Dienstag, 24. Juni 2008

Trost der Philosophie

“Diese Welt wäre niemals aus so verschiedenen und entgegengesetzten Teilen zu einer Gestalt zusammengetreten, wenn nicht einer wäre, der so Verschiedenes verbände. Auch verbunden würde gerade die Verschiedenheit der Naturen in wechselseitiger Zwietracht sich zerreißen, wenn nicht einer wäre, der zusammenhielte, was er verknüpft hat. Es könnte auch nicht die Ordnung der Natur so sicher voranschreiten und die so wohl gegliederte Bewegung nach Ort, Zeit, Wirkung, Raum, Eigenschaft entwickeln, wenn nicht einer wäre, der, selbst beharrend, diese Mannigfaltigkeit der Verwandlungen anordnete. Was es auch sei, wodurch das Geschaffene dauert und sich bewegt, ich nenne es mit dem allgebräuchlichen Namen: Gott.”

Boethius - Trost der Philosophie

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