Mittwoch, 17. September 2008

Heiliger Vater Honecker - Bittlinger Lindenberg

Auch die Frankfurter Rundschau berichtet über die Bedrohung des evangelischen Pfarrers und Liedermachers Clemens Bittlinger nach dessen Lied "Mensch Benedikt". Nachdem Bittlingers E-Mail-Adresse auf "rechtskonservativen, katholischen Internetseiten" veröffentlicht wurde, habe dieser Drohbriefe erhalten, die vom Liedermacher zum Teil als Mordrohung verstanden werden könnten. Die sachliche Reaktion katholischer Weblogger und die von ihnen initiierte Aktion "Katechismus für Bittlinger" bleiben unerwähnt.

Die Frankfurter Rundschau nennt es pikant, daß Bittlinger als "Referent für Mission und Ökumene" im Dekanat Darmstadt-Land für gute Kontakte zu anderen Kirchen zuständig sei. Sie weist jedoch darauf hin, daß die Evangelische Kirche in Hessen-Nassau in der musikalischen Nebentätigkeit ihres Pfarrers keine Probleme sieht. Dazu erklärt Stephan Krebs von der Landeskirche Hessen-Nassau: "Das Lied ist frech und provokant, aber gut. Nichts anderes als Lindenberg für Honecker geschrieben hat".

Dieser für Krebs offenbar naheliegende Vergleich, der das Verhältnis von Pfarrer Bittlinger und Papst Benedikt XVI. über den Gegensatz von Freiheit und Diktatur beschreibt und der den Heiligen Vater in die Nähe eines Staatsratsvorsitzenden der DDR rückt, wird vom evangelischen Kirchenpräsidenten Peter Steinacker nicht kommentiert. Auch Steinacker hält das Stück für unproblematisch. Es sei, wie er sagt, "aus Sehnsucht nach Gemeinschaft unter den Kirchen geschrieben".

1 Kommentar:

Elsa hat gesagt…

Falls Martina Hauschild von extradingsbums mal wieder jemanden für eine Realsatire benötigt, könnten wir ihr doch den Namen von Herrn Krebs nennen? Ich finde, der hat mehr Talent als wir.