Montag, 5. Mai 2008

Der Koran, der Mensch und das Leben

Salve Maethor!

Ich stimme Dir zu, wenn du sagst: Mohammed vereinnahmt die großen monotheistischen Religionen mit einer großen Selbstverständlichkeit. Die wesenhaften Unterschiede blendet er dabei entweder aus oder führt sie auf verfälschte Überlieferung zurück. Der Koran ist nicht das ewige Wort, das er vorgibt zu sein.

An den Ausführungen von Dr. Köse hat mich gewundert, daß er auf den freien Willen des Menschen verweist. Bislang war ich davon ausgegangen, daß der Gott des Islam alleiniger Urheber aller Dinge ist. Ich wäre deshalb geneigt, mich Deinem Urteil anzuschließen: "... der freie Wille als Wurmfortsatz des religiösen Gotteswillens...", finde aber im Text von Köse keinen Beleg dafür. Mir ist mithin nicht klar, wie weit er dort den Begriff des freien Willens faßt?

Wenn ich den Ausführungen von Dr. Köse weiter folge, dann ist der Koran eine Botschaft, die in Prinzipien universell und in deren Anwendung dynamisch ist. Köse führt hier das Prinzip der Gerechtigkeit an, daß zwischen den Menschen im Leben erfüllt werden soll und am Ende der Zeit - im Gericht - zwischen Mensch und Gott erfüllt wird. Auch die Erforschung der Schöpfung ist Köse ein Gebot des Koran, daß der Verherrlichung Gottes und der Verkündung des Glaubens dient.

Daß Köse hier aus dem Koran zwei Prinzipien herausgreift, die alles andere als originär islamisch sind, wirft mich auf die Frage des Kaisers zurück: "Was hat Mohammed Neues gebracht ...?"

Zu meinem großen Bedauern kommt Dr. Köse nicht auch auf die Gretchenfrage der Religionen zu sprechen: Wie hältst Du´s mit der Gewalt?

Ich halte den Islam für eine atavistische Erscheinung der Religionsgeschichte. Mohammeds Gottesbild geht zurück hinter die Gotteserfahrung des Menschen auf dem Berg Moria, seine Begegnung mit Gott auf dem Horeb und auf Golgatha. Da Mohammed auf die Ursprünge des Monotheismus zurückgeht und jede Entwicklung des Gottesbildes verneint könnte man Mohammed mit gutem Gewissen einen großen Reformator nennen oder aber einfach einen schlichten Geist.

Vale!
Tiberius

Kommentare:

Diego hat gesagt…

mit wirklich gutem Gewissen wird man ihn und die auf ihn zurückgehende Denkungsart- ich weigere mich, sie tatsächlich mit dem doch sehr ehrenhaften Begriff der religio in Verbindung zu bringen- wohl nur als sehr schlicht und wirr bezeichnen können.

Die einzig wirkliche Frage, die mich umtreibt:
was will uns der HERR wohl damit sagen, wenn er diese doch unübersehbare Expansion des Islam zuläßt?

Tiberius hat gesagt…

Salve Diego!

Deine Bedenken teile ich. Der Islam kennt nur ein Dogma, viele Imperative und keine Theologie. Ohne das eine Dogma wäre die Bezeichnung Religion sicher hinfällig. Der Mangel an kritischer Reflexion dieser in sich überschaubaren Glaubenslehre, sprich das Fehlen einer vernünftigen Theologie, und die auf diesem einen Dogma fußenden Imperative von Unterwerfung und Expansion, lassen mir den Islam weniger als Religion, denn als politische Ideologie erscheinen.

Ich glaube, der HERR ruft uns dazu auf, die Werke der Finsternis abzulegen und die Waffen des Lichts anzuziehen, denn die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe.

Vale!
Tiberius