Dienstag, 9. September 2008

Weihe und Segnung nach Kirchenrecht

Wenn man den Codex Iuris Canonici von 1983 zur Hand nimmt, und ein bißchen blättert, dann kann man über folgende Passagen stolpern, die ich hier aus gegebenem Anlaß aufführen möchte. Wie die Weihe oder Segnung eines Gräberfeldes an eine Pastoralreferentin delegiert werden kann, müssen mir dann andere erklären:


Canon 1169:
  • § 1. Weihen und Weihungen können gültig diejenigen vornehmen, welche die Bischofsweihe empfangen haben, sowie Priester, denen es von Rechts wegen oder durch rechtmäßige Ermächtigung gestattet wird.
  • § 2. Segnungen kann, mit Ausnahme der dem Papst oder den Bischöfen vorbehaltenen, jeder Priester vornehmen.
  • § 3. Der Diakon kann nur jene Segnungen vornehmen, die ihm von Rechts wegen ausdrücklich gestattet werden.

Canon 1205:
  • Heilige Orte sind solche, die für den Gottesdienst oder das Begräbnis der Gläubigen bestimmt sind durch Weihung oder Segnung, wie sie die liturgischen Bücher dazu vorschreiben.
Canon 1206:
  • Die Weihung eines Ortes steht dem Diözesanbischof zu und jenen, die ihm von Rechts wegen gleichgestellt sind; sie können jedem Bischof oder, in Ausnahmefällen, einem Priester die Aufgabe übertragen, die Weihung in ihrem Gebiet vorzunehmen.
Canon 1207:
  • Heilige Orte werden vom Ordinarius gesegnet; die Segnung von Kirchen jedoch ist dem Diözesanbischof vorbehalten; jeder von ihnen aber kann einen anderen Priester dazu delegieren.

Kommentare:

Mcp hat gesagt…

Wenn ich das richtig deute, ist der Boden, den die Dame gesegnet hat, ungeweiht und damit für christliche Begräbnisse ungeeignet. Oder liege da falsch?

KJ hat gesagt…

Es wurde ja stets nicht nur in geweihter Erde bestattet (etwa Krieg, Schiffahrt), aber grundsätzlich hast du wohl recht.