Freitag, 22. August 2008

CIC 284 - Des Rätsels Lösung

Zunächst möchte ich mich bei allen bedanken, die hier mitgeraten haben: Benedikt, Mcp, Elsa, Scipio, Gregor, Ultramontan, KJ und Stephie. Die Spekulationen haben mich sehr erfreut. Den Vorstand bei Vattenfall, den Greencard-Ingenieur und den Phoenix-Experten habe ich so- fort geglaubt. Beindruckt haben mich auch Stephie und Scipio, die von kleinen Details auf ganze Erwerbsbiographien schließen können. Leider wurden 15 Priester als solche nicht erkannt. Was bedauerlich - und nachvoll- ziehbar ist. Die Ursachen liegen dabei auf der Hand. Nachdem Mcp mich zu Recht der Hütchenspielerei geziehen hat ("Es gibt gar kein U-Boot"), ist es höchste Zeit, das Rätsel zu lösen. Die gewünschten Antworten sind zudem mehrfach gefallen. Denn treffend bemerkt Elsa: "Eigentlich sehen sie alle nicht wie Priester aus, ...", und auch Ultramontan weist darauf hin: "Tatsächlich ist keiner der Herren an seiner Kleidung als Priester kenntlich". Ich habe mir erlaubt, an dieser Stelle nachzuhelfen, und alle Priester - es sind wirklich alle, verzeiht! - auf meine Weise kenntlich zu machen. Am Ende möchte ich sagen: Sollte ich Spott gefordert haben - so verdient er auch sein mag -, dann nicht, um diese Priester zu verspotten. Auch Feuerholz - ein witziger Einwurf Mcp - ist nicht vonnöten. Ich wollte ein Problem verdeutlichen: Wie kann ein Fremder einen Priester ansprechen, wenn der Priester nicht mehr als Priester zu erkennen ist? Muß man erst vorgestellt werden oder dürfen nur Eingeweihte vorsprechen? Warum werden Chancen persönlicher Begegnung nur so leichtfertig vertan?

Kommentare:

Elsa hat gesagt…

Wenn mir jetzt nicht so die Augen flimmerten, würde ich jetzt einen sarkastischen Kommentar hier stehenlassen, in dem das Wort "Tiberius" und das Wort "Hütchenspieler" ganz eng beieinanderstünden...

:-)

Phil hat gesagt…

Daß einige Priester in Zivil herumlaufen finde ich auch eine traurige Entwicklung. Der Gedanke, daß man mit einer Soutane oder einem Kragen anecken und Leute verstören könnte, ist zwar vielleicht sogar irgendwie liebenswert, aber in einer Zeit, in der Leute mit Piercings durch die Lippen, Dreads, Palitüchern etc. pp. herumlaufen, doch irgendwie eh nicht zeitgemäß.
Von meinen Opus-Connecten höre ich auch immer wieder, daß sie eigentlich freundlich auf den Kragen angesprochen werden (oder auf die Soutane).
Also, liebe Priester, keine falsche Bescheidenheit!

Was ich, rein menschlich, manchmal nachvollziehen kann, ist, was ein junger Kaplan mir mal erzählte; daß nämlich manchmal auch ein Priester zeit für sich haben will. Das ist zwar dann immer noch nicht richtig, aber wie gesagt, verständlich.

Tiberius hat gesagt…

Volle Zustimmung! Ich kann auch verstehen, daß ein Priester Zeit für sich braucht. Ein Priester bleibt aber auch in seiner Freizeit, was er ist. Es gibt eine Befreiung von den Pflichten des Amtes, nicht aber von denen des Standes.

KJ hat gesagt…

Und wer begegnet mir heute morgen auf dem Weg zum Supermarkt in dieser protestantisch dominierten Region - ein mir völlig unbekannter Mensch im (grauen) Priesterkragen...

Es ist auch eine Realität, dass unter den jüngeren Priestern wieder wesentlich häufiger Priesterkleidung getragen wird, als in der Generation 40-70.

Tiberius hat gesagt…

Grau oder schwarz, da will ich nicht so sein. Ich finde es toll und freue mich jedesmal, wenn ich auf der Straße einem Geistlichen begegne. Es ist gut, zu sehen, daß sie da sind.

Du hast im übrigen Recht, wenn Du darauf hinweist, daß die jüngeren Priester wesentlich häufiger Priesterkleidung tragen. Das gibt mir Zuversicht!

Phil hat vollkommen zu Recht darauf hingewiesen, daß es heute fast unmöglich geworden ist, andere durch das eigene Erscheinungsbild zu provozieren. Wenn ich mir den Kopf halbseitig rasiere und eine Büroklammer durch die Nase stecke, werde ich in der Berliner U-Bahn nicht eines Blickes gewürdigt.

Kleiner Exkurs: Wer wirklich provozieren möchte, der sollte sich eine Uniform zulegen. Vor ein paar Jahren - ich habe lange keine Uniform mehr getragen - wurde ich in der Berliner U-Bahn Zeuge eines kurzen Wortwechsels:
"Papa, was macht der Mann da drüben, warum sieht der so aus."
"Der tötet andere Menschen."
- Tja, was soll man da noch sagen?

Ich denke aber, daß die meisten Menschen sehr einfach zu provozieren sind. Nicht durch die Büroklammer in der Nase, aber durch einen Standpunkt, der von dem "alles ist irgendwie gut" abweicht. Die Bestimmtheit ist es, die vielen Menschen unglaublich suspekt erscheint. Wenn dann noch jemand die drei Imperative des F*ckens, Fressens und Fernsehens in Frage stellt, ist es schnell ganz aus.

Das Geistliche für viele ein Stein des Anstoßes sind, finde ich im Grunde hervorragend. Denn erst einmal angestoßen kommen viele vielleicht in Bewegung und manche auch in die richtige Richtung.

Mcp hat gesagt…

Ha! Ich hab es geahnt.
Es hat trotzdem großen Spaß gemacht.