Donnerstag, 22. Januar 2009

Besuchertrend der Sonntagsmesse seit 1950

Die rote Linie in der nachfolgenden Grafik zeigt an, wie sich der Anteil der deutschen Katholiken, der die heilige Messe am Sonntag aufsucht, in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. Die schwarze Linie zeigt an, wann, bei einer Fortsetzung des Trends, der letzte Katholik in Deutschland die Sonntagsmesse besuchen wird: Das wäre dann im Jahr 2022. Die Darstellung beruht auf Zahlen, die von der Deutschen Bischofskonferenz herausgegeben wurden.

Kommentare:

Olifant hat gesagt…

Verbesserungsvorschlag?

Tiberius hat gesagt…

Kommt!

Alipius hat gesagt…

Das ist natürlich mit 'nem Körnchen Salz einzunehmen. Es wird immer Leute geben, die die Heilige Messe besuchen.

Elsa Laska hat gesagt…

Mich interessiert brennend dieser Buckel bei um das Jahr 1965 herum. Wie kommt das zustande`?

Daneben meine ich, einen Aufwärtstrend zu sehen, der sich bei circa. 18 oder 17 Prozent einpendelt.

Tiberius hat gesagt…

Die Trendlinie läßt sich nach verschiedenen Berechnungsverfahren einzeichnen. Die lineare Trendlinie habe ich gewählt, weil sie die geringsten Widersprüche zur vorangegangenen Entwicklung aufweist.
Zur Zeit liegt der Anteil der Katholiken, die sonntags die Messe besuchen bei 14 Prozent. Wie es scheint, hat sich der Rückgang der Messbesucher in den letzten Jahren abgemildert. Eine Trendwende ist das jedoch nicht.
Die Annahme, daß es immer Leute geben werde, die die heilige Messe besuchen werden, ist für mich zunächst nur Ausdruck christlicher Tugend, soweit diese nicht nur den Glauben und die Liebe umfaßt.
Der von der Trendlinie beschriebene Zeitraum ist sicherlich zu kurz gesteckt. Über einen längeren Zeitraum, von sagen wir 30 Jahren, bis zum Jahr 2039 halte ich es jedoch durchaus für möglich, das die Null-Marke durchbrochen wird.
Sicher wäre es interessant, zu untersuchen, wie die Reste der Gläubigen motiviert sind, die die Messe noch aufsuchen. Die Alten, Kranken, Schwachen und die Einsamen dürften dabei eine nicht zu geringe Rolle spielen.
Der Anstieg der Messbesucher um das Jahr 1965 ist wohl der großen Aufmerksamkeit geschuldet, die das zweite Vaticanum unter den Gläubigen gefunden hat. Wie man sehen kann reiht sich aber die Entwicklung Ende der sechziger Jahre schnell wieder in den allgemeinen Trend ein.

Johannes hat gesagt…

Bei unserer Gemeinde (Großstadt, liberal, ökumenisch, feministisch) liegt der durchschnittliche Meßbesuch bei 6 %, also fast auf protestanischem Niveau. Selbst im Dezember kommen wir allenfalls auf 9%. Das Nullniveau ist demnächst erreicht. Beim Engagement der Gläubigen sowieso. Kein Kirchenchor mehr, unter den Ministranten elf Mädchen, ein einziger Junge (ist halt alles nur Weiberkram), die Schola besteht aus drei Frauen und einem Mann, etc. pp. Nur bei den Tradis gibts noch volle Kirchen, sangesfreudige Scholen, intelligente Predigten etc.

Pater Siegfried hat gesagt…

Danke Tiberius! - Habe meinen letzten Blog-Beitrag mit Deinem Beitrag ergänzt.

Tiberius hat gesagt…

Sehr gern!