Donnerstag, 31. Juli 2008

Der sittliche Wert eines Menschen

"Jetzt wird die ganze Welt über uns herfallen und uns beschimpfen. Aber ich bin nach wie vor der felsenfesten Überzeugung, daß wir recht gehandelt haben. Ich halte Hitler nicht nur für den Erzfeind Deutschlands, sondern auch für den Erzfeind der Welt. Wenn ich in wenigen Stunden vor den Richterstuhl Gottes trete, um Rechenschaft abzulegen über mein Tun und Unterlassen, so glaube ich mit gutem Gewissen das vertreten zu können, was ich im Kampf gegen Hitler getan habe. Wenn einst Gott Abraham verheißen hat, er werde Sodom nicht verderben, wenn auch nur zehn Gerechte darin seien, so hoffe ich, daß Gott auch Deutschland um unsertwillen nicht vernichten wird. Wer in unseren Kreis getreten ist, hat damit das Nessushemd angezogen. Der sittliche Wert eines Menschen beginnt erst dort, wo er bereit ist, für seine Überzeugung sein Leben hinzugeben."

Henning von Tresckow, 21. Juli 1944.

Kommentare:

Harki hat gesagt…

Gut, das hat er gesagt, als er wußte, daß er sterben würde, als er praktisch schon tot war.

Verzeih mir aber, wenn mir ein in einer nachmittäglichen Diskussion (die ich zur Verteidigung der Mäßigkeit, Nachsicht und Duldsamkeit gestartet hatte) hingeworfenes markiges "Ich bin bereit, für meine Überzeugungen zu sterben!" etwas weniger respaktabel erscheint...

Mcp hat gesagt…

An Henning von Tresckow hat mich die Rede beeindruckt, die der anlässlich der Konfirmation seiner beiden Söhne am 11. April 1943 in der Potsdamer Garnisonskirche hielt:

„Vergesst niemals dass Ihr auf preußischen Boden und in preußisch-deutschen Gedanken aufgewachsen und heute an der heiligsten Städte des alten Preußentums eingesegnet seid. ... Wahres Preußentum heißt Synthese zwischen Bindung und Freiheit, zwischen selbstverständlicher Unterordnung und richtig verstandenen Herrentum, zwischen Stolz auf das Eigene und Verständnis für Anderes, zwischen Härte und Mitleid.“

Sehr schade das Preußen zu Schanden ist.

Tiberius hat gesagt…

Salve Harki!

Verzeih, wenn mir Dein Sinn für Respekt hinter all den Invektiven bislang verborgen blieb. Auch Mäßigkeit, Nachsicht und Duldsamkeit schienen nicht zu Deinen bevorzugten Eigenschaften zu gehören.

Was ich vormittags auf einem Sportplatz in Schleswig-Holstein gelobte, daß kann ich auch nachmittags in Deinem Kommentarbereich loswerden, ohne dabei gleich pathetisch werden zu müssen.

Ich habe für mich nicht in Anspruch genommen, jemand anderes als ich selbst zu sein. Mein Respekt ist nicht davon abhängig, ob jemand lebt oder stirbt, sondern ob er tut was er sagt. Diesen Respekt erwarte ich von jedem.

Vale!
Tiberius