Donnerstag, 22. Januar 2009

Sitzen, Hoffegen, Toilettenputzen, Abspannen

Vor einiger Zeit, in der Legende, an der Bar, ein junger Mann, vom Film. Mit einem halben Ohr höre ich ihn sagen, er wolle sich für ein paar Wochen in ein Kloster zurückziehen.
"Du gehst in ein Kloster?"
"Ja."
"Ach, und in welches?"
"Nach Osaka."
"Oh, warum das?"
"Streß, total Streß."

Etliche Wochen später, in der Legende, an der Bar, der gleiche Mann:
"Hey, wie war es eigentlich in deinem Kloster?"
"Das war total gut"
"Ach, und was hast du gemacht?"
"Morgens um fünf Uhr aufstehen, Viertelstunde Frühstück, danach drei Stunden vor einer weißen Wand sitzen, dann fünf Stunden Reis pflanzen, Mittagessen, dann Reis pflanzen, Hoffegen, Toilettenputzen, drei Stunden vor die weiße Wand, das schafft total, dann Essen, schlafen, am nächsten Morgen wieder raus, richtig gut."

Er sprach noch weiter und während er über die Vorzüge der Kontemplation und der schweren körperlichen Arbeit für die geistige Gesundheit schwärmte, konnte ich nicht aufhören, mich zu wundern, nicht, ob es sich gelohnt hätte, sondern ob es wirklich notwendig war, für ein solches Programm 14 Stunden lang, 12.000 Kilometer weit zu fliegen, von den Reisekosten ganz zu schweigen, und ich fragte mich, was wohl ora et labora auf Japanisch heißen könnte?

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