Donnerstag, 27. November 2008

Ökumenischer Umweltpreis 2008

Bischof Huber und Kardinal Sterzinsky vergeben den Ökumenischen Umweltpreis. Damit zeichnen die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und das Erzbistum Berlin bereits zum zehnten Mal Projekte und Aktionen in Berlin und Brandenburg aus, die mit ihrem Engagement "die Verantwortung für die Schöpfung in besonderer Weise wahrnehmen".

Die beiden ersten Preise erhalten der Kirchliche Arbeitskreis Umwelt in Teltow-Zehlendorf und die Kindertagesstätte St. Martin Berlin-Reinickendorf. Sie werden am 2. Dezember in Berlin verliehen.

Der Kirchliche Arbeitskreis Umwelt in Teltow-Zehlendorf besteht aus ehrenamtlichen Umweltbeauftragten evangelischer Kirchengemeinden. Er hat in 14 Jahren viele Umweltschutzprojekte durchgeführt: Die Aktion Stromwechsel, das Projekt Klimacheck, sowie ein Projekt zur nachhaltigen Energieeinsparung. Zur Finanzierung richtete der Arbeitskreis einen Umweltfonds ein, der sich durch Ersparnisse aus Sammeleinkäufen finanziert.

Die katholische Kindertagesstätte St. Martin, die bereits im Vorjahr einen zweiten Preis errungen hatte, wird für ihr Jahresprojekt „Stromdetektive im Kindergarten“ ausgezeichnet.

An den Abt des Klosters Mariawald

Hochwürdigster Herr Abt,

Sie haben vom Heiligen Vater die Erlaubnis erhalten, den usus antiquior in Ihrem Kloster in Mariawald wieder aufzunehmen.

Ich freue mich darüber, nicht weil ich das Alte seines Alters wegen schätze, sondern weil ich seine Überzeitlichkeit und Wirksamkeit erlebt habe. Ohne die alte Messe, den Choral und das Latein wäre mir die Kirche selbst bis heute leider fremd geblieben.

Das Gefühl der Bedeutungslosigkeit des geistlichen Lebens, das mit großer Anspruchslosigkeit und Beliebigkeit einhergeht, macht es schwer, sein Leben ganz in diesen Dienst zu stellen. Sie machen es leichter. Ich werde für Sie beten.

Gott schütze Sie!
Tiberius

Mittwoch, 26. November 2008

Tanzen und Hüpfen, Geschrei und Raserei

Sie tanzten hüpfend um den Altar, den sie gebaut hatten. Sie schrien mit lauter Stimme. Als der Mittag vorüber war, verfielen sie in Raserei. Sie wurden nicht erhört.

Er aber fügte Steine zu einem Altar zusammen und grenzte die Fläche ab. Er brachte das Opfer dar und rief "Herr, erhöre mich" und er wurde erhört.

Das Volk hörte seine Worte und es glaubte ihm nicht. Als das Volk aber sah, daß er von Gott erhört worden war, da glaubte es seinen Werken.

Was hat er wohl besser gemacht? Er tanzte und er hüpfte nicht. Er schrie und er raste nicht. - Ruhig und versammelt trat er an den Altar Gottes, in einem Bezirk, den er von der Welt geschieden hatte. 1. Könige 18, 19-40.

Dienstag, 25. November 2008

Bilder vom Sprechgesang-"Gottesdienst"

Die Jugendkirche St. Michael veröffentlicht Bilder vom Sprechgesang-"Gottesdienst" am 19. November. Das Fazit der Organisatoren: Der "HipHopJam mit Gott" war "ein spannendes und sicherlich ungewohntes Experiment".

Dienstag, 18. November 2008

Sprechgesang soll Gott Jugendlichen näherbringen

In der ka­tho­lisch­en Ju­gend­kir­che SaM soll man am 19. No­vem­ber mit Gott spre­chen, strei­ten und rap­pen kön­nen. Nach An­gabe des Erz­bis­tums Ber­lin wird der "Vor­sprech­ter­min" Gott und Ju­gend­liche näher brin­gen - kul­tu­rell, sprach­lich und me­dial. Zu den dargebotenen Interpreten gehören Sido und die Fantastischen Vier.

Helmut Jansen, Re­fe­rent für die Ju­gend­kir­che, er­klärt, daß es nicht darum gehe, pro­fane Songs christ­lich zu verein­nahmen, "son­dern den Lebens­welten Jugend­licher die Kir­chen­türen zu öff­nen". Mit Gott zu jammen heiße, un­ver­stellt und in­tensiv in ei­nen Dia­log zu tre­ten.

Die Ju­gend­kir­che SaM ver­steht sich als An­sprech­part­nerin für "eine un­be­fan­gene und kri­tische Aus­ei­nan­der­setz­ung zum Thema Glaube 2008". " Sie freue sich auf je­den Ein­zelnen mit sei­nen Ideen, Ge­dan­ken und Fra­gen. Ihr gehe es nicht um "Ja, und Amen".

Montag, 17. November 2008

Monsignore Feulner am Hochaltar von St. Clemens

Am Sonn­tag­mittag be­such­te ich die Messe, die Mon­signore Feulner la­tei­nisch und in der or­dent­lich­en Form des rö­misch­en Ri­tus am Hoch­al­tar von St. Clemens fei­er­te. Un­ge­fähr drei­ßig Gläu­bige hatten sich zu die­ser un­ge­wohn­ten Zeit in der Kirche ver­sammelt. Ge­­sun­gen wur­de das Or­di­na­rium der Missa de Angelis, soweit es den so­ge­nann­ten Eier­no­ten des Got­tes­lo­bes zu ent­neh­men war. Den Gläu­­bigen war an­zumerken, wie un­­ge­wohnt das Singen des Chorals war. Die Existenz eines Graduale Romanum schien manchen zu überraschen. Ein Proprium gab es nicht. Die Lesung und das Evangelium waren auf Deutsch.

Ich fin­de es gut, daß hier ve­rsucht wird, dem La­tei­nisch­en in der Kir­che wie­der mehr Gel­tung zu ver­schaffen, muß aber sa­gen, daß mich sowohl das La­tei­nische als auch die ge­mein­same Orien­tie­rung von Prie­ster und Ge­mein­de in der or­dent­lich­en Form der Messe etwas be­frem­det haben. Nicht, weil es mir un­ge­wohnt wäre, sondern, weil es mir in dieser Form weniger or­ganisch er­scheint als in der außer­or­dent­lich­en Form. Daß die Für­bitten, der laute Canon und der Frie­dens­gruß für mich schwie­rig sind, will ich nur bei­läufig be­mer­ken.

Anders als ur­sprüng­lich an­ge­nommen, wird Mon­signore Feulner die la­tei­nische Messe nur ein­mal im Mo­nat lesen. St. Clemens steht damit neben der Kirche zu den Zwölf Aposteln, die von mir in einer ersten Aufzählung unterschlagen wurde, die aber monatlich Messen in beiden Formen des römischen Ritus auf Latein anbietet. Allen, die eine or­dent­liche Messe suchen, die Latein und Choral entdecken wollen und ihre Scheu vor der außer­or­dent­lichen Form des römisch­en Ri­tus nicht über­win­den können, empfehle ich, in vier Wochen mit dabei­zu­sein. Gerade mit Blick auf den Choral wird sich bis dahin einiges getan haben.

Samstag, 15. November 2008

Bundeswehr weicht Linken und Rechten in Berlin

Die Bundeswehr kann ihren Reservisten die Erlaubnis erteilen, die Uniform bis auf Widerruf zu bestimmten Gelegenheiten auch außerhalb des Wehrdienstes zu tragen. Diese Erlaubnis gestattet die Teilnahme an festlichen Familienfeiern, an Beerdigungen von Angehörigen und Kameraden und an öffentlichen Gedenkfeiern des Bundes, des Landes und der Gemeinden. Zu anderen Anlässen ist den Reservisten das Tragen der Uniform nicht gestattet.

Unzählige öffentliche Gedenkfeiern von Bund, Ländern und Gemeinden finden jährlich zum Volkstrauertag statt. Das Gedenken gilt den Opfern von Verbrechen und Gewaltherrschaft wie auch den Toten und Gefallenen der Kriege. Unter anderem wird auch der Soldaten gedacht, die ihre Treue zur Bundesrepublik Deutschland mit dem Leben bezahlten. Eine der Gedenkfeiern wird morgen an der Zentralen Gedenkstätte des Landes Berlin in Kreuzberg stattfinden.

Bei dieser Gedenkfeier werden Vertreter des Landes Berlin, seiner Institutionen, Parteien und Verbände, Trauerkränze niederlegen. In den letzten Jahren wurden auch Kränze der DVU, der NPD und des Rings Deutscher Soldatenverbände niedergelegt. Das hat öffentlichen Protest hervorgerufen. Mehrfach haben Kriegsgegner und sogenannte Antifaschisten lautstark vor den Toren der Gedenkstätte demonstriert. Die Veranstaltung mußte von der Polizei geschützt werden.

In diesem Jahr wird die Gedenkfeier des Landes Berlin ohne Vertreter der Bundeswehr stattfinden. Das Standortkommando Berlin hat zudem verfügt, daß die Allgemeine Erlaubnis zum Tragen der Uniform für die Gedenkfeier des Landes Berlin keine Gültigkeit hat. Die Angehörigen der Reserve werden stattdessen eingeladen an der besser geschützten, zentralen Gedenkfeier der Bundeswehr auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee teilzunehmen.

Berlin bekommt eine weitere Messe auf Latein

Morgen mittag wird der Sekretär des Apostolischen Nuntius, Monsignore Rüdiger Feulner, eine lateinische Messe in Berlin St. Clemens feiern. Die Messe wird nach dem jüngsten Missale am Hochaltar gefeiert. Sie beginnt um 13 Uhr und wird ab jetzt regelmäßig stattfinden. Die Kirche St. Clemens liegt an der Stresemannstraße 66, in der Nähe des Anhalter Bahnhofs.

St. Clemens ist im Erzbistum Berlin die erste Kirche, die eine lateinische Messe nach der ordentlichen Form des römischen Ritus an jedem Sonntag des Jahres anbietet. In den Kirchen St. Afra, St. Adalbert und St. Peter und Paul wird die heilige Messe sonntags in der außerordentlichen Form des römischen Ritus gefeiert. Diese Form ist immer lateinisch.

Jugendliche kommen in die Kirche klettern

Das chris­tliche Me­dien­ma­ga­zin PRO be­rich­tet, das Bis­tum Es­sen ha­be in der Lieb­frau­en­kir­che einen Klet­ter­par­cours auf­ge­baut. Be­such­er könn­ten damit in der Kir­che nicht nur "Pre­dig­ten lau­sch­en oder be­ten, son­dern auch klet­tern". Ziel sei es, jun­ge Men­schen in die Kir­che zu locken. In der Ju­gend­messe dien­ten die Ge­rüste, Seile und Ge­stän­ge nicht nur der sport­lich­en Be­tä­ti­gung. Sie soll­ten wäh­rend der Pre­dig­ten auch "liturgisch" ge­nutzt werden.

Dienstag, 11. November 2008

Versammlung der Atlantischen Gesellschaften

Am Mon­tag fol­ge ich der Ein­ladung eines Freun­des zur Er­öffnung der General­ver­sammlung der At­lan­tisch­en Ge­sell­schaf­ten im Ho­tel Ad­lon am Pa­riser Platz. Frau Bun­des­kanz­ler Mer­kel und NATO-Ge­ne­ral­se­kre­tär de Hoop Scheffer sind als Red­ner an­ge­kün­digt. Als ich ankomme ist der gro­ße Saal be­reits voll­ständig be­legt. Nur auf der Em­pore ist noch Platz zum Stehen. Staats­se­kre­tär Schmidt be­grüßt die Kanz­lerin und Frau Merkel hebt an: "Sehr ge­ehr­ter Herr Par­la­men­ta­risch­er Staats­se­kre­tär, lieber Christian Schmidt," und an die Ad­resse des Prä­si­den­ten der Ver­ei­ni­gung der At­lan­tisch­en Ge­sell­schaften, "lie­ber Kollege Dok­tor Karl A. Lamers". - Lieber Karl A. Lamers? Ich stutze - und nehme mir vor, Mangels ei­nes Mit­tel­na­mens die Kanz­lerin zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt mit Frau Bun­des­kanzler A. Merkel an­zu­sprech­en, fin­de den Ge­danken dann aber doch zu ab­surd.

Frau Merkel schlägt ei­nen Bo­gen - vom Ad­lon über das Bran­den­bur­ger Tor zu Ronald Reagans "tear down this wall" und von dort zum neu­ge­wähl­ten Prä­si­den­ten der Vereinigten Staaten von Amerika wie zur Bedeutung von Koa­li­tio­nen und Ko­opera­tionen in der in­ter­na­tio­nalen Politik. Die Kanzlerin bekennt sich zum Dialog mit Russland und beschwört die Verbündeten, sich in diesem Dialog nicht spalten zu lassen. Frau Merkel spricht lange über Af­gha­nis­tan. Sie glaubt, daß der Erfolg der Mission über das Ansehen des Bündnisses in der Welt entscheidet. Ohne Aufbau könne es keine Sicherheit geben und ohne Sicherheit keinen Aufbau. Sie warnt vor überzogenen Erwartungen. Ziel der Mission müsse es sein, selbsttragende Strukturen zu schaffen, die in Af­gha­nis­tan Sich­er­heit ge­währ­lei­sten. Ein west­lich-mo­der­nes Ge­sell­schafts­sys­tem sei dabei nicht zu erwarten.

Die Rede der Kanzlerin ist gut, aber nicht besonders aufregend. Mein Blick schweift durch den Saal und bleibt am Gesäß einer jungen Frau hängen, die vor mir steht. Ich weiß, daß es ungebührlich ist - und wende mich nicht ab. Es ist ein Verhalten, das ich normalerweise einer gewissen Überspanntheit meinerseits zuschreiben würde, in diesem Fall jedoch der Hand ihres Begleiters, die sich von dort recht offen mit festem Griff an ihren Schritt massiert. Kurze Zeit fühle ich mich so, als ob ich etwas tun müsste. In Gedanken spiele ich Mög­lich­kei­ten des Ein­grei­fens durch, verwerfe sie am Ende aber alle. Ich belasse es bei einem Kopfschütteln und einem Foto. Offen­bar hatte ich die Wir­kung des Vor­trags auf an­dere völ­lig unter­schätzt.

Nach der Kanzlerin tritt NATO-Generalsekretär de Hoop Scheffer ans Pult. Er spricht über verschiedene Herausforderungen der Weltpolitik: Wirtschaft, Afghanistan, Irak und Klimawandel. Zur Mitte seines Vortrags - die Stimmung vor mir ist merklich abgekühlt - verlasse ich die Empore und erwarte das Ende der Rede an der nächstgelegenen Bar. Die Saaltüren öffnen sich. Das Publikum strömt heraus. Man steht in kleinen Gruppen zusammen. Ich sage einem alten General guten Tag, trinke meinen Wein, verabschiede mich bei Freunden und laufe durch das Brandenburger Tor zurück nach Kreuzberg.

Montag, 10. November 2008

Drei Tage mit dem Opus Dei in Kreuzweingarten

Über das Wochen­ende bin ich mit dem Opus Dei in Kreuz­wein­garten. Drei Tage Ex­er­zitien, das heißt drei Tage Schwei­­gen, Be­­sinnung und Ge­bet.

Fast vier­zig Männer sind zu­sammen­ge­kommen, die Jüng­sten En­de zwan­zig, die Äl­tes­ten über sieb­zig. Viele sind ver­hei­ra­tet. Nicht alle sind ka­tho­lisch. Die mei­sten kommen aus Berlin und Köln. Andere sind schon seit vie­len Jah­ren dabei. Für mich ist es das er­ste Mal.

Über die Tage ver­gegen­wärtigt ein Priester des Opus Dei in geist­lichen Be­trach­tungen die Wahr­heiten des Glaubens über die Be­ziehung von Gott und Mensch. Er spricht von Frei­heit und Liebe, von Sünde und Ver­gebung, von Tod und Auf­erstehung. Er spricht von der Würde des Menschen und von seiner Hei­ligung durch die Nach­folge Christi.

In Vorträgen werden auch Fragen der christ­lichen Lebens­führung erörtert. Es geht um das Leben des Laien in Ehe, Familie und Beruf. Tu was für deine Ehe, heißt es da zum Beispiel. Halte deine Frau nicht für selbst­verständlich. Sprich mit ihr. Hör ihr zu. Nimm Rücksicht auf sie. Schenk ihr Zeit. Schenk ihr Auf­merksamkeit und Ver­ständnis. Alles Dinge, die weder neu noch ungewöhnlich sind, die aber helfen und immer wieder helfen, wenn man sich nur daran erinnert.

Den größten Teil des Tages ver­bringen wir ohne Betrach­tung oder Vor­trag schwei­gend mit uns selbst. Für viele ist die Stille unge­wohnt. Sie macht uns hör­bar, was der All­tag, von dem sich die Gedanken langsam lösen, leicht ver­schluckt. Sie wirft den Menschen auf sich selbst zurück. Die Existenz drängt sich als Frage auf zu der nur Gott die Antwort ist.

Es ist gut, bei sich zu sein, wenn man die Antwort kennt.