Dienstag, 4. März 2008

Früchte des Glaubens

Salve Alipi!


Die Menschen sehen das Licht nicht, weil sie das Dunkel nicht kennen; wie Fische schwimmen sie im Wasser und kennen das Wasser nicht.

Die Früchte des Glaubens: Freiheit, Liebe und Leben, sind dem Europäer keine Verheißungen mehr. Ohne Bedenken nimmt er sie für sich in Anspruch. Den Glauben aber - und damit die Wahrheit selbst - leugnet er. An die Stelle der Hoffnung, die nur aus dem Glauben erwächst, tritt eine Selbstsicherheit, die nicht dem Überfluss an Antworten, sondern nur dem Mangel an Fragen geschuldet ist.

Wer den Menschen für den Glauben gewinnen will, muss ihm zunächst helfen, die Fragen nach dem Sein, dem Werden und dem Sinn aller Dinge zu stellen. Der Tod, das Ende und das Nichts, die dem Menschen in der Wüste besonders deutlich entgegentreten, fordern diese Frage heraus. Der Mensch aber meidet die Wüste und versteckt sich im Rausch der Sinne vor Gott und sich selbst.

Wer den Menschen nun bekehren will, der muss ihn verunsichern und in die Wüste schicken, denn so wie der Mensch durch den Tod zum Leben kommt, so muss er durch das Nichts zu Gott kommen.

Tiberius

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