Samstag, 8. März 2008

Das Islambild in Deutschland

Sehr geehrter Herr Dr. Fest,

vielen Dank für ihre Darstellung des Integrationsgipfels. Sie haben wichtige Punkte aufgezeigt und auch klare Konsequenzen gefordert.

Ich hoffe, dass Sie von gar zu schrecklichen Einlassungen Ihrer Leser verschont geblieben sind.
Leider sind Sie in Ihrem Nachtrag nicht ganz so konsistent wie in Ihrem Bericht. Es scheint mir auf die Formel zuzulaufen: Wenn der Islam nicht mehr der Islam ist, dann muss er auch in Deutschland Platz haben dürfen.

Ich glaube, dass Sie von falschen Voraussetzungen ausgehen, wenn Sie auf einen Euro-Islam a la Bassam Tibi hoffen. Die Möglichkeit einer Entwicklung oder einer Tradition ist im Islam nicht angelegt. Der Islam ist per Definition das, was er immer war und was er immer sein wird. Ein Islam ohne Scharia ist da genauso islamisch wie ein Islam ohne Prophet. In meinen Augen sind beide gleichermaßen bedenklich.

In meinen Augen ist es besonders wichtig, zu verstehen, dass der europäische Religionsfriede, der das Leitbild der Religionsfreiheit ist, im Grunde ein Konfessionsfriede ist. Die Voraussetzungen der Säkularisierung, die Lehre von den zwei Reichen, die Trennung von Diesseits und Jenseits, von Schöpfung und Schöpfer, sind in sich schon christlich. Der Islam verfügt über keine dieser Kategorien.

Das sollte uns zu denken geben!

Mit freundlichen Grüßen

Tiberius

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