Freitag, 17. Oktober 2008

Sieben gegen Theben: An Proitos Tor

An Proitos´ Tor erhebt schon Tydeus sein Geschrei.
Der Seher aber läßt ihn nicht Ismenos´ Flut
Durchqueren. Denn die Opfer fielen Übel aus.
Tydeus nun, tobend und begierig nach der Schlacht,
Stößt Laute aus, wie eine Schlange mittags zischt,
Und schmäht den Seher, des Oikles weisen Sohn:
Er kneife feige vor dem Sterben und dem Streit.
So brüllt er, und den dreigeteilten Schattenbusch,
Des Helmes Mähne, schüttelt er, und unterm Schild
Die erzgetriebnen Schellen klingen fürchterlich.
Solch übermütiges Wappen führt er auf dem Schild:
Kunstvoll gefügten Himmel, der von Sternen brennt,
Und mitten in dem Schild erstrahlt in vollem Glanz
Das herrlichste Gestirn, das Auge der Nacht, der Mond.
So treibt er es in seiner Rüstung hoher Pracht
Und schreit am Flußgestade, gierig nach dem Kampf,
Dem Rosse gleich, das wütend in die Zügel knirscht
Und auf sich bäumt, erharrend der Trompete Schall.
Wen stellst du wider den? Wer ist bewährt, dem Tor
Des Proitos Schutz zu bieten, wenn der Riegel birst?

Aischylos - Sieben gegen Theben

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