Donnerstag, 12. Februar 2009

Nachfahren der Apostel kriegen keine Kinder

Die Zeitung "Der Westen" berichtet über ein Gespräch zwischen Kaplan Mirco Quint und Schülern des Max-Planck-Gymnasiums in Gelsenkirchen-Buer.

Von den Schülern befragt, was er darüber denke, daß Frauen in der katholischen Kirche nicht Priester werden dürfen, antwortet Quint, daß die Apostel damals Männer waren und man die Priester heute als "Nachfahren der Apostel" ansehen würde. An der evangelischen Kirche könne man jedoch sehen, dass dies im Christentum auch anders ausgelegt werden könne.

Auf die Frage, ob ihm die Einhaltung des Zölibats nicht schwer falle, antwortet Quint mit einem schlichten: "Doch, total." Er würde gerne heiraten und auch "Kinder kriegen". Wenn er sich eines Tages mal richtig fest verlieben sollte, dann müsse er sich fragen, welchen "Job" er ausüben möchte.

Kaplan Quint kommt aus der Gemeinde St. Pius in Wattenscheid. Er besuchte das Bischöfliche Priesterseminar St. Ludgerus in Bochum. Die Entscheidung für das Priestertum hat er - unter anderen, nicht genannten Gründen - der Musik der Kirche zu verdanken. Durch das Singen religiöser Lieder und das Gitarre spielen, habe er einen Zugang zum religiösen Leben gefunden, der ihm sehr wichtig sei.

Sein priesterliches Selbstverständnis beschreibt er mit Worten nach Matthäus „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“. Er wolle, Menschen in der Not beistehen, ihnen ein Wegbegleiter sein in schwierigen Zeiten, mit ihnen feiern und fröhlich sein bei freudigen Anlässen und mit ihnen das Leben lieben, welches Christus ist.

Kommentare:

Katholik hat gesagt…

Und das unter der Überschrift "Er möchte gerne heiraten". Vielleicht hat sich der Kaplan ja nur in der Konfession geirrt...?
Die Äußerungen zur Geschichte des Zölibat lassen auch auf schwere Defizite in der kirchengeschichtlichen Ausbildung schließen.
Meine Güte....Schlag die Hände überm Kopf zusammen...! Wie findest du nur solche Sachen?

Tiberius hat gesagt…

Man möchte dem Kaplan wünschen, daß er von Günter Mydlak nur unglücklich wiedergegeben wurde.

Ich befürchte jedoch, daß Kaplan Quint einer mißverstandenen Berufung aufsitzt oder aber in seiner Berufung nicht ausreichend geformt wurde.

Der Zölibat, soweit ich das verstanden habe, ist keine Entscheidung gegen eine Frau oder gegen Kinder, sondern für Gott und das Heil der Seelen.

Wenn man die geistige Zeugung als Fundament der priesterlichen Vaterschaft anerkennt, dann kann ein Priester wohl mehr Kinder als jeder andere Mann haben.

Wenn der Bericht die Worte des Kaplans zutreffend wiedergibt, wäre es allerdings gut, wenn er seine Berufung, zu seinem Wohl und zum Wohl aller Gläubigen, eher heute als morgen prüft.

Wer nicht berufen ist, sich ganz Gott hinzugeben, wer nicht ganz ausgefüllt ist durch das Priestertum des einen und dreifaltigen Gottes, der tut sich und anderen keinen Gefallen damit.

Es scheint mir angebracht, für Mirco Quint und seinen Seelsorger - soweit es diesen gibt - zu beten.

Vale!
Tiberius

p.s. Derartige Nachrichten erhalte ich im übrigen von hier.

Elsa Laska hat gesagt…

Hm, ich finds auch irgendwie fad. Nicht nur aus den von Tiberius genannten Gesichtspunkten, nein, auch aus dramaturgischen. Jetzt stellt euch doch mal bitte Dornenvögel vor, - okay, ein Frauenbuch, vielleicht hats trotzdem jemand gelesen - und Pater Wieauchimmer in den Dornenvögel (so gut kenn ich es nun auch nicht), also ihr wisst schon, der klerikale Held, eröffnet der Heldin, die sich unglücklich in ihn verliebt, gleich vorab, dass er eigentlich gerne heiraten möchte und Kinder kriegen. Dann kann man diese Story auf Seite 10 zu Ende bringen. So wäre da doch nie ein Bestseller draus geworden.
Wo komm ich denn hin, wenn in meinem Vatikanthriller der Geistliche gleich auf Seite 10 bei der Heldin mit der Ich-will-ja-lieber-sowieso-heiraten-Tür aber-überbrück-hier-nur-die-Zeit-ins Haus fällt?
Aus rein schriftstellerischer Warte her für einen gescheiten Plot nicht sehr inspirierend ...
(Ja, ist doch so, muss man doch auch mal sagen dürfen).

Stanislaus hat gesagt…

Also Dornenvögel habe ich als Kind mal mit meiner Mutter gesehen - Man, hat die geheult.

On Kaplan Quint allerings auch so ein Frauenschwarm ist wie Richard Chamberlain ... oder vielleicht ist der auch schwul.

Ne, im Ernst: Wenn ein Bistum mit dem Spruch "Wir brauchen keine frommen Jungs, wir brauchen Priester" wirbt, wundert es mich nicht, wenn da sowas bei rumkommt.

Tiberius hat gesagt…

"Wir brauchen keine frommen Jungs, wir brauchen Priester"?

Hab´n die nicht gemacht, oder?

Katholik hat gesagt…

... o doch, haben sie! Google mal nach den Plakaten; bei der BerufeDerKirche Stelle kannste sie heute noch kaufen, zusammen mit einer Reihe anderer... Lobet den Herrn!

Tiberius hat gesagt…

Exita, Domine, ...!

Stanislaus hat gesagt…

Den Drahtzieher der Aktion findest Du hier: http://politischunpolitisches.blogspot.com/2008/10/bnker-oder-priester.html

Tiberius hat gesagt…

Generalvikar Dr. H.-W. sennöhT! Warum sind Sie nicht Lehrer für Religion und Sport geworden?

dilettantus in interrete hat gesagt…

Trotzdem:
Als Musiker weiß ich aus Interviews - Was man sagt und was erscheint hat nicht immer miteinander zu tun.
Also das textliche Ergebniss schön verreißen, aber kein Quintbashing. (Sei denn einer von Euch kennt den!)

p.s.:
Einen versöhnlichen Kommentar pro Jahr darf man ja auch haben. Das war dann meiner!

Tiberius hat gesagt…

Du hast Recht, Dilettantus. Es ist wichtig, das nicht zu vergessen.

Die Zeiten sind auch bei den Medien rauher geworden. Wer sich mit denen heute ohne Erfahrung und Beistand einläßt, wird verwurstet, wie es in den Kram paßt.

Der wirtschaftliche Druck auf die Redaktionen, Sensationen und Sensatiönchen zu liefern, ist gewaltig.

Stanislaus hat gesagt…

Sicher, Dilettantus hat grundsätzlich Recht.

Allerdings habe ich soeben aus zuverlässiger Quelle erfahren, daß Kaplan Quint alles genauso gesagt haben soll.

Tiberius hat gesagt…

Das ist sehr bedauerlich!

Der Autor hat gesagt…

Als derjenige, der das Gespräch mit Kaplan Quint geführt und wiedergegeben hat, möchte ich den Kommentatoren auf dieser Seite sagen: Ich glaube, Sie alle verkennen Herrn Quint. Selten habe ich in meiner knapp 30-jährigen Tätigkeit als Journalist einen dermaßen überzeugten und überzeugenden Priester getroffen. Und seien Sie gewiss: Den "wirtschaftlichen Druck auf Redaktionen, Sensationen und Sensatiönchen zu liefern", habe ich nie erlebt. Wer jedoch in meinem Beruf Leute falsch (oder aus einem falschen Zusammenhang heraus) zitiert, ist in der Tat ein schwarzes Schaf und sollte sich einem anderen Beruf zuwenden. Eher als Herr Quint.

GLG hat gesagt…

meiner meinug nach legt die katholische kirche da einiges falsch aus !!!!!
es wird mit keinen wort in der bibel erwähnt das priester nicht heiraten dürfen oder das es jemals priester geben solle.
somit ist die kirche nicht der wille gottes sondern eine erfindung der menschen (was nicht heissen soll, das ich kirche schlecht finde) allerding empfinde ich das zöllibat als eine alberne "erfindung" die auf keinerlei nachvollziebaren argumenten und thesen basirt.

mfg glg