Mittwoch, 25. Februar 2009

Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz

Sequentia sancti Evangelii secundum Matthaeum. In illo tempore: Dixit Jesus discipulis suis: Cum jejunatis, nolite fieri, sicut hypocritae, tristes. Exterminant enim facies suas, ut appareant hominibus jejunantes. Amen, dico vobis, quia receperunt mercedem suam. Tu autem, cum jejunas, unge caput tuum, et faciem tuam lava, ne videaris hominibus jejunans, set patri tuo, qui est in abscondito: et Pater tuus, qui videt in abscondito, reddet tibi. Nolite thesaurizare vobus thesauros in terra: ubi aerugo et tinea demolitur: et ubi fures effodiunt et furantur. Thesaurizate autem vobis thesauros in caelo: ubi neque aerugo neque tinea demolitur; et ubi fures non effodiunt nec furantur. Ubi est thesaurus tuus, ibi est cor tuum.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus: In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: "Wenn ihr fastet, sollt ihr kein finsteres Gesicht machen wie die Heuchler; denn sie entstellen ihr Angesicht, damit die Leute sehen, wie sie fasten. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn schon empfangen. Vielmehr, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, damit die Menschen dein Fasten nicht merken, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist. Und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo sie Rost und Motten zerstören, wo Diebe einbrechen, noch stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz."

Evangelium zur Messe am Aschermittwoch, Schott - Römisches Messbuch, 1963.

Dienstag, 24. Februar 2009

Mein Fleisch ist wahrlich eine Speise

Klein-Hadersheim in den fünfziger Jahren

Zu meinem großen Be­dau­ern, ver­wech­seln man­che Tradi­tio­na­list­en die Tra­di­tion der Kir­che mit ihren ei­gen­en Ge­wohn­hei­ten. Sie wollen mit der Messe nicht nach Gol­go­tha, zwei­tau­send Jahre in der Zeit zurück, son­dern nur bis Klein-Haders­heim in den fünf­ziger Jahren. Bet­sing­messe be­vor­zugt. Das litur­gi­sche Ideal der Kirche, die Schätze der Litur­gie und die Spiri­tuali­tät der Messe sind ihnen heute so fremd wie damals. Es zählt allein: "Das haben wir schon immer so ge­macht". Die Früchte dieser Hal­tung kennen sie nicht.

Am Sonn­tag nach der hei­li­gen Messe, in den Gän­gen des Instituts, eine alte Frau, Jahr­zehn­te bei der Pius­bru­der­schaft, gibt sich empört: "Die la­tei­nisch­en Ge­sänge sind viel zu lang. Müssen die immer so lang sein? Ich finde das nicht mehr gut. Ich lang­wei­le mich dabei. Das gehört in ein Klo­ster, nicht in eine Kir­che. Ich ver­stehe die la­tei­nisch­en Gesänge nicht. Wir haben immer auf deutsch ge­sun­gen, 70 Jahre lang. Ich will wieder deutsch singen. Wenn wir eine Unter­schrif­ten­liste machen, dann werden sie schon sehen."

Würde man diese Frau fragen, nach der litur­gisch­en Be­we­gung des frühen zwan­zig­sten Jahr­hun­derts, nach der neuen Messe und nach Kir­chen­volks­be­we­gun­gen, Pro­test wäre ga­ran­tiert. Ein Gra­du­ale Ro­ma­num hat sie sicher nie ge­sehen, ein Missale Ro­ma­num, egal, wel­chen Jahr­gangs, wohl auch nicht. Haupt­sache vorne wird ge­be­tet und hinten wird ge­sungen. An­schei­nend kann auch sie den Schritt von der An­we­sen­heit zur Teilnahme, wenn überhaupt, dann nur in Aktionismus denken.

Was wird wohl sein, wenn sie er­kennt, wie ähnlich sie denen ist, die sie aus tiefstem Herzen ablehnt?

Montag, 23. Februar 2009

Gewinnende Worte in gerechter Entscheidung

“Wenn die Töchter des Zeus einen der zeusgehegten Könige begünstigen und bei seiner Geburt huldvoll anblicken, träufeln sie ihm süßen Tau auf die Zunge, und gewinnende Worte entströmen seinem Mund; alle Leute schauen auf ihn, wie er Urteile fällt in gerechter Entscheidung. Er spricht mit Festigkeit und beendet rasch und klug sogar gewaltigen Streit. Dazu nämlich gibt es kluge Könige, daß sie für die Menschen, die Schaden erlitten, auf dem Markt mit leichter Mühe alles zum Guten wenden und ihnen mit freundlichen Worten Genugtuung verschaffen. Und kommt es zur Verhandlung, verehren sie ihn wie einen Gott mit Scheu und Ehrfucht. Er überragt die Versammlung an Ansehen. Diese heilige Gabe gewähren die Musen den Menschen.”

Hesiod - Theogonie

We few, we happy few, we band of brothers

Die Seele und das Leben nach dem Tod

Als man ihn zu Tode prügelte, sagte er stöhnend: Der Herr mit seiner heiligen Erkenntnis weiß, daß ich dem Tod hätte entrinnen können Mein Körper leidet qualvoll unter den Schlägen, meine Seele aber erträgt sie mit Freuden, weil ich ihn fürchte.

2 Makkabäer 6, 30.

Als er in den letzten Zügen lag, sagte er: Du Unmensch! Du nimmst uns dieses Leben; aber der König der Welt wird uns zu neuem Leben auferwecken, weil wir für seine Gesetze gestorben sind.

2 Makkabäer 7, 9.

Samstag, 21. Februar 2009

Hilfe für Helene am Berliner Arndt-Gymnasium

Heute hat das Arndt-Gym­na­sium all jenen seine Pforte ge­öff­net, die der klei­nen Helene mit einer Kno­chen­mark­spen­de hel­fen wollen. Ge­mein­sam mit Freun­den bin ich nach Dahlem ge­fah­ren, um eine Blut­probe zur Typi­sie­rung meines Kno­chen­marks ab­zu­ge­ben.

Die vie­len Hel­fer vor Ort, es waren hun­dert oder mehr, waren her­vor­ra­gend or­ga­ni­siert. Ein ste­tiger Zug von Men­schen ström­te, vorbei an den ver­schie­denen Sta­tio­nen, durch das Schul­ge­bäude, auf der einen Seite hin­ein und auf der an­de­ren wie­der heraus. Nach einer Vier­tel­stun­de waren wir schon wieder auf dem Heim­weg.

Die Blut­ab­nah­me fand in ei­ner gro­ßen Au­la statt. Dort hatte sich alles ver­sam­melt, was Blut ab­neh­men darf. War ein Blut­ab­neh­mer ohne Be­schäf­ti­gung, so hob er einen Arm. - Ich hatte ei­ni­ge Arme zur Aus­wahl und fol­gte einer alten Regel, nach der die Fähig­keit, eine Vene sicher anzuzapfen, bei jun­gen Frauen eher als bei al­ten Männern an­zu­tref­fen ist.

In die­sem Sinne habe ich heute alles rich­tig ge­macht. Die Blut­ab­nah­me war schnell gemacht und die Unlust, die sich beim An­blick der Spritze ein­stellte, schnell ver­gessen, und wenn es nicht um Menschen­leben ge­gan­gen wäre, ich hätte es auch für das freund­liche Lächeln meiner Blut­ab­neh­merin ge­tan.

Jede Typisierung kostet etwa 50 Euro. Damit das heute gespendete Blut typisiert werden kann, bedarf es einer Menge Geld, welches durch Spenden eingenommen werden muß. Wer auf diese Weise helfen kann, den möchte ich bitten, das zu tun. Entsprechende Information lassen sich auf der Seite "Hilfe für Helene" finden.

Beten wir für alle Menschen, deren Leben von einer Kno­chen­mark­spen­de ab­hängt, daß sie einen Spen­der fin­den.

Die Vernunft ist wertvoller als die Philosophie

“Wenn wir also sagen, dass die Lust das Ziel sei, meinen wir nicht die Wollust der Unersättlichen und die Lüste, die sich auf oberflächlichen Genuss beschränken, wie einige aufgrund von Unkenntnis und Ablehnung oder aus Missverständnis meinen, sondern die Freiheit von körperlichem Schmerz und von seelischer Unruhe. Denn nicht Trinkgelage und endlose Feste, nicht der Genuss von Knaben und Frauen und auch nicht von Fischen und anderen, was eine üppige Tafel bietet, erzeugen das lustvolle Leben, sondern ein nüchterner Verstand, der die Gründe für alles Wählen und Ablehnen herausfindet und die Vorurteile vertreibt, aus denen die größte Verwirrung der Seelen erwächst.

Der Ursprung all dieser Überlegungen und das höchste Gut ist die Vernunft. Deshalb ist die Venunft auch wertvoller als die Philosophie. Aus ihr stammen alle übrigen Tugenden. Sie lehrt uns, dass man nicht lustvoll leben kann, ohne vernünftig, anständig und gerecht zu leben, und dass man auch nicht vernünftig, anständig und gerecht leben kann, ohne lustvoll zu leben. Denn die Tugenden sind von Natur aus mit dem lustvollen Leben verbunden, und das lustvolle Leben ist von den Tugenden nicht zu trennen.

Denn wer ist deiner Meinung nach stärker als jener, der fromme Gedanken über die Götter hat und gegenüber dem Tod völlig frei von Angst ist und das Ziel der Natur verstanden hat und begreift, dass das höchste Gut leicht zu verwirklichen und leicht zu beschaffen ist, dass aber das größte Übel entweder nur kurze Zeit andauert oder nur kurze Zeit als Leid empfunden wird? Wer ist schließlich stärker als jener, der die von einigen als mächtige Herrin über alle Welt empfundene Schicksalsfügung auslacht und statt dessen erklärt, dass manches mit Notwendigkeit, manches durch Zufall, manches durch unser eigenes Zutun geschieht? Denn er sieht, dass wir für das notwendige nicht verantwortlich sind, der Zufall unberechenbar ist, und das, was unserem Einfluß unterliegt, nicht fremdbestimmt ist und deshalb natürlich auch getadelt und gelobt wird.”

Epikur - An Menoikeus

Freitag, 20. Februar 2009

Liebet nicht die Welt, noch was in der Welt ist.

Lectio Epistolae beati Johannis Apostoli. Carissimi: Scribo vobis, juvenes, quoniam fortis estis, et verbum dei manet in vobis, et vicistis malignum. Nolite diligere mundum, neque ea quae in mundo sunt. Si quis diligit mundum, non est caritas Patris in eo: quoniam omne, quod es in mundo, concupiscentia carnis est, et concupiscentia oculorum, et superbia vitae: quae non est ex Patre, sed ex mundo est. Et mundus transit et concupiscentia ejus. Qui autem facit voluntatem Dei, manet in aeternum.

Lesung aus dem Brief des Heiligen Apostels Johannes. Geliebte Freunde, ich schreibe Euch Jünglingen, weil ihr stark seid, weil das Wort Gottes in Euch bleibt und Ihr den Bösen überwunden habt. Liebet nicht die Welt, noch was in der Welt ist. Wenn einer die Welt liebt, so ist die Liebe zum Vater nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist - Fleischeslust, Augenlust und Hoffart des Lebens -, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Doch die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.

Lesung der Votivmesse um die Bewahrung der geistlichen Berufe, Schott - Römisches Messbuch, 1963.

Donnerstag, 19. Februar 2009

Heilige Messe zum Jahrestag der Wahl Pius XII.

Zum siebzigsten Jahrestag der Wahl Kar­dinal Eugenio Pacellis zum Papst Pius XII. wird am Mon­tag, den 2. März 2009, um 18 Uhr, in der Kirche St. Afra, ein ge­sun­ge­nes Amt im über­lie­fer­ten Ri­tus ge­fei­ert, wie es zur Zeit von Papst Pius XII. in der gan­zen Kir­che üb­lich war.

In St. Afra be­stimmt dieser Ritus auch heute noch die täg­liche Praxis des Gottes­dien­stes: Die Kirche ist Heimat des 2004 nach päpst­lichem Recht ge­grün­deten Insti­tutes St. Philipp Neri, dessen Haupt­aufgabe die Pflege des von Papst Be­ne­dikt für die ganze Kir­che wieder frei­ge­ge­benen Außer­or­dent­lich­en Ri­tus ist.

In dieser hei­ligen Messe erklingen die für jenen Tag vor­ge­seh­enen gre­go­ri­anisch­en Ge­sän­ge, dazu singt das Pa­les­tri­na En­sem­ble Ber­lin eine Messe von Tomás Luis de Vic­toria, der im 16 Jh. in Rom leb­te und dessen Werke zum Stan­dard-Re­per­toire der päpst­lich­en Li­tur­gie ge­hör­ten.

Die Kirche St. Afra befindet sich in der Graun­straße 31 im Berliner Be­zirk Wedding und ist mit S- und U-Bahn über den Bahn­hof Ge­sund­brun­nen gut zu er­rei­chen. Wei­tere In­for­ma­tio­nen gibt es beim Institut St. Philipp Neri sowie beim Palestrina Ensemble Berlin.

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Altarraum St. Afra, Berlin.

Die blinde Affirmation des kritischen Geistes

In der Tages­zei­tung die Welt ver­öffent­licht Stefan Vesper, der General­se­kre­tär des Zen­tral­komi­tees deutscher Katho­liken, einen Bei­trag unter dem Titel "Fromm und fröhlich". Vesper nennt die Ereig­nisse der letz­ten Wochen drama­tisch. Die Kirche brauche end­lich "eine zeit­gemäße, ver­läßlich funktio­nie­rende und auch poli­tisch sensi­ble Füh­rungs- und Ver­wal­tungs­struk­tur". Hier müsse der Papst handeln.

Der Ver­lust an An­sehen sei in den letz­ten Wochen für die katho­lische Kirche riesen­groß gewe­sen. Einige würden mit fest ver­bun­de­nen Augen rufen, man müsse sich nur ganz fest hinter den Papst stellen und alles werde wieder gut. Dabei ver­wechsel­ten sie die Loyali­tät, die je­der Katholik "im Grund­satz" sei­nem Bischof gegen­über "empfindet", mit "blin­dem Gehor­sam". Die Vor­stellung, man könne als Katholik gleich­zeitig in der Gesell­schaft aktiv, mutig, tapfer, streit­bar, enga­giert und im guten Sinne kritisch und manchmal auch wider­ständig leben - und in der Kirche alle diese Eigen­schaften able­gen und zum "schlich­ten Schaf" werden, sei absurd.

Das Zweite Vatikani­sche Konzil müsse nicht nur kon­se­quent ge­ach­tet, son­dern im Leben der Kirche auch weiter ver­wirk­licht werden. Die dank­bare Erinner­ung an das Zweite Vati­canum dürfe jedoch nicht dazu führen, dass die Kirche ständig zurück­blicke. "Das Erbe, die Inten­tion, der Geist des Konzils müssen viel­mehr kon­sequent weiter­geführt werden." Der Auf­trag aller Katho­liken sei es, bei der Gestal­tung einer huma­neren, gerech­teren und solida­rischen Welt das "Salz der Erde" zu sein.

Der ganze Beitrag findet sich in der Online-Ausgabe der Tageszeitung "Die Welt".

Das Leben ist zu kurz, der Tod zu schrecklich

“Tod und Verbannung und alles, was als schrecklich erscheint, soll dir täglich vor Augen schweben, am meisten aber der Tod; so wirst du nie weder an etwas Gemeines denken, noch etwas allzuheftig begehren.”

Epiktet - Das Buch vom geglückten Leben

Feldweg bei Heiligengrabe Ende Januar

Mittwoch, 18. Februar 2009

An den hochwürdigen Pfarrer von Windischgarsten

Sehr geehrter Herr Pfarrer Wagner,

seit Ihrer Ernennung zum Weih­bischof der Diö­zese Linz sind Sie von Funktio­nären und Geg­nern der Kirche ange­grif­fen und ver­leum­det worden. Bitte lassen Sie sich davon nicht irre machen. Ich bin Ihnen im Gebet ver­bun­den.

Im Vertrauen auf Gott!
Tiberius

Die Seele des Menschen wirkt unsichtbar

"Die mensch­liche Seele, welche als ein­ziger Teil des Men­schen am Gött­lichen teil­hat, herrscht in uns, ohne daß sie wahr­nehmbar ist. Auf­grund dieser Ein­sicht muß man die Gott­heit ver­ehren, indem man das Unsicht­bare nicht verach­tet, sondern indem man an der Wir­kung seine Kraft erkennt."

Xenophon - Erinnerungen an Sokrates


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Büste des Sokrates, Vatikanische Museen, Rom.

Dienstag, 17. Februar 2009

Bischof Müller verlangt Treue zum Heiligen Vater

Der Regens­bur­ger Bischof Ger­hard Müller schreibt drei Unter­zeich­nern der Pe­ti­tion "Un­ein­ge­schrän­kte An­er­kennung des II. Vati­ka­nisch­en Kon­zils". In der Petition werde dem Papst unter­stellt, er wür­de Tei­len der Kir­che ge­statten, daß Kon­zil ab­zu­leh­nen und damit der Kir­che schaden. Diese Unter­stellung ent­behre jeg­lich­er Grund­lage und dis­qua­li­fi­zie­re die Unter­zeich­ner als katho­li­sche Theo­logen. Der Bischof sei ver­pflich­tet, das Recht der Theo­lo­gie­stu­den­ten auf eine wissen­schaft­lich kom­pe­ten­te Theo­lo­gie und die kirch­liche Ge­sinn­ung ihrer aka­de­misch­en Lehrers zu wah­ren. Müller for­dert die Unter­zeich­ner zu­nächst auf, sich von der Petition zu distan­zie­ren und beim Heiligen Vater schrift­lich um Ent­schul­di­gung zu er­such­en, um dann vor ihm das Glau­bens­be­kennt­nis und den Treue­eid per­sön­lich ab­zu­le­gen. Andern­falls würde er zum Wohl der Kirche von Regens­burg und der Ge­samt­kirche wei­tere Schritte ein­leiten.

Das Schreiben des Bischofs läßt sich hier auf der Internetseite des Bistums nachlesen.

Letztlich gelten die Attacken dem Petrusamt

Zu den Wir­ren um die, den Bischö­fen der Pius­bru­der­schaft ge­währ­te Auf­he­bung der Ex­kommu­ni­ka­tion schrei­bt Kar­di­nal Paul Josef Cordes:

"Eine Spur kir­chen­recht­lich­er In­for­ma­tion hät­te man­chem Kom­men­ta­tor wohl gut an­ge­stan­den. Gewiss hät­te auch der in den letz­ten Tagen am mei­sten zi­tier­te deut­sche katho­lische Bi­schof die im Vatikan ver­säum­ten Er­läu­ter­ungen dank seiner er­prob­ten besten Be­zieh­ungen zu den Me­dien nach­schie­ben, die Miss­ver­ständ­nisse ausbügeln, die geist­liche Dimen­sion des Ak­tes an­sprech­en, mit dem Papst den Blick auf den Glau­ben und auf Gott len­ken können. Doch er nutzte seine Stellung­nah­men um von „der Lei­tung der Kir­che etwas mehr po­li­tische Sen­si­bi­li­tät“ zu fordern. Dass den Papst ein geist­lich kran­kes Glied am Leib Christi seit Jahren schmerzt, gilt im besten Fall als Alters­sen­ti­men­ta­li­tät. Seine Ver­tei­di­gung, dass er als Wah­rer kirch­lich­er Ein­heit einer Gruppe von Christen auf deren Bitte hin die Ver­söh­nungs­hand ent­ge­gen­strecken woll­te, fand nicht statt. Statt dessen ver­laut­bar­te der deutsche Bischof la­pidar: „Der Papst tut mir leid.“

Den ganzen Beitrag des Kardinals läßt sich auf Zenit nachlesen.

Samstag, 14. Februar 2009

Die Krise - ein Erwachen aus Täuschungen

Der Schriftsteller Martin Mosebach im Gespräch bei der 3sat-Kulturzeit:

Kulturzeit: Die Auf­he­bung der Ex­kommu­ni­ka­tion der Pius­brüder, dieser vier Pius­brü­der, lieg aber nun sehr stark in der Luft. Sie zeigen großes Ver­ständ­nis dies­be­züg­lich für den Papst, im Gegen­satz zu vielen anderen Katho­liken. Warum?

Mosebach: Ja, ich möchte zu­nächst sagen, daß die Leute, die sich heute als Katholiken be­kennen und dann den Papst kriti­sieren, die kommen mir etwas selt­sam vor. Ein Katholik sollte zu­nächst den In­stinkt haben, sich vor seinen Papst zu stellen, und ver­suchen, den Papst zu ver­stehen. Selbst dann, wenn das vielleicht nicht immer leicht ist. Also, daß, ähm, äh, kommt mir proble­matisch vor.

Kulturzeit: Aber ihm kritik­los folgen? In so einem Fall? Wenn es viele vielleicht gar nicht ver­stehen, warum er nun aus­ge­rechnet die Pius­brüder, ähm, die sehr rückwärts­gewandt sind, in vielem wirk­lich zweifel­haft, zurück­zuholen in die Kirche?

Mosebach: Ja nun, äh, es ist ja über dieses alles sehr, sehr viel schon gesagt worden. Ich meine, sie werden nicht zurück­geholt in die Kirche, denn sie sind Mit­glieder der Kirche. Sie sind getauft, sie sind Priester, sie sind Bischöfe: gültig. Sie sind in einer uner­laubten und unge­ordneten Situ­ation und es mußte dem Heiligen Stuhl alles daran ge­legen sein, diese unge­ordnete Situation zu besei­tigen, um das Ent­stehen einer, einer wilden - vielleicht kleinen, aber eben deswegen nichts desto weniger realen - Neben­kirche zu ver­hindern. Das war eine ganz zentrale Geschichte.
Aber die gegen­wärtige Krise, äh, das ist vor allen Dingen eine Krise in Deutsch­land. Eine Krise, ein Desaster der nach­konziliaren, durch Persönlich­keiten wie Kardinal Lehmann, äh, repräsen­tierten katholischen Kirche, die sich zur Welt öffnen wollte, aber die dabei nicht verstanden hat, die Eigen­schaften der katholischen Religion in der Öffent­lichkeit dar­zustellen und ein Gefühl für katholische Identität zu schaffen. Das ist dieser Kirche nicht mehr gelungen. Man hat gewisse Dinge unter den Teppich gekehrt und hat so getan, als ob es da in Rom einen fernen, bösen Papst gäbe, neben­bei, schon unter dem Ponti­fikat Johannes Pauls II. und das eben ein fröhlicher, freier, äh, Katholi­zismus in Deutschland wachse, der sich immer­fort gegen römische Bevor­mundung zu wehren habe, und das ist eben ein voll­kommen falsches Bild von der Kirche.
Es gab keine Ruptur zwischen der vor­konziliaren Kirche und der nach­konzil­iaren Kirche. Das ist ein Konstrukt. Das muß eine Harmonie geben. Es muß eine Konti­nuität geben und diese Konti­nuität, diesen Sinn wieder zu wecken dafür, ähm, das ist die Haupt­aufgabe von Papst Benedikt, die er groß­artig angeht.

Kulturzeit: Können sie denn diesen Unmut vieler Katho­liken jetzt - ein berühmtes Beispiel ist Frido Mann, der gerade aus­getreten ist aus der katho­lischen Kirche - über­haupt nicht verstehen?

Mosebach: Ich kann ihn gut ver­stehen, denn ich weiß, daß der Katholi­zismus die un­be­kann­teste Religion der Welt ist. Und speziell in Deutsch­land vierzig Jahre fehlender Religions­unter­richt, fehlende Instruk­tion über dieses riesige Gebäude, dieses katholischen Glaubens. Das konnte nicht ohne Folgen bleiben, äh, sogar nicht bei Priestern, sogar nicht bei Bischöfen. Hier muß eben ganz zäh, ganz geduldig, ganz von unten her wieder auf­gebaut werden.

Kulturzeit: Ich habe gerade schon die Kirchen­austritte genannt. Kann man aus der Kirche eigent­lich aus­treten, wie - ich sag mal - aus einer Partei?

Mosebach: Nein, man kann Steuern sparen in Deutsch­land, in dem man aus der Kirche austritt. Aus der Kirche kann man nicht aus­treten. Jeder Getaufte bleibt bis zu seinem Lebensende, ja, nach katholischer Über­zeugung, in Ewigkeit - Christ.

Kulturzeit: Hmhm, glauben sie, daß es noch zu weiteren Konflikten kommen wird oder wird das jetzt möglichst schnell beigelegt.

Mosebach: Ich bin über­haupt kein Prophet, aber ich glaube, daß es sich hier um einen sehr schmerz­lichen Prozeß handelt, der möglicherweise doch länger dauert. Denn die Versäumnisse der Vergangen­heit sind groß. Und, wieder klar zu machen, was katholisch ist, das wird mit - das wird mit Schmerzen einher­gehen und das wird lange Zeit brauchen und es wird den entschiedenen Wider­spruch von all denen finden, die sich ein falsches Bild von der Kirche gemacht haben.

Kulturzeit: Aber in der Krise liegt also auch für sie eine Chance?

Mosebach: In der Krise liegt immer eine große Chance. Das ist eine ganz wichtige, eine fundamen­tale Krise. Das ist nicht eine Krise, die nur aufgrund von, äh, schlechter In­for­mations­politik, von Ver­säum­nissen, von Un­geschick­lichkeit und Bös­willig­keit ein­her­geht. Das ist eine not­wen­dige Krise. Diese Krise ist etwas - ein Erwachen aus Täu­schun­gen.

Kulturzeit: Ich danke ihnen sehr für das Gespräch. Danke!

Freitag, 13. Februar 2009

Die Kirche und ihre Kanzeln: Das Bistum Dresden

Auszug aus dem Manuskript einer Predigt in der katholischen Kathedrale Dresden, gehalten, heute Abend, halb neun Uhr:

"... Grosse Lehrer menschlicher Weisheit gibt es viele. Die Feindesliebe ist das ganz besondere Geschenk Jesu an die Menschheit, ... Keine Vergeltung? England und Amerika, die sich natürlich schon immer für christliche Nationen gehalten haben, antworteten darauf [gemeint sind deutsche Luftangriffe auf London und Coventry] mit der Ermordung von etwa 25 000 Menschen hier in Dresden ... Die anderen Kulturvölker stehen uns darin nicht weit nach. Ein tiefgläubiger Islam rächt sich nun in einem heiligen Krieg an dem Westen. Nach zweitausendjähriger christlicher Verfolgung weiß der Staat Israel nichts Besseres zu tun, als seinen Feinden mit Staatsterror zu entgegnen. ... Wenn die verblendeten, hasserfüllten Faschisten Europas durch diese Stadt marschieren wollen, ist uns das zuwider. ... Ähnlich steht’s mit Christen, bei denen der Wahnsinn des Antisemitismus noch in den Knochen steckt, wie zum Beispiel die jüngst irrsinnigerweise vom Vatikan rehabilitierte Sekte von Rechtsextremisten, die nichts aus der Geschichte gelernt haben. ... Wenn ich mir zuhöre, laufe ich Gefahr, mich davon zu überzeugen, es wäre vielleicht besser, mit der Religion, jeder Art von Religion, Schluß zu machen. ... Aber so denke ich nicht. Die Beweise für tätige Feindesliebe in all den großen Religionen der Welt sind mannigfaltig. ... Das Wort Sünde ist zwar nicht in Mode, nicht ganz zu Unrecht, denn die Kirche hat viel zu viele Menschen als Sünder verschreckt und abgewiesen. Erkennen wir aber, daß wir einzeln und gemeinsam in Sachen Liebe noch viel nachzuholen haben, dann ist das Ziel der Vollkommenheit nicht ausser Reichweite."

Offenbar hat die Kirche im Bistum Dresden-Meissen nicht einen Funken Selbstachtung.

Knochenmarks-Typisierung ohne Blutabnahme

Die Deu­tsche Knochen­mark­spen­der­da­tei ist eine ge­meinnütz­ige Gesell­schaft. Über die Spender­datei können passende Knochen­mark­spender ermittelt werden. Das Spenden von Knochen­mark kann Leben retten.

Die Typi­sierung des eigenen Kno­chen­marks ist heute ohne Auf­wand von zu Hause möglich. Eine Blut­ab­nahme ist nicht mehr er­for­derlich. Ein Watte­stäbchen zum Ab­streichen der Mund­schleimhaut reicht aus.

Wer sich online registriert, bekommt das Watte­stäbchen zu sich nach Hause ge­schickt.

Daß dies wirk­lich eine ganz ein­fache und schnelle Methode der Typi­sierung ist, zeigt die fol­gende kurze Er­klärung des Ver­fahrens:

"Zu Beginn sollte der Rachenraum gründlich mit Wasser durchgespült werden, um Speisereste zu entfernen. Die bei Lieferung steril-verpackte und an einem Stil befestigte Watte darf nicht mit den Fingern berührt werden. Mit genügend Druck streift man dann mindestens 30 Sekunden lang die Wangeninnenseiten ab. Durch eine Hoch- und Tiefbewegung sowie durch Rotation nimmt die Watte genügend Zellen der Schleimhaut auf. Der Watteträger muss nun zwei Minuten trocknen und wird dann in der enstprechend mitgeschickten Halterung an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei geschickt."

Nutzt die Online-Registration. Es kann nicht einfacher werden, ein Leben zu retten.

Donnerstag, 12. Februar 2009

Diener des Altares und Herolde des Wortes

Exita, Domine, in Ecclesia tua spiritum pietatis et fortitudinis; qui dignos altaribus tuis ministros, et verbi tui strenuos assertores efficiat. Per Dominum nostrum Jesum Christum. Amen.

Erwecke in Deiner Kirche, o Herr, den Geist der Frömmigkeit und der Stärke, erschaffe Deinen Altären würdige Diener und mache sie zu beredten Herolden Deines Wortes. Durch unseren Herrn Jesus Christus. Amen.

Tagesgebet der Votivmesse um die Bewahrung der geistlichen Berufe, Schott - Römisches Messbuch, 1963.

Nachfahren der Apostel kriegen keine Kinder

Die Zeitung "Der Westen" berichtet über ein Gespräch zwischen Kaplan Mirco Quint und Schülern des Max-Planck-Gymnasiums in Gelsenkirchen-Buer.

Von den Schülern befragt, was er darüber denke, daß Frauen in der katholischen Kirche nicht Priester werden dürfen, antwortet Quint, daß die Apostel damals Männer waren und man die Priester heute als "Nachfahren der Apostel" ansehen würde. An der evangelischen Kirche könne man jedoch sehen, dass dies im Christentum auch anders ausgelegt werden könne.

Auf die Frage, ob ihm die Einhaltung des Zölibats nicht schwer falle, antwortet Quint mit einem schlichten: "Doch, total." Er würde gerne heiraten und auch "Kinder kriegen". Wenn er sich eines Tages mal richtig fest verlieben sollte, dann müsse er sich fragen, welchen "Job" er ausüben möchte.

Kaplan Quint kommt aus der Gemeinde St. Pius in Wattenscheid. Er besuchte das Bischöfliche Priesterseminar St. Ludgerus in Bochum. Die Entscheidung für das Priestertum hat er - unter anderen, nicht genannten Gründen - der Musik der Kirche zu verdanken. Durch das Singen religiöser Lieder und das Gitarre spielen, habe er einen Zugang zum religiösen Leben gefunden, der ihm sehr wichtig sei.

Sein priesterliches Selbstverständnis beschreibt er mit Worten nach Matthäus „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“. Er wolle, Menschen in der Not beistehen, ihnen ein Wegbegleiter sein in schwierigen Zeiten, mit ihnen feiern und fröhlich sein bei freudigen Anlässen und mit ihnen das Leben lieben, welches Christus ist.

Mittwoch, 11. Februar 2009

Wenige Minuten für Dich - ein Leben für Helene

Am 15. November 2008 ist Helene in Hamburg geboren. Mit nicht einmal 4 Wochen wurde bei ihr Leukämie diagnostiziert. Erste Anzeichen waren geschwollene Lymphknoten, die auch auf eine harmlose Erkältung hätten hinweisen können.

Während Leukämie bei Kleinkindern über einem Jahr verhältnismässig gute Heilungschancen hat, sieht dies bei Säuglingen leider ungleich schlechter aus.

Am Tag der Diagnose fand man bei Helene über 100 000 Leukozyten, also weisse Blutkörperchen, im Blut. Als normal gelten maximal 10 000. Oft geht Säuglings-Leukämie mit einer speziellen Veränderung des MLL-Gens auf Chromosom 11 einher, dies verschlechtert die Prognose zusätzlich - leider ist auch Helenes MLL-Gen verändert. Zusätzlich wurden bei Helene auch noch im Zentralnervensystem Leukämiezellen gefunden.

Eine Knochenmarktransplantation kann Helenes Heilungschancen enorm verbessern, wenn ein passender Spender gefunden werden kann!

Bitte lass Dich für Helene typisieren und gib ihr die Chance zu leben!

Montag, 9. Februar 2009

Personalprälatur für Anglikaner in Aussicht

Der Catholic Herald berichtet von Plänen zur Einrichtung einer Personalprälatur der katholischen Kirche für ehemalige Anglikaner. Wie ein wichtiger Vertreter des anglo-katholischen Flügels der Kirche von England verlauten ließ, könnten 400.000 Gläubige der Gemeinschaft der traditionellen Anglikaner (TAC) in die Einheit mit Rom zurückkehren.

Die TAC wurde 1991 aus Gruppen gebildet, die sich wegen Fragen der Frauenordination und anderer Anliegen von der Gemeinschaft der Anglikaner getrennt hatten. Nach Berichten solle der Gemeinschaft der traditionellen Anglikaner erlaubt sein, eine Personalprälatur nach dem Vorbild des Opus Dei zu bilden, um die Priester und Laien der Gemeinschaft zu beherbergen.

Mit der Glaubenskongregation ist die Gemeinschaft seit 2007 im Gespräch. Einem Kenner des Vatikan zufolge, sei Papst Benedikt selbst die treibende Kraft hinter diesem Plan, der für das Paulus Jahr vorgesehen sei, welches im Juni endet.

Der Primas der TAC, der Erzbischof von Adelaide, John Hepworth, erzählte, er wolle zur beabsichtigten Heiligsprechung Kardinal John Henry Newmans alle Bischöfe der TAC nach Rom bringen.

Zahl der Katholiken in Deutschland: 1950 bis 2007

Die folgende Graphik zeigt die Entwicklung der Zahl der Katholiken in Deutschland in Millionen. Im Jahr 1950 lebten in der Bundesrepublik Deutschland 23 Millionen Katholiken, im Jahr 2007 waren es 25 Millionen. Zur Wiedervereinigung im Jahr 1990 wuchs die Zahl der Katholiken in Deutschland von 27 auf 28 Millionen an und erreicht damit ihren höchsten Stand. Seitdem hat die katholische Kirche im Schnitt pro Jahr 164 000 Mitglieder verloren. Die verwendeten Daten stammen von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Statistischen Bundesamt.

Gunter Maria Michels Blog Karmelblume

Über Gunter Maria Michels Blog Karmelblume bin ich im Laufe der letzten Woche gestolpert. Ich denke, es lohnt sich dort einmal zu stöbern. Wie der Name schon andeutet spielt der Karmel eine große Rolle.

Samstag, 7. Februar 2009

Der Kartoffelsack und der Vater des Friedens

Aus dem Beitrag "St. Pölten liegt zwischen Wien und Linz" von Don Reto Nay aus der Zeitschrift Theologisches:

"Von den katholischen Parteien sagt man, dass sie in den alten Tagen einen Kartoffelsack hätten nominieren können und dass dieser auch problemlos gewählt worden wäre. Es bleibe dahingestellt, ob das heute anders wäre, nicht nur bei den katholischen Parteien. Aber eines ist sicher. In der Kirche funktioniert die Kartoffelsackpolitik nicht mehr. Kein vernünftiger junger Mensch wird heutzutage sein Leben einem Kartoffelsack in die Hände versprechen. Wenn ein Seminarist es trotzdem tut, wird man sich fragen müssen, welche ungesunden Beweggründe dahinterstecken.

Die Tragik besteht darin, dass der Kartoffelsackbischof in der heutigen Kirche bei weitem kein Auslaufmodell ist, sondern von den Verantwortlichen geradezu als Glücksfall betrachtet wird. Er ist beliebt, weil er so stehen bleibt, wie man in hinstellt und sich dann nicht mehr rührt. Man atmet auf, dass er in seiner Unbeweglichkeit keinerlei „Unruhe“ - die Sünde der Sünden in unseren auf Ausgleich bedachten Zeiten - in die Diözese bringt. Das liegt auch daran, dass er die Presse auf seiner Seite hat. Diese preist den Kartoffelsack als Vater des Friedens. Dass Christus auf die Erde gekommen ist, um sich mit ihr anzulegen und den Frieden mit Gott - nicht mit der Welt - zu bringen, bleibt ein exegetisches Detail. Im pastoralen Alltag folgt man einem anderen, leicht abgewandelten Bibelspruch: Feuerlöscher bin ich gekommen auf die Erde zu werfen.

Warum sind Kartoffelsäcke bei der Presse beliebt? Weil sie nicht in den Krieg ziehen. Wenn der Wolf in die Herde einbricht, werden sie die Alarmglocke nicht läuten, um keine unnötige Unruhe zu produzieren. Hauptsache, der Wolf hängt sein Geschäft nicht an die große Glocke. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Für die aufmüpfigen 68er Altprogressisten, die heute in der Kirche das Sagen haben, stellt der Kartoffelsack-Bischof keine Gefahr dar. Im Gegenteil. Er dient als willkommene Deckung. Denn ein Kartoffelsack unterdrückt nur jene, die das Unglück haben, unter ihm zu sein: die Gehorsamen.

Nur eines haben Kartoffelsack-Bischöfe nicht: Seminaristen.

Keiner wird sein Erstgeburtsrecht für ein Kartoffelgericht verkaufen. Der Preis, Priester zu werden, ist hoch, viel höher als für jeden anderen Beruf. Ein frommer, hochherziger und intelligenter junger Mensch wird diesen Preis für die Perle des Priestertums gerne bezahlen. Aber er wird schlau genug sein, um eine Mogelpackung vom Original zu unterscheiden. Hier beginnt das Problem. Der Kartoffelsack-Bischof ist eine Mogelpackung, und er steht für eine Mogelpackungspriesterausbildung und ein Mogelpackungspriestertum.

Was wäre von einem jungen Mann zu halten, der sich fünf Jahre mit einer Priesterausbildung auf Kindergartenniveau abfindet, fünf Jahre lang klaglos theologische Schwatzfächer belegt, für deren Examen es genügt, die Nacht vorher etwas zu lernen, und der anschließend freiwillig in eine schwind- und windsüchtige Pastoral einsteigt, wo jeder kleinste Erneuerungsversuch ein schweres Verbrechen ist, durch das man in den tödlichen Ruf gerät, ein „Konservativer“ zu sein? Niemand würde heute die Namen des hl. Dominikus, des hl. José Maria Escrivà de Balaguer oder der heiligen Theresia von Avila kennen, hätten sich diese Heiligen damals auf ein solches Puppenspiel eingelassen. Der hl. Pfarrer von Ars hat in seiner Priesterausbildung noch mit der Lateinischen Sprache gekämpft. Was für Hürden erwarten den modernen Priesterzögling, außer dass es von Jahr zu Jahr schwieriger wird, am Morgen aufzustehen? Kartoffelsack-Bischöfe erzeugen Kartoffelsack-Priester. Aber das scheint niemandem aufzufallen: Hauptsache die sakrosankte Ruhe wird nicht gestört. Das hat den Nachteil, dass man keinen jungen Menschen, der seinen Verstand noch halbwegs beisammen hat, vernünftigerweise dazu bringen kann, so etwas auf sich zu nehmen. Ein hochherziger intelligenter junger Mann erwartet zurecht eine intelligente und herausfordernde Ausbildung und einen Beruf, der mehr ist als ein Sandkastenspiel. Seriöse Angebote in der Privatwirtschaft gibt es genug. Würde letztere heutzutage im Stile unserer Diözesen und Pfarreien geführt, wären wir schon lange bastrockgeschürzte Bewohner von Drittweltländern."

Nachhilfe für den Heiligen Vater aus Berlin

Berliner Erz­bischof Georg Kar­dinal Ster­zinsky zur Auf­he­bung der Ex­kommu­ni­ka­tion der von Le­febvre geweih­ten Bischöfe:

"Ich war äußerst über­rascht, als ich las, die Auf­hebung der Exkommuni­kation der von Lefebvre geweih­ten Bischöfe sei zu er­warten. Denn in jenen Tagen gingen noch Schrif­ten ein, in denen die Ab­leh­nung wich­tiger Be­schlüsse des II. Vatika­nischen Konzils aufrecht er­halten wurde.

Papst Benedikt ist aber sehr um die Über­windung des Schismas und die Wieder­gewinnung der Einheit bemüht. Er muss wohl Signale der Umkehr der Ex­kommu­nizierten empfan­gen haben. So ist er ihnen sehr weit ent­gegen ge­gan­gen - auf Hoffnung hin, wie das Dekret, das Kardinal Ré unterzeichnet hat, erkennen lässt.

Wenn je­mand in die Ge­mein­schaft wieder aufgenommen wird, muss aber auch ge­prüft werden, ob außer dem Grund der Ex­kommuni­kation Schwer­wie­gen­des gegen ihn vorliegt. Von Bischof Williamson war welt­weit be­kannt, dass er den Holo­caust leugnet. Eine Versöhnung mit ihm ist demnach nicht möglich, so­lange er bei der Leugnung bleibt.

Eine Über­prüfung des Vor­gangs erscheint mir unumgänglich."

Uneingeschränkte Anerkennung des Konzils


Die Mehrheit will die Aussöhnung

Dr. Gerald Goesche, Propst des Instituts St. Philipp Neri, zu Fragen der Aussöhnung zwischen Kirche und Piusbruderschaft im Gespräch mit Radio Vatikan.

Radio Vatikan: Herr Propst, wie uneins ist die Piusbruderschaft? Kommt es zu einer Spaltung in zwei Gruppen, eine, die mit Rom sprechen möchte, und eine andere, die Dialog ablehnt?

Propst Goesche: „Das ist ganz schwierig zu beurteilen. Ich habe aber festgestellt, dass die Aufhebung der Exkommunikation insofern gute Früchte hat, als Bischof Fellay sich so klar geäußert hat und so sehr auf Seiten des Heiligen Vaters steht wie bisher noch nicht. Auch Pater Schmidberger hier in Deutschland hat sich ähnlich vernehmen lassen. So dass ich mir vorstellen könnte, dass doch ein sehr großer Teil der Piusbruderschaft auf jeden Fall jetzt auch eine vollkommene Aussöhnung mit dem heiligen Stuhl und eine Regelung der Situation suchen wird. Ich glaube, dass Bischof Fellay da wirklich Führung übernommen hat ist ein neues Element, was sehr wichtig ist. Ich denke auch, dass die Mehrzahl der Gläubigen und der Priester, wenn sie in die Richtung geführt werden, eigentlich eine Aussöhnung mit Rom und eine vollkommene Ordnung der Situation wollen.“

Radio Vatikan: Es wird nun also in irgendeiner Form zum Austausch zwischen Piusbruderschaft und Vatikan kommen. Meinungsverschiedenheiten gibt es in einer ganzen Reihe von theologischen Themen, die sich auf Lehren des Konzils beziehen: Liturgie, Religionsfreiheit, Ökumene, interreligiöser Dialog, auch das Verständnis von Tradition. Gibt es darunter eine besonders harte Nuss?

Propst Goesche: „Ich glaube, der schwierigste Punkt ist tatsächlich das Verständnis der Tradition. Wenn man die Vorstellung hat, es hat irgendwann einmal ein ewiges Rom gegeben, 1950 oder sonst wann, wo alles in Ordnung war, hat man natürlich eine verzerrte Vorstellung von der Wirklichkeit, die schwer zu korrigieren ist, weil es fast mehr etwas Emotionales ist, und eine Perfektionsvorstellung, die eigentlich auch sehr moderne Züge hat. Bei der Liturgie gibt es, glaube ich, kein großes Problem, weil der alte Ritus, so wie er, zumindest an vielen Stellen in der Piusbruderschaft und anderswo in der Tradition gefeiert wird, sehr viel von ,Sacrosanctum Concilium’ aufgenommen hat. Da soll man sich nicht täuschen, auch da gibt es ein Erbe der liturgischen Bewegung, und viele Konzilsväter würden sich in der Liturgie, wie sie oft da gefeiert wird, sehr wohl fühlen und sagen: So ungefähr haben wir uns das vorgestellt. Ein weiteres großes Problem ist, dass Erzbischof Lefebvre Missionar war und ein großer Pragmatiker und immer einen kleinen Verdacht gegenüber allem allzu Intellektuellen hatte. Deswegen ist die Theologie in der Piusbruderschaft doch sehr beschränkt, und man kann mit der normalen akademischen Welt dann oft nicht so mithalten, wie man sich das wünschen würde. Da gibt es natürlich dann auch ein Kommunikationsproblem, wenn ich mit akademisch gebildeten Theologen spreche und im Grunde nur die eigenen Hausanstalten kenne.“

Radio Vatikan: Viele – hoffentlich alle - Katholiken haben die Einlassungen von Bischof Wiliamson mit Entsetzen zur Kenntnis genommen. Für viele war es überhaupt das erste Mal, dass sie von der Piusbruderschaft gehört haben. Wie hoch ist der Schaden für die Gemeinschaft?

Propst Goesche: „Da ist eine Eiterbeule, oder vielleicht sogar eine Pestbeule geplatzt. Man sieht, dass sofort da, wo der Papst die Arme ausstreckt, erstmal diese ungesunden Keime und dieses Bösartige ans Licht kommen - und das ist ja eigentlich ein großer Erfolg. Wie stark jetzt rechte oder sogar den Holocaust leugnende Tendenzen insgesamt vielleicht in Frankreich oder Amerika sind, das ist für mich schwer abzuschätzen, weil ich doch den deutschen Raum besser kenne. Da, würde ich sagen, ist das im Grunde eine Minderheit. Die meisten sind doch enttäuschte und vielleicht auch frustrierte Katholiken, die sich vergaloppiert haben.“

Das ganze Interview läßt sich auf der Seite des Instituts St. Philipp Neri nachlesen.

Anteil der Katholiken an der Bevölkerung

Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung des Anteils der Katholiken in Deutschland zwischen 1965 und 2007. Dieser Anteil lag 1965 bei 44 Prozent und 2007 bei 31 Prozent. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands sank der Anteil der Katholiken unter der gesamtdeutschen Bevölkerung um 7 Prozent. Läßt man den Bevölkerunszuwachs von 1990 außer acht, dann sank der Anteil der Katholiken auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik zwischen 1965 und 2007 um 6 Prozent, das sind lediglich 0,15 Prozent pro Jahr. Die verwendeten Daten stammen von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Statistischen Bundesamt.


Donnerstag, 5. Februar 2009

Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht

"Und Levi richtete ihm ein großes Mahl zu in seinem Haus, und viele Zöllner und andre saßen mit ihm zu Tisch. Und die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten murrten und sprachen zu seinen Jüngern: Warum esst und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern? Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Gerechten."

"Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er eins von ihnen verliert, nicht die neunundneunzig in der Wüste lässt und geht dem verlorenen nach, bis er's findet? Und wenn er's gefunden hat, so legt er sich's auf die Schultern voller Freude. Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen."

Lukas 5, 29-32 und 15, 2-7.

Katholiken unterstützen Papst Benedikt

Pro Missa Tridentina, Una Voce Deutsch­land und Pro Sancta Ecclesia rufen mit fol­gen­der Er­klä­rung zur Unter­schrif­ten­samm­lung für den Hl.Vater auf:

Solidarität mit Papst Benedikt XVI.

Die Kampagne gegen Papst Benedikt XVI. sprengt inzwischen alle nach­voll­zieh­baren Pro­por­tio­nen. Die un­ver­ant­wort­lichen Äußer­ungen eines Weih­bischofs der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. vom Nov­ember des vo­rigen Jah­res sind offen­sicht­lich nur ein will­kommener Anlaß zu einer wirklich scham­losen Hetze.

Was hat der Papst verbrochen? Er hat der in­stän­digen Bitte von vier Bischöfen der Pius­bru­der­schaft statt­gegeben und die Ex­kommu­nikation auf­gehoben, die sie sich vor 20 Jahren durch den Em­pfang un­er­laub­ter Bischofs­weihen zu­ge­zogen hatten. Das Gleiche hatte er ohne jedes Medien­echo zuvor getan, als er den Kirchen­bann gegen die meisten chi­nesisch­en Bischöfe der sog. „patrio­tischen Ver­ei­ni­gung“ aufhob, die aus demselben Grund ex­kommuni­ziert waren.

Der Papst ver­dien­te nicht die Anrede „Vater“, wenn er die Auf­he­bung der Ex­kommuni­kation abhängig machen würde von Sym­pa­thie, von po­li­tisch­en Er­wä­gun­gen oder dem poli­tisch­en Wohl­ver­hal­ten des Be­troffen­en, der übrigens ja in­zwisch­en von sei­ner Bru­derschaft ge­maßregelt wurde.

Was be­deu­tet die Auf­he­bung der Ex­kommu­ni­kation? Sie be­deutet nur, daß der Be­troffene wieder in der Beichte die Los­sprech­ung erhalten und daß er die hei­lige Kommunion wieder em­pfan­gen darf, auß­er­dem muß er nicht ohne die Tröstung durch die Sa­kra­mente der Kirche sterben. Das ist alles.

Wir, die Unter­zeich­ner, erklären in die­ser Stun­de unsere Soli­darität mit dem Heiligen Vater und unsere Enttäuschung über die teils red­selige, teils schwei­gende Entsolidarisierung vieler unserer Glaubens­brüder angesichts dieser ge­ballten Medien­kampagne, die offen­sichtlich als konzer­tierte Aktion vor­be­reitet und jetzt bei passender Ge­legen­heit per­fekt insze­niert wurde.

Die Unterschriftenliste läßt sich bei Pro Missa Tridentina oder beim Institut St. Philipp Neri abrufen. Auf geht´s!

Mittwoch, 4. Februar 2009

Unterstützt den Heiligen Vater Benedikt XVI.

Hier gibt es die Möglichkeit dem Heiligen Vater ein Zeichen der Unterstützung zukommen zu lassen. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich möglichst viele dazu bereit fänden. Danke!


Dienstag, 3. Februar 2009

Gott bessert die Irrenden und eint die Zerstreuten

Deus, qui errata corrigis, et dispersa congregas, et congregata conservas: quaesumus super populum christianum tuae unionis gratiam clementer infunde; ut, divisione rejecta, vero pastori Ecclesiae tuae se uniens, tibi digne valeat famulari. Per Dominum nostrum Jesum Christum. Amen.

O Gott, Du besserst die Irrenden, Du einigst die Zerstreuten und bewahrst die Geeinten; daher bitten wir Dich: gieße in Deiner Milde die Gnade der Einheit über das christliche Volk aus, auf daß es die Spaltung behebe, mit dem wahren Hirten Deiner Kirche sich vereinige und so Dir würdig zu dienen vermöge. Durch unseren Herrn Jesus Christus. Amen.

Tagesgebet der Votivmesse um die Einheit der Kirche, Schott - Römisches Messbuch, 1963.

Gebet für den Papst und die Einheit der Kirche

Elsa hat vorgeschlagen, heute um 15 Uhr, gemeinsam für Papst Benedikt und die Einheit der Kirche zu beten. Ich schließe mich diesem Vorschlag an. Beten wir also!

Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein

Ingo Zamperoni vom ARD Nachtmagazin im Gespräch mit Pater Eberhard von Gemmingen, noch, Radio Vatikan.


Zamperoni: Sie reden von einer Kommuni­ka­tions­panne, deutsche Bisch­öfe von Schlam­perei. Das Ganze er­weckt den An­schein, das ent­weder Papst Benedikt keine Ahnung hat, was im Va­tikan so vor sich geht oder das er diese Vor­gänge dul­det. Beides klingt gleich ver­heerend.

Gemmingen: Nun gut, wenn sehr oft so was vorkäme, dann könnte man das strukturell in den Griff kriegen. Aber jetzt haben wir ja einen Sonderfall, und in dem Sinne hoffe ich das Papst Benedikt, äh, etwas Konsequenzen zieht für die Organisation und für die Öffentlichkeitsarbeit. Also ich hoffe jedenfalls, daß wir aus dem Schaden lernen.

Zamperoni: Aber ausgerechnet ein deutscher Papst, der das Dritte Reich auch noch erlebt hat, hätte doch wissen müssen, welche Wellen ein Bischof schlägt, der den Holocaust leugnet, oder?

Gemmingen: Das hätte er eigentlich schon wissen müssen. Ich kann mir auch denken, daß er es gewußt hat. Aber er, - Papst Benedikt ist eben ein Theologe, ein Denker, ein Professor und kein Politiker. Ich glaube, er überblickt noch nicht so ganz, was päpstliche Aussagen, päpstliche gute Ideen, nämlich die Lefevbre Leute zu versöhnen, was das alles für Folgen haben kann in der Welt.

Zamperoni: Aber bei solch katastrophalen Auswirkungen, da wird einem doch der Verdacht fast nahe gelegt, daß er da nicht der richtige Mann ist für diesen Posten.

Gemmingen: Also, äh, das würde ich nicht sagen. Es gibt Päpste, die mehr Denker sind, Päpste, die mehr Politiker sind etc, etc. Sondern es kommt mehr drauf an, daß sein Stab in Ordnung ist und in dem Stab scheint wirklich etwas nicht ganz in Ordnung zu sein, oder nicht mehr in Ordnung zu sein. Ich hoffe, daß da ein bißchen Ordnung geschaffen wird.

Zamperoni: Wenn da keine Ordnung im Stab ist, bekommt Papst Benedikt denn überhaupt noch mit, was außerhalb der Mauern des Vatikans passiert?

Gemmingen: Das bekommt er schon mit, äh, da bin ich ganz sicher. Es ist höchstens die Frage, wie energisch er zugreift, denn ich denke natürlich, Papst Benedikt so als Persönlichkeit wird sagen, dem Jesus ist der Wind auch schon entgegengeblasen kein Wunder, wenn er uns auch entgegenbläst.

Zamperoni: Da riskiert er aber, bei allem Respekt, diese Kirche, die er eigentlich retten möchte, zu spalten, denn da gibt es ganz schön viel Unmut über das, was da jetzt passiert ist, in den Gemeinden.

Gemmingen: Ja, das ist richtig. Ich kann auch wirklich verstehen, wenn die Basis sich fragt, den Kopf schüttelt, was haben wir für einen Papst, ist das überhaupt noch unser Papst, sind wir noch Papst, das kann ich schon verstehen, und deswegen wünsche ich mir eben auch, das aus dem Vatikan Signale kommen, Zeichen, deutliche Aussprache, wie auch schon Kardinal Lehmann gefordert hat, das, äh, sich jemand entschuldigt und vor allem, das klare Positionen sind. In der katholischen Kirche muß man Vaticanum zwei annehmen, muß man Antisemitismus verurteilen, muß man den Dialog mit den Juden suchen und pflegen, vor allem die Einheit der Christen, alles das muß klar auf den Tisch gelegt werden, damit die Menschen wissen, die Leute in der Kirche wissen, was Benedikt wirklich bewegt und umtreibt.

Montag, 2. Februar 2009

Berufung statt Berufe im Erzbistum Paderborn

Das Erz­bis­tum Pa­der­born hat die Diöze­san­stelle "Be­rufe in der Kir­che" um­be­nannt. Seit dem 1. Fe­bruar heißt sie "Diö­ze­san­stelle Be­ru­fungs­pas­to­ral".

Die Ini­tiati­ve zur Um­be­nennung ging von den Mit­ar­bei­tern der Bis­tums­stelle aus. Die bis­herige Bezeich­nung "Berufe der Kirche", er­klärt Schwe­ster Gabri­ele Lüden­bach, habe dazu ge­führt, daß die Diö­ze­san­stelle als "Arbeits­agen­tur" oder "Job-Börse" der Kir­che miß­ver­standen wor­den sei. "Wir haben Erz­bischof Hans-Josef Becker um die Um­benennung ge­beten. Mit dem neu­en Namen steht nun das drüber, was drin ist", sagte Dom­vikar Dr. Breden­beck. Die Aufgabe der Berufungs­pastoral sei es, die Frage nach der Berufung zum Christ­sein immer wieder und auf allen Ebenen ins Ge­spräch zu bringen.

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Die Mitarbeiter der Diözesanstelle Berufungspastoral: Präfekt Dirk Salzmann, Schwester Gabriele Lüdenbach FCJM und Domvikar Dr. Michael Bredeck, von links nach rechts.

Aufhebung der Exkommunikation der Bischöfe

Es geht mir nicht anders als dem Dilettantus in interrete. Auch ich habe mit dem Gedanken gespielt, zu der Aufhebung der Exkommunikation der Bischöfe der Piusbruderschaft Stellung zu nehmen. Nun scheint es nicht notwendig, das Rad ein zweites Mal zu erfinden. Ich verweise deshalb gerne auf den Beitrag aus der Pfarrei St. Urban in Ottmarsbocholt. Hochwürden Ulrich Terlinden hat zu diesem Vorgang Worte gefunden, denen ich mich vorbehaltlos anschließe.

Was die Bericherstattung in den Medien angeht, hat das Commentarium alles Notwendige gesagt.