Montag, 28. Juli 2008

Landung im Einsatzgebiet

Über eine Fahrgasttreppe traten wir ins Freie. Es war warm. Die Sonne stand tief. Blinzelnd gewöhnten sich die Augen an das Licht. Keine zwei Stunden waren seit dem Start in Köln vergangen. Ich hatte Berge aus meinem Fenster gesehen, dann Wasser und bald ein grünes, von Tälern und Flüssen durchzogenes Land. Jetzt, das Rollfeld zu meinen Füßen, blickte ich mich um.

Der Flughafen lag in einer Talebene. Weit entfernt, am anderen Ende des Rollfeldes stand - was ich zunächst für ein altes Lagerhaus gehalten hatte - das Hauptgebäude des internationalen Flughafens. Dahinter verlief eine Schnellstraße, die einen schmalen Erdstreifen zwischen dem Flughafen und den Wohnblöcken des Vorortes ließ. Die Stadt selbst entzog sich meinem Blick zwischen zwei Höhenzügen.

Wir ließen das Hauptgebäude des Flughafens zu unserer Rechten und gingen zu einer nahegelegenen Ansammlung von Hütten und Containern: dem militärischen Teil des Flughafens, unter Aufsicht der Franzosen. Ein Offizier wurde vorgeschickt, die Einreise- formalitäten zu erledigen. Ich setzte mich an einer der Hütten auf meinen Rucksack und musterte die Umgebung.

Die anderen standen in Gruppen zusammen, einige machten Fotos. Es waren hauptsächlich ältere Dienstgrade, wahrscheinlich Angehörige irgendeines Stabes. Auf dem Rollfeld war alles ruhig. Unsere Maschine rührte sich nicht. Eine andere Maschine stand verlassen vor dem Hauptgebäude. Jenseits des Flughafens war kein Mensch zu sehen. Das Gelände war übersichtlich. Ich schätzte die Entfernung zu den nächstgelegenen Häusern auf einen knappen Kilometer - und entspannte mich etwas.

Nach einiger Zeit kam ein Hauptfeldwebel und teilte uns mit, daß wir Schwierigkeiten bei der Einreise hätten. Wir sollten uns auf einen längeren Aufenthalt einstellen. Was denn für Schwierigkeiten, wollte ein älterer Stabsoffizier wissen. Der Hauptfeldwebel sah den Mann an, zögerte kurz und sagte dann: "Die Franzosen wollen uns nicht einreisen lassen."

Zurück zum ersten Teil. - Weiter zum nächsten Teil.

Kommentare:

Elsa hat gesagt…

Der Balkan?
Machs nicht so spannend *gg*.

Tiberius hat gesagt…

Balkan ist korrekt. Die Stadt ist Sarajevo. Die Mission hieß SFOR.

Elsa hat gesagt…

*ganz still jetzt*