Montag, 8. September 2008

Laien aus Limburg: "Kirche büßt an Profil ein"

Die Frankfurter Neue Presse sammelt zur Amtsenthebung des Dechanten Peter Kollas, der ein homosexuelles Paar gegen den Willen der Kirche gesegnet hatte, Stimmen aus dem Bistum Limburg und erhebt auch selbst die Stimme. Die Menschen, so die Frankfurter Neue Presse, verstünden Bischof Tebartz-van Elst nicht immer. Das Verstanden werden liege ihm zwar wie die Mission am Herzen, aber es sei halt die Mission im Auftrag Roms und nicht des Bistums.

Anonym bekennt ein Pfarrer in der Zeitung: "Kamphaus", der Vorgänger des Bischofs, "war Bischof von Limburg, Tebartz-van Elst ist ein Beamter Roms". Beatrix Schlauch, die Präsidentin der Diözesanversammlung zeigt Verständnis für die Entscheidung des Bischofs. Ihr Vorgänger, Klaus-Peter Röther, ist jedoch davon überzeugt, daß Bischof Kamphaus, den Fall gelöst hätte, "ohne daß die katholische Kirche", wie er sagt, "an Profil eingebüßt hätte."

Ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des Bistums spricht von einem "Klima der Angst und der Einschüchterung" und von der pastoralen Wirklichkeit, die es notwendig mache, von den vorgegebenen Pfaden abzuweichen. Auch Henny Toepfer vom Verein "Wir sind Kirche" darf sich zu Wort melden. Ihr ist klar, daß der Bischof "eine sehr konservative Linie fährt". Ein Redakteur des Publik Forum für kritische Christen wiederholt, daß der Bischof gegen das Profil des Bistums agiere. Ihm ist der Bischof zu sehr auf das Amt und das Priestertum bezogen. Der einfache Grund dafür: "Der neue Bischof will noch Karriere machen ..." Ein Vertreter der Initiative Christenrechte, sieht den Sonderweg des Bistums in Gefahr. Der neue Bischof setze nur auf die Linie Roms. Von einem "jungen Mann" wie Tebartz-van Elst wünsche er sich, dass er sich das Bistum erst einmal anschaue und höre, was das Volk Gottes in seinem Bistum denke, was keineswegs immer dem entspräche, was die Zentrale in Rom denke und möchte.

Kommentare:

dilettantus in interrete hat gesagt…

Na da ist man doch stolz Niederrheiner zu sein! (Wenn der Bischof auch von der falschen Rheinseite kommt...)

Condottiere hat gesagt…

Als Schäfchen des Bistums Limburg freue ich mich, dass mein Hirte eine klare Richtung vorgibt und auch bestimmte [in meinen Augen falsche] Wege nicht mehr beschreiten möchte.

Ausserdem fühle ich mich von der "Zentrale Rom" gut geführt. Aber vielleicht bin ich eben nur einfältiger, konservatiger, un-kritischer Christenmensch, die eigentlich schon ausgestorben sein müssten ;)

Tiberius hat gesagt…

In der letzten Zeit, die ich mich mit dem Leib Christi befasse, muß ich öfter an die Worte unseres Herrn denken:

"Wenn dich aber deine Hand zum Abfall verführt, so haue sie ab! ... Wenn dich dein Fuß zum Abfall verführt, so haue ihn ab! ... Wenn dich dein Auge zum Abfall verführt, so wirf's von dir! Es ist besser für dich, dass du einäugig in das Reich Gottes gehst, als dass du zwei Augen hast und wirst in die Hölle geworfen, ..."

Möge es noch viele wie Dich in Limburg geben, Condottiere! Christen, die auf das Lehramt und die Tradition der durch Christus eingesetzten Kirche vertrauen.

Elsa hat gesagt…

Ist euch dieses absolut unvorteilhafte Bild des Bischofs zum Artikel aufgefallen, selbstverständlich mit Absicht ausgewählt?

Wir sollten für Seine Exzellenz beten ...

Tiberius hat gesagt…

Ja, das Bild ist echt der Hammer, der Versuch Seine Exzellenz lächerlich zu machen offensichtlich. Seriöse Berichterstattung sieht insgesamt anders aus. Den Kommentar vom Bericht zu trennen, gehört heute wohl nicht mehr zur journalistischen Ausbildung.