Samstag, 20. September 2008

Schweigemarsch: 1000 Kreuze für das Leben

Abtreibungsgegner aus ganz Deutschland haben heute bei einem Schweigemarsch 1000 Kreuze durch Berlin getragen. Die Kreuze sollen an die Kinder erinnern, die jeden Tag in Deutschland abgetrieben werden. Nach einer kurzen Kundgebung vor dem Roten Rathaus zogen die versammelten Lebensschützer über den Alexanderplatz zum Bebelplatz. Die Veranstaltung endete mit einem ökumenischen Gottesdienst in der St. Hedwigskathedrale. Organisator des Marsches ist der Bundesverband für Lebensrecht.

Die Beratungsorganisation Pro Familia hatte vor dem Marsch zu einer Gegendemonstration aufgerufen. Diesem Aufruf waren knapp 50 Personen gefolgt, die mit bunten Spruchbändern und lauten Sprechchören auf sich aufmerksam machten. Einige der Abtreibungsbefürworter versuchten die Teilnehmer des Schweigemarsches mit kleineren Aktionen zu provozieren. Sie warfen Konfetti in den Zug und skandierten Sätze wie "Hätt´ Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben", "ihr seid so peinlich" oder "Kommunismus statt Jesus Christus". Eine junge Frau, die blank zog und ein heiseres "Weiberliebe, Weiberliebe" in die Menge brüllte, gehörte zu den traurigen Höhepunkten der Gegendemonstration. Die Teilnehmer des Marsches ließen die Provokationen geduldig über sich ergehen.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurde die Tötung von 60.000 ungeborenen Kinder in Deutschland registriert. Mit Dunkelziffer wird die Zahl der Getöteten auf mehr als das Doppelte geschätzt.

Aktualisierung: Schweigemarsch für das Leben 2009

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Bilder: (1) Kundgebung der Lebensschützer vor dem Roten Rathaus in Berlin, (2) und (3) Gegendemonstranten aus dem Umfeld der a.g. gender-killer, des ak linker feminismus, der ANA - autonomen Antifa Neukölln, des Antifaschistischen Bündnisses Süd-Ost, des Antisexismusbündnis Berlin, der Antisexistischen Praxen-Konferenz II, der f.a.q. antisexistischer Infoladen, der feministischen FrauenLesbenListe FU Berlin, der Forschungsgruppe Christlicher Fundamentalismus, der Frauen- und Queer-Referate des AStA der TU Berlin, der GAP Berlin, des LISA 2 Marburg, des LAK Shalom Berlin der Linksjugend, der pro familia und des Schwarzen Kanals.

Kommentare:

KJ hat gesagt…

Schön, dass du da warst.

Mcp hat gesagt…

Der Spruch "Abtreibung gehört zum Leben" ist "denkwürdig".

Elsa hat gesagt…

Ich weiß nicht, mir hat das Argument mit der Weiberliebe eigentlich gut gefallen. Es ist ein unkonventioneller Ansatz. Aber durchaus nicht unkonstruktiv.
Damit wären doch alle Birn g'schält, wie man in der Pfalz so schön sagt?

*gg*

Tiberius hat gesagt…

Die Argumente der jungen Frau schienen, auch wenn ich nicht so genau hingeschaut habe, tatsächlich nicht von schlechten Eltern zu sein.

Was die "Weiberliebe" betrifft, so scheint es in diesem Fall die Richtige getroffen zu haben und das ungeborene Leben wird ihr nicht anvertraut sein.

Condottiere hat gesagt…

Hmm, zu solchen Sachen fällt mir generell immer Joh. 15,18-20 ein.

Condottiere hat gesagt…

Nachtrag:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28786/1.html

>Eine Künstlerin steht auf ihrem >Fahrrad am Rand kann sich gar nicht >beruhigen über die Symbolik: "Es >sieht aus wie ein Kreuzzug, wie im >Krieg, wie die mit den weißen >Kreuzen an den Ruinen vom Palastes >der Republik vorbeiziehen".

;)

Tiberius hat gesagt…

Sie streben nicht nach Heiligem, sie wollen heilig sein. Heilig aber ist Gott allein. Die Kränkung, trotz aller Mühe nicht heilig zu sein, ertragen sie nicht. Wie sollten sie auch, wenn sie doch von der Vergebung nicht wissen wollen.

Wenn sie nicht sein können wie Gott, dann soll Gott ihnen Nichts sein. Sie foltern und verhöhnen ihn, sie schlagen ihn ans Kreuz, doch die Kränkung bleibt und macht sie bitter, auf das sie hassen müssen.

Alipius hat gesagt…

Oh no!
Die Teilnehmerliste der Gegendemonstranten liest sich wie ein Auszug aus einem Satireprogramm gegen die unbeirrbar und ewiggestrig Linken und Linksten.

"Ihr seid so peinlich"?
Guck mal, wer da spricht!

P.S.: Beim WYD in Sydney haben homosexuelle Demonstranten eine Prozession mit Kondomen bombardiert. Die Gläubigen reagierten, indem sie für die Idioten beteten und sie an sonsten ignorierten, was ihnen in der (traditionell nicht grade konservativen) australischen Presse offenbar einige ganz gute Stimmen einbrachte.

Lupambulus Berolinen. hat gesagt…

»Die Teilnehmerliste der Gegendemonstranten liest sich wie ein Auszug aus einem Satireprogramm« — ein ähnlicher Gedanke kam mir auch sofort... Übrigens sollten wir die jungen Leute, die da mitmachen, vor allem die Mädels, nicht verlorengeben; da ist, glaube ich, ein großes und realistisches »Umkehr-Potential« (natürlich immer nur individuell).

.kroski hat gesagt…

Danke, dass Du da warst, und die Gegendemo entsprechend auf Deinem Blog dokumentiert hast.

Sicher ist mein Aufmacher nicht der Feinste, aber ich denke wir sind uns weitgehend einig: Diese Töne sollen vor allem auch von jenen gehört werden, die ansonsten ihre Köpfe in den Sand stecken.

Salve, kroski.

Johannes hat gesagt…

Wie hälst Dus in dieser Stadt, in dieser Stadt der schwullesbischen Knallchargen, der altlinken Mumien, der blinden Politikastcliquen, des AltAtheismus Altfeminismus AltSozialismus AltÖkologismus AltPazifismus eigentlich überhaupt aus?

Elsa hat gesagt…

Hans, du hast wohl die neuesten Entwicklungen verschlafen?
Berlin ist DIE neue Hochburg der Erzkatholiken!

http://www.die-tagespost.de/Archiv/titel_anzeige.asp?ID=42512

(Wahrscheinlich aber erst, seit Tib dort wohnt) *gg*

Tiberius hat gesagt…

Manchmal ist es wirklich nicht ganz einfach. Berlin hat aber auch viele schöne Seiten. Interessant ist es allemal.

Phil hat gesagt…

Ach, Berlin ist toll, trotz der erwähnten Knallchargen.

Das Opus Dei ist hier recht aktiv und veranstaltet alle paar Monate Vorträge im Atrium der Deutschen Bank (seit kurzem), mit Gästen wie Asfa Wossen Asserate und Bischof Marx, es gibt wunderschöne Kirchen (ja, und auch häßliche, Berlin bietet für jeden - auch den schlechten - Geschmack etwas), es gibt wunderbare Parks und Wälder, Berge (JAHA!!! Zum Beispiel die Schäferberge, die sich in schwindelerregende 112m Höhe erheben), die Bars sind toll - und so lang Leute wie Tiberius oder ich hier sind, kann Berlin doch nur ein gesegneter Ort sein ;)