ein Text, der über das Buch Ezekiel auf die geöffnete Seite des Gekreuzig­ten und auf die Gnade der Taufe verweist. Eine, wie ich finde, wunder­bare Verbin­dung von Wort, Sinn und Klang zum Gebet, mit einem Wort: Choral.

Daß die Gemeinde Teile des Chorals selber singt ist erst mit der Wieder­ein­führung des Chorals Anfang des zwanzig­sten Jahr­hunderts ein­ge­führt worden. In seinem motu proprio Tra le sollecitudini erklärt Pius X., daß die Kirchen­musik das Ziel habe, die Gläubigen aus ihrem profanen Alltag näher an Gott zu führen. Notwen­dig seien Heilig­keit, Univer­sa­li­tät und wahre Kunst. Im Choral fänden sich diese in höch­stem Maße. Der Choral sei somit der der Kirche eigene Gesang. Auch die Gemeinde, erklärt der Heilige, solle den Choral singen, damit sich die Gläubigen - wen wundert es - wieder aktiver an der Messe betei­ligen.

Der Priester stimmte also das vidi aquam an. Die Orgel setzte ein. Die Orgel spielte. Ich sang. Von der Empore hörte ich die Orgel - und mich. Wo war die Gemeinde? Ein Blick über die Brüstung. Alle waren noch da. Etwas mehr als hundert standen zwischen den Bänken. Die meisten hielten die Lippen ge­schlossen und sahen mit stoischer Ruhe auf das Geschehen im Altarraum, manche hielten sich an ihren Messbüchern fest.

Ich sang etwas lauter. Einige faßten Mut und fingen ebenfalls an zu singen, leider nicht mit uns, sondern zwei Töne hinter uns, zum Teil zwei Töne über uns. Die Orgel spielte weiter. Ich sang weiter. Die Gemein­de nahm Fahrt auf - und sang weiter hinter­her. Da sich die Gemeinde nicht ent­schließen konnte auf­zu­schließen, ließen wir uns zurück­fallen. Die Orgel wurde lang­samer. Die Gemeinde wurde lang­samer. Um zu hören, was die Gemeinde singt, sang ich leiser: der Gemeinde­gesang erstarb.

Ich sang etwas lauter. Einige faßten Mut und fingen eben­falls an zu singen, leider nicht mit uns, sondern zwei Töne hinter uns, zum Teil zwei Töne über uns. Die Orgel spielte weiter. Ich sang weiter. Die Gemeinde nahm Fahrt auf - und sang weiter hinter­her. Da sich die Gemeinde nicht entschließen konnte auf­zu­schließen, ließen wir uns zurück­fallen. Die Orgel wurde langsamer. Die Gemeinde wurde langsamer. Um zu hören, was die Gemeinde singt, sang ich leiser: der Gemeindegesang erstarb.

Ich sang etwas lauter ... Heiliger Pius, bitte für uns, ...

Die heilige Messe: Verstehen ist besser als Freibier.

Hochwürden Johannes Maria Schwarz: "Langeweile ist für viele - nicht nur Gelegenheits-Kirchgänger - ein mühsamer Begleiter des sonntäglichen Gottesdienstes. Selbst mit Ablenkungen wie dem Betrachten der Schuhe des Banknachbarn, dem Zählen der Engelsköpfe oder Steinfliesen lässt sich die Zeit in der Kirchbank nur leidsam überbrücken. Dass Verstehen noch besser als Freibier ist, versucht diese DVD nachzuweisen. Das Ergebnis: Eine humor- und vor allem theologisch gehaltvolle Einführung zu Wesen und Ablauf der Heiligen Messe. Nicht nur der Kirchenmuffel kann von diesen Ausführungen profitieren."

Die DVD läßt sich unter www.diemesse.org vorbestellen.



via David Ianni.

Samstag, 9. Mai 2009

Begegnung mit einem Hecht auf Augenhöhe

Der Hecht heute schien genauso überrascht wie ich. Wir begegneten uns auf einer Seegraswiese, im Groß Glienicker See, vier Meter unter der Wasseroberfläche. Er gab sich etwas lässig, so gut wie er austariert war. Wäre ich mit einer Schwimmblase und Kiemen geboren worden, ich hätte es ihm sicher nachgetan. In meiner ersten Tauchstunde war ich jedoch schon froh, unter Wasser atmen zu können.

Freitag, 8. Mai 2009

Donnerstag, 7. Mai 2009

Ein Abend Hamlet und Orlando Paladino

Orlando Paladino hat morgen Premiere an der Staats­oper unter den Linden. Gestern ein­ge­laden, durfte ich die General­probe der Haydn Oper besuchen. Von mehrer­en Seiten vor­ge­warnt, waren von Beginn meine Erwartungen nicht hoch und - die Warnun­gen am Ende berech­tigt. Der Haupt­strang, soweit man ihn denn aus­machen konnte, ist folgender: Alle Protago­nisten der Oper glauben zu lieben, doch nur einer liebt wahr­haftig und muß daran wahn­sinnig werden: Orlando Paladino, der Ritter Roland, Paladin des großen Karl. Dieser hetzt die Verur­sacher seines Wahn­sinns mord­lustig durch die ganze Oper. Damit ist im Grunde alles gesagt. Mein Fazit nach der ersten Hälfte: Wenn man auf die leider unter­ent­wickel­te Rahmen­handlung ver­zich­tet und einige kurz­weilige Partien aus­wählt, dann reicht es sicher noch zu einem Liederabend. Ob dieser dann auch vor der Kulisse eines Tannen­waldes mit Schloß statt­finden muß, entscheide jeder selbst.

Am gleichen Abend, ich verließ die Oper zur Pause, wechselte ich über die Linden ans Maxim Gorki Theater. Es gab Hamlet, den ich durch­aus schätze. In einem Pulk von Schul­klassen be­gra­ben, verfolgte ich das Schau­spiel in der für Shakespeares Zeit authen­tischen Atmo­sphäre eines Jahr­marktes. Auf der Vorder­bühne wurde vor dem Eisernen gespielt. Der eingeschränkte Bewe­gungs­raum der Schau­spieler unter­band die Entwick­lung von Be­zieh­ungen. Zum Un­vermittel­ten gesellte sich das Auf­gesetzte, wie zum Beispiel Anklänge einer vermeintlichen Jugend- und Straßen­kultur mit ihrer Sprache und ihren Gesten. An manchen Stellen vermißte ich den Text der Vorlage. Von den Schauspielern habe ich trotz der Inszenierung einen guten Eindruck gewonnen. Einige Besucher verließen das Theater während der Vorstellung. Ich ging zur Pause.

Mittwoch, 6. Mai 2009

Facius: "Katholische Gotteskämpfer im Internet"

In der Tages­zeitung "Die Welt" gewährt Gernot Facius einen Blick auf die Grenz­re­gio­nen seines kath­olischen Inter­net­uni­ver­sums. Das ganze liest sich recht unverhohl­en wie ein Bericht, den die Linzer Kirchen­zeitung bereits vor einiger Zeit veröffent­lichte.

Der Nach­richten­wert ist ge­ring: Im Internet gibt es Portale und Foren, die oft nur dazu genutzt werden, der eigenen Ohnmacht und Wut in garstigen Parolen Ausdruck zu ver­leihen. - Was für eine Neuig­keit! Man möchte meinen, auch ein Ausflug in den Kommentarbereich der "Welt" hätte dies­be­züglich schon mal die Augen öffnen können.

Wirklich auf­schluß­reich ist die Kom­po­sition des Bei­trags. Werfe das, was Du nicht magst, kräftig genug mit dem durch­einander, was alle nicht mögen, wie zum Beispiel eine gute Portion Erbroch­enes, und schon ist allen Leid, was Dir Leid ist: Gloria.tv, Kath.net, Meissner, Mixa, Müller, Marx, Rom, Tradition und Lebens­schutz erhalten erst jetzt die richtige Würze.

Die Kritik an den Äußer­ungen Erz­bischofs Zöllitsch zum Sühne­tod Jesu Christi, Einstieg und Auf­hänger des Bei­trags, bleibt in­haltlich unbehan­delt. Der Ein­druck stellt sich ein, die Kritik an den Äußer­ungen des Vor­sitz­enden der Deutschen Bischofs­konferenz sei einer Behandlung unwürdig, weil per se unver­schämt. Was Facius nicht daran hindert, seine Schlagzeile aus den Verlautbarungen des "Publikum-Form" (sic!) zu drechseln, einem "amts­kirchen­kri­tisch­en Maga­zin", welches, wenn man dem Tenor folgt, wohl einzig berufen ist, Amtsinhaber der Kirche zu kritisieren.

Dienstag, 5. Mai 2009