Donnerstag, 7. August 2008

Die Einreise

Die Franzosen forderten Ausweisdokumente des internationalen Hauptquartiers, die wir - so wurde uns mitgeteilt - erst am Einsatzort erhalten sollten. Deutsche Marschbefehle und Kommandierungsverfügungen machten auf die Franzosen wenig Eindruck. Nach dem Willen der Verbündeten sollte es ohne die Dokumente keine Einreise geben. Verhandlungen wurden aufgenommen, vorgesetzte Dienststellen benachrichtigt. Der französische Posten blieb fest. Wir warteten.

Nach einer guten Stunde - die Sache begann größere Kreise zu ziehen - war das Haupthindernis der Einreise ausgemacht. Den Franzosen war nicht entgangen, daß wir an Bord unserer Maschine Waffen mitgeführt hatten: Pistolen und Gewehre, in Kisten verpackt. Deutsche Soldaten ohne Ausweisdokument waren für die Franzosen schwer zu ertragen, mit Waffen waren sie offenbar unerträglich. Für uns war es die erste Lehrstunde in multinationaler Zusammenarbeit.

Die Franzosen wollten, daß wir ohne Waffen einreisen. Für uns war klar, daß wir die Waffen nicht zurücklassen würden. Es dauerte also eine Zeit bis mit Hilfe eines hohen Stabes eine Farce gefunden war, die allen half, das Gesicht zu wahren. Da die Soldaten, die uns am Flughafen abholen sollten, als einzige über die geforderten Ausweisdokumente verfügten, wurden sie verpflichtet, die Waffen an sich zu nehmen und gesondert von uns zu transportieren. Wir waren ausgelöst und setzten unsere Reise fort.

Zurück zum ersten Teil.

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