Montag, 31. März 2008

Samstag, 29. März 2008

Die Christenheit oder Europa 1799

"Die Reformation war ein Zeichen der Zeit gewesen. Sie war für ganz Europa bedeutend, wenn sie gleich nur im wahrhaft freien Deutschland öffentlich ausgebrochen war. Die guten Köpfe aller Nationen waren heimlich mündig geworden, und lehnten sich im täuschenden Gefühl ihres Berufs um desto dreister gegen verjährten Zwang auf. Aus Instinkt ist der Gelehrte Feind der Geistlichkeit nach alter Verfassung; der gelehrte und der geistliche Stand müssen Vertilgungskriege führen, wenn sie getrennt sind; denn sie streiten um Eine Stelle. Diese Trennung tat sich immer mehr hervor, und die Gelehrten gewannen desto mehr Feld, je mehr sich die Geschichte der europäischen Menschheit dem Zeitraum der triumphierenden Gelehrsamkeit näherte, und Glauben und Wissen in eine entschiedenere Opposition traten. Im Glauben suchte man den Grund der allgemeinen Stockung, und durch das durchdringende Wissen hoffte man sie zu heben. Überall litt der heilige Sinn unter den mannigfachen Verfolgungen seiner bisherigen Art, seiner zeitlichen Personalität. Das Resultat der modernen Denkungsart nannte man Philosophie und rechnete alles dazu was dem Alten entgegen war, vorzüglich also jeden Einfall gegen die Religion. Der anfängliche Personalhaß gegen den katholischen Glauben ging allmählich in Haß gegen die Bibel, gegen den christlichen Glauben und endlich gar gegen die Religion über. Noch mehr - der Religions-Haß dehnte sich sehr natürlich und folgerecht auf alle Gegenstände des Enthusiasmus aus, verketzerte Phantasie und Gefühl, Sittlichkeit und Kunstliebe, Zukunft und Vorzeit, setzte den Menschen in der Reihe der Naturwesen mit Not obenan, und machte die unendliche schöpferische Musik des Weltalls zum einförmigen Klappern einer ungeheuren Mühle, die vom Strom des Zufalls getrieben und auf ihm schwimmend, eine Mühle an sich, ohne Baumeister und Müller und eigentlich ein echtes Perpetuum mobile, eine sich selbst mahlende Mühle sei."

Novalis - Die Christenheit oder Europa 1799

Freitag, 28. März 2008

Dienstag, 18. März 2008

Hier bin ich, erster Teil

Könnte Moses von sich sagen "hier bin ich", wenn er den Gott leugnete, der von sich sagt "ich bin, der ich bin"? Und ist das "ich" des Moses nicht eine Trennung von der Welt, an die er über das "hier" gebunden ist? Und verlangt damit das "ich" des Moses nicht, neben einem "du", das "hier" ist, nach einem anderen "du", das nicht "hier" ist, einem "du" jenseits der Welt? Und steht hinter jedem "ich" und "du" nicht ein "wir"?

Mich erschüttert, wie drei Worte einen ganzen Kosmos beschreiben, und wie der Mensch Gott schon bekennnen muss, wenn er auch nur von sich selbst sprechen will.

Tiberius


Weiter zum zweiten Teil.

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Elberfelder Bibel, Exodus 3, 3-4:
"Und Mose sprach: Ich will doch hinzutreten und dieses große Gesicht sehen, warum der Dornbusch nicht verbrennt. Und als Jehova sah, daß er herzutrat, um zu sehen, da rief Gott ihm mitten aus dem Dornbusche zu und sprach: Mose! Mose! Und er sprach: Hier bin ich."

Elberfelder Bibel, Exodus 3, 14-15:
"Und Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Kindern Israel komme und zu ihnen spreche: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie zu mir sagen werden: Welches ist sein Name? was soll ich zu Ihnen sagen? Da sprach Gott zu Mose: Ich bin, der ich bin. Und er sprach: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: "Ich bin" hat mich zu euch gesandt."

Montag, 17. März 2008

Der Mann ohne Eigenschaften

“Eine Stunde täglich, das ist ein Zwölftel des bewußten Lebens, und sie genügt, um einen geübten Leib in dem Zustand eines Panthers zu erhalten, der jedes Abenteuers gewärtig ist; aber sie wird hingegeben für eine sinnlose Erwartung, denn niemals kommen die Abenteuer die einer solchen Vorbereitung würdig wären. Ganz das gleiche ist mit der Liebe der Fall, auf die der Mensch in der ungeheuerlichsten Weise vorbereitet wird, und schließlich entdeckte Ulrich noch, daß er auch in der Wissenschaft einem Mann glich, der eine Bergkette nach der anderen überstiegen hat, ohne ein Ziel zu sehen. Er besaß Bruchstücke einer neuen Art zu denken wie zu fühlen, aber der anfänglich so starke Anblick des Neuen hatte sich in immer zahlreicher werdende Einzelheiten verloren, und wenn er geglaubt hatte, von der Lebensquelle zu trinken, so hatte er jetzt fast alle seine Erwartungen ausgetrunken. Da hörte er mitten in einer großen und aussichtsreichen Arbeit auf. Seine Fachgenossen kamen ihm zum Teil wie unerbittlich verfolgungssüchtige Staatsanwälte und Sicherheitschefs der Logik vor, zum Teil wie Opiatiker und Esser einer seltsam bleichen Droge, die ihnen die Welt mit der Vision von Zahlen und dinglosen Verhältnissen bevölkerte. “Bei allen Heiligen!” dachte er ”ich habe doch nie die Absicht gehabt, mein ganzes Leben lang Mathematiker zu sein?”
Aber welche Absicht hatte er eigentlich gehabt? In diesem Augenblick hätte er sich nur noch der Philosophie zuwenden können. Aber die Philosophie in dem Zustand, worin sie sich damals befand, erinnerte ihn an die Geschichte der Dido, wo eine Ochsenhaut auf Riemen geschnitte wird, während es sehr ungewiß blieb, ob man auch wirklich ein Königreich damit umspannt; und was sich von Neuem ansetzte, war von ähnlicher Art wie das, was er selbst getrieben hatte, und vermochte ihn nicht zu verlocken. Er konnte nur sagen, daß er sich von dem, was er eigentlich hatte sein wollen, weiter entfernt fühlte als in seiner Jugend, falls es ihm nicht überhaupt ganz und gar unbekannt geblieben war. In wundervoller Schärfe sah er, mit Ausnahme des Geldverdienens, das er nicht nötig hatte, alle von seiner Zeit begünstigten Fähigkeiten und Eigenschaften in sich, aber die Möglichkeit ihrer Anwendung war ihm abhandengekommen; und da es schließlich, wenn schon Fußballspieler und Pferde Genie haben, nur noch der Gebrauch sein kann, den man von ihm macht, was einem zur Rettung der Eigenheit übrigbleibt, beschloß er, sich ein Jahr Urlaub vom Leben zu nehmen, um eine angemessene Anwendung seiner Fähigkeiten zu suchen."

Robert Musil - Der Mann ohne Eigenschaften

Sonntag, 16. März 2008

Nicht unter Erwachsenen

Salve Elsa!

Nach der von Dir vertretenen Ausgangsthese ist es einem Christen nach nicht verboten, Umgang mit Atheisten zu pflegen. Als Beleg führst Du eine Stelle aus der Schrift an, die auf den ersten Blick genau das Gegenteil zu fordern scheint. Im von Dir herausgestellten historischen Kontext wird erkennbar, daß das Verbot des Umgangs ein spezielles und kein allgemeines ist. Deine These wird damit nicht begründet, aber auch nicht widerlegt.

Deine Intention war es aber wohl nicht, eine hinreichende Begründung für den Umgang mit Atheisten zu liefern, sondern zu zeigen, das der Sinn der Schrift ohne Kenntnis des Kontextes nicht zu ermitteln ist und hier, in diesem Fall nicht zum tragen kommt.

Dem nachfolgenden Kommentar entnehme ich, neben einer Vielzahl von Kraftausdrücken und Schmähungen, das Deine Prämissen falsch sind. Es handele sich dabei um eine Lüge, die Du lebst, weil Du die Wahrheit nicht ertragen kannst. Einen wichtigen Beleg für diese These erhältst Du durch den Hinweis, daß Gott keinen Penis hat. Ob das ein Beitrag zum Leib-Seele-Problem werden sollte? Man weiß es nicht.

Sicher ist uns an dieser Stelle aber die Gelegenheit entgangen, mehr von dem zu hören, der die Wahrheit nicht nur glaubt, sondern vorgibt sie zu besitzen; eine Wahrheit, die so furchtbar ist, daß nur er sie ertragen kann.

Die Auslegung der Schrift wird dann mit der Begründung zurückgewiesen, das die Schrift dadurch ihren ursprünglichen Sinn und ihren gewalttätigen Charakter verberge, wie es auch im Islam der Fall sei. Als Beleg für den gewalttätigen Charakter wird Matthäus 10, 34 angeführt: "Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert."

Abgesehen davon, daß der Vergleich von Islam und Christentum nicht trägt, da der Islam eine Auslegung des Koran nur sehr begrenzt im Rahmen seiner selbst und der Hadithen erlaubt, was ihn von der Auslegung im historisch-sozialen Kontext unterscheidet, ist dem Kommentator offenkundig der Zugang zu Metaphern und Allegorien verwehrt.
Ich will diese Fähigkeit nicht gleich grundsätzlich absprechen, da er das Evangelium vielleicht einer falschen Textsorte zuordnet: handelt es sich doch um einen Text, der nicht wie ein Gesetzestext oder eine Pressemitteilung, sondern literarisch verstanden werden kann. Die Gleichsetzung von Krieg, Gewalt und Schwert wäre dann, gerade mit Blick auf den Kontext, nicht mehr zwingend.

In Deiner Antwort auf diesen Kommentar, forderst Du eine Mäßigung im Ton, die ich angesichts der oben bereits erwähnten Kraftausdrücke und Schmähungen im Folgenden unterstrichen habe.

Meine Vermutung war es, daß der offenkundige Mangel an Textverständnis eine konstruktive Auseinandersetzung unmöglich macht. Abgesehen davon, bin ich davon ausgegangen, daß jemand, der sich selbst das Wissen um die Wahrheit zuschreibt, und gleichzeitig meint, anderen den Glauben daran absprechen zu dürfen, nicht wirklich erkannt haben kann, wie furchtbar das Nichts ist.

Daraufhin hast Du den, sicherlich mildernd gedachten Umstand ins Feld geführt, aus seinem historisch-sozialen Kontext und seiner arabisch-islamischen Kultur, die ja auch seine Haltung zur Schriftauslegung erklären könnte, wäre ein abendländisches Textverständnis nicht möglich.

Dieser Hinweis wurde durch einen nachfolgenden Kommentator, der im Verlauf des Schriftwechsels leider keine Rolle mehr spielte, zu recht daraufhin ergänzt, daß die abendländische Tradition im Abendland selbst oft nicht mehr präsent ist.

Gegen Deine These, der Mangel an Textverständnis sei auf den historisch-kulturellen Kontext des Kommentators zurückzuführen, führt dieser an, daß eine Kritik seiner Kultur überhaupt nicht möglich sei, ohne auch die eigene, abendländische Kultur zu kritisieren, da letztere aus der ersteren hervorgegangen sei. Die Einflüsse zoroastrischen Denkens auf das Christentum sind dabei erstaunlich gut belegt, obwohl diese weder zuvor noch danach in Frage gestellt worden waren.

Das angeführte Argument gegen den mildernden Umstand könnte tatsächlich greifen, wenn man vollkommen ahistorisch und damit kontrafaktisch eine Gleichsetzung der Kulturen über die Zeit vornimmt, das heißt jede kulturelle Veränderung und Entwicklung außer acht läßt, wie auch die vielfältigen anderen Einflüsse, denen die Entstehung des Christentums zu verdanken ist.
Trotz dieser Schwäche, neige auch ich dazu, Deine These zu verwerfen und den Mangel der Person allein anzulasten, da wir es nicht mit einem iranischen Kaspar Hauser zu tun haben, obwohl die Umgangsformen den Verdacht nahelegen könnten.

Mit etwas Wohlwollen, das angesichts der herablassenden Art des Beitrags nur schwer aufzubringen ist, ließe sich diesem vielleicht noch die These abgewinnen, daß der Glaube auf einen Mangel an Wissen zurückzuführen ist. Eine These, die bedenkenswert ist, und mit einem Hinweis auf das christliche apriori des Glaubens widerlegt werden könnte.

Deine Antwort, Elsa, ist eigentlich schon der Abschied von einem Zeitgenossen, der nach Form und Inhalt seiner Aussagen kaum ernst zunehmen ist. Deinen Vorwurf der Frauenfeindlichkeit verstehe ich als den verzweifelten Versuch, das unflätige und rüpelhafte Verhalten wenigsten mit einem Grund zu versehen, um es verstehen zu können. Ein im Grunde sehr rationales Bedürfnis.

Der so Beschuldigte nennt den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit polemisch, irrational, hinterhältig und verzweifelt. Nach seiner Aussage sind das genau die Eigenschaften, die er Christen und auch Moslems immer schon zugeschrieben hat.
Wenn der Ton seiner Schreiben nicht auf einen latenten Priapismus schließen ließe, wäre ich sicherlich geneigt, den Grund für den rüden Umgangston allein in der Religions- und nicht in der Frauenfeindlichkeit zu suchen. Schön finde ich, daß auch hier wieder ein ahistorisch-kultureller Kontext, einen persönlichen und höchst gegenwärtigen Vorwurf entkräften soll. Anders kann ich mir den erneuten Hinweis auf das alte Persien nicht erklären.
Das ganze wird dann mit zwei Textstellen aus dem Korintherbrief garniert, die als Beleg für die Frauenfeindlichkeit des Christentums leider unkommentiert und damit wohl auch unverstanden bleiben, wie auch die erweiterte Passage von Matthäus 10, 34-39.

Ich habe in meinem Kommentar darauf hingewiesen, daß ich die Hochkulturen des alten Orients sehr schätze, und mich über die Manieren eines Menschen wundere, der vorgibt einer dieser Hochkulturen anzugehören. Es schien mir naheliegend, daß der, der sich hier Perser nennt, heute, nachdem das letzte persische Großreich vor 1400 Jahren unterging, zwar immer noch auf dessen Glanz verweisen kann, aber selbst nichts von dem bewahrt hat, was den Anspruch rechtfertigt, sich auch so nennen zu dürfen. Der kulturfremde Bezug auf die genetische Abstammung unterstreicht für mich nur, wie prekär dieser Anspruch tatsächlich sein muß.

Das ich den Menschen frei von Abstammung und Tradition nur nach Denken, Reden und Handeln beurteile, habe ich mit meiner Auslegung von Matthäus 10, 34-39 dargelegt. Leider ist das nicht mehr aufgegriffen worden. Statt dessen wurde der Vorwurf erhoben, ich wäre ein Verwirrter, ein Kreuzritter, der mangels Argumenten, unterschwellig fremdenfeindlich und intolerant, die Abstammung und Tradition seines Gegenüber kritisiert.

Was für ein bedauerliches Mißverständnis. Meine Kritik galt immer nur der Person, die glaubt, über jeden konstruktiven Gesprächsansatz hinweg, wie ein selbstherrlicher Barbar auftreten zu dürfen.

Aber, vielleicht haben wir einfach nicht unter Erwachsenen gesprochen.

Tiberius

Die Fähigkeit, in Bildern und Gleichnissen zu denken

Salve Elsa,

offenbar sind die letzten Reste der persischen Kultur mit der Eroberung des Sassanidenreiches durch die Araber untergegangen. Der selbsternannte Epigone dieser frühen Hochkultur legt dies durch seine Umgangsformen zumindest nahe.

Schätze menschlicher Kultur, die der fruchtbare Halbmond hervorbrachte, gingen unter dem Halbmond verloren. Die Fähigkeit, in Bildern und Gleichnissen zu denken, blieb davon nicht verschont. Vom vierfachen Sinn der Schrift will ich gar nicht sprechen.

Die Fähigkeit einen Satz zu bilden, der sowohl eine These als auch ein Argument umfaßt, verdanken wir, auch hier besticht das Zeugnis unseres Persers, wohl nicht den Persern, sondern dem Mut der Griechen bei Marathon und Plataiai.

Wer das eigene Schreiben mit der reinigenden Wirkung einer Darmentleerung vergleicht, wird vielleicht kein Verständnis dafür haben, daß ein anderer seiner Koprolalie sublimere Formen des Gesprächs vorzieht. Zum Glück gibt es keinen Zwang, dieser Therapie beizuwohnen.

Wer genötigt ist, den Beweis seiner kulturellen, zivilisatorischen und hier wohl auch persönlichen Überlegenheit aus den Anfängen der Menschheitsgeschichte zu gewinnen, kann von da bis in die Gegenwart nicht allzuviel vorzuweisen haben.

Die gegenwärtige Stellung der Frau wäre wohl auch kaum geeignet um nationale Chauvinismen zu befriedigen, das Versagen der iranischen Zivilgesellschaft, die das Regime in Teheran wie ein Naturereignis hinnimmt, wohl ebenfalls nicht.

Den Hinweis auf die indoiranische Abstammung ergänze ich gerne durch den homo habilis, der dem Europäer ein wohl noch entfernterer Vorfahr ist. Warum das jedoch die Kritik an bestimmten Traditionen verbietet ist mir genauso schleierhaft wie die Rolle der Gene dabei.

Meinem Selbstverständnis nach, und hier folge ich den von Matthäus überlieferten und hier bereits zitierten Worten, ist der Mensch frei, die Bindung an bestehende Formen der Gemeinschaft und der Tradition zu lösen, um in eine neue Gemeinschaft und eine neue Tradition einzutreten, die jedem offen steht, der sich zur Nachfolge Christi bekennt. Das ist eine Forderung, die sicher ebenso radikal und konfliktreich wie emanzipatorisch ist. Die Gewaltlosigkeit dieser Forderung ist dabei hinreichend durch das Blut christlicher Märtyrer bezeugt.

Dieses Konzept kann man ablehnen. Man kann darüber streiten. Wenn es aber gar nicht erst erkannt wird, ist jedes Wort im Streit zuviel. Wer nur sein eigenes Ego streicheln will, der soll andere da nicht mit hineinziehen.

Tiberius

Samstag, 15. März 2008

Mich beeindruckt das nicht.

Salve Elsa,

er hat also Kant gelesen und besitzt ein Buch in dem die Werke vieler Philosophen beschrieben werden. Das ist viel.

Seine Auseinandersetzung mit anderen Standpunkten, so scheint es mir, beschränkt sich leider nur auf wüste Invektiven. Das ist wenig.

Ich gehe jedoch davon aus, dass dies notgedrungen der Fall ist, da selbst ein rudimentäres Textverständnis nicht zu erkennen ist.

Manchmal hilft es dabei schon, wenn man einen Text im Zusammenhang liest und die Möglichkeit, auf sinnvolle Aussage zu treffen, zumindest in Betracht zieht. Wem das alles zu mühsam ist, der kann natürlich auch seine Nachttöpfe darüber ausleeren.

Mich beeindruckt das nicht. Ich habe Zeugnisse von Menschen gesehen, die Gott konsequenter geleugnet haben als dieser: bis ins Nichts. Das kann er nicht. Da steht er selbst davor. Ganz sicher.

Tiberius

P.S. Hier eine zweite Chance.

Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein.
Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.

Dienstag, 11. März 2008

Sind Islam-Verbände eine Gefahr für die Demokratie?

Sehr geehrter Herr Dr. Fest,

vielen Dank für Ihre Kolumne. Sie bringen es auf den Punkt.

Ich mache mir Sorgen um ein Europa, welches die Früchte des christlichen Glaubens: Freiheit, Liebe und Leben genießt, den Glauben selbst aber leugnet, während der Islam genau das Gegenteil davon tut.
Das säkulare Europa hat hier keine Abwehrkräfte, es hält eine Religion für so gut wie jede andere. Es pflegt einen Begriff von Gott, der so anspruchslos ist, dass seine Naivität, die ich nicht kindlich nennen möchte, nur der eigenen Überheblichkeit dient.

Abgeschnitten von seinen Wurzeln wird das abendländische Europa vergehen. Viele werden erst verstehen, wenn es zu spät ist, was ihr Erbe war und wie sie es verspielt haben.

Das dürfen wir nicht zulassen!

Mit freundlichen Grüßen

Tiberius

Samstag, 8. März 2008

Das Islambild in Deutschland

Sehr geehrter Herr Dr. Fest,

vielen Dank für ihre Darstellung des Integrationsgipfels. Sie haben wichtige Punkte aufgezeigt und auch klare Konsequenzen gefordert.

Ich hoffe, dass Sie von gar zu schrecklichen Einlassungen Ihrer Leser verschont geblieben sind.
Leider sind Sie in Ihrem Nachtrag nicht ganz so konsistent wie in Ihrem Bericht. Es scheint mir auf die Formel zuzulaufen: Wenn der Islam nicht mehr der Islam ist, dann muss er auch in Deutschland Platz haben dürfen.

Ich glaube, dass Sie von falschen Voraussetzungen ausgehen, wenn Sie auf einen Euro-Islam a la Bassam Tibi hoffen. Die Möglichkeit einer Entwicklung oder einer Tradition ist im Islam nicht angelegt. Der Islam ist per Definition das, was er immer war und was er immer sein wird. Ein Islam ohne Scharia ist da genauso islamisch wie ein Islam ohne Prophet. In meinen Augen sind beide gleichermaßen bedenklich.

In meinen Augen ist es besonders wichtig, zu verstehen, dass der europäische Religionsfriede, der das Leitbild der Religionsfreiheit ist, im Grunde ein Konfessionsfriede ist. Die Voraussetzungen der Säkularisierung, die Lehre von den zwei Reichen, die Trennung von Diesseits und Jenseits, von Schöpfung und Schöpfer, sind in sich schon christlich. Der Islam verfügt über keine dieser Kategorien.

Das sollte uns zu denken geben!

Mit freundlichen Grüßen

Tiberius

Dienstag, 4. März 2008

Früchte des Glaubens

Salve Alipi!


Die Menschen sehen das Licht nicht, weil sie das Dunkel nicht kennen; wie Fische schwimmen sie im Wasser und kennen das Wasser nicht.

Die Früchte des Glaubens: Freiheit, Liebe und Leben, sind dem Europäer keine Verheißungen mehr. Ohne Bedenken nimmt er sie für sich in Anspruch. Den Glauben aber - und damit die Wahrheit selbst - leugnet er. An die Stelle der Hoffnung, die nur aus dem Glauben erwächst, tritt eine Selbstsicherheit, die nicht dem Überfluss an Antworten, sondern nur dem Mangel an Fragen geschuldet ist.

Wer den Menschen für den Glauben gewinnen will, muss ihm zunächst helfen, die Fragen nach dem Sein, dem Werden und dem Sinn aller Dinge zu stellen. Der Tod, das Ende und das Nichts, die dem Menschen in der Wüste besonders deutlich entgegentreten, fordern diese Frage heraus. Der Mensch aber meidet die Wüste und versteckt sich im Rausch der Sinne vor Gott und sich selbst.

Wer den Menschen nun bekehren will, der muss ihn verunsichern und in die Wüste schicken, denn so wie der Mensch durch den Tod zum Leben kommt, so muss er durch das Nichts zu Gott kommen.

Tiberius