Mittwoch, 31. Dezember 2008

Besuch im Hamburger Mariendom

Drei Tage nach Weih­nachten be­such­te ich zum er­sten Mal den Ham­bur­ger Dom. Be­rich­te über die ab­ge­schloss­enen Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten hat­ten mich neu­gie­rig ge­macht. Ich lief vom Haupt­bahn­hof durch St. Georg über den Kreuz­weg und den Stein­damm Rich­tung Danz­iger Straße, vor­bei an Spiel­hallen, Erotik-Dis­countern und Sex-Kinos, wie auch an Ge­müse­händ­lern, Döner-Buden und Inter­net-Cafés.

Vor dem Dom stieß ich auf ein Eta­blisse­ment mit schwarz ver­kleb­ten Schei­ben, dessen Aus­hang mich über die Mög­lich­keit be­lehr­te, in Kürze einer so genannten Früh-Fick-Party bei­zuwoh­nen, welche ich, wie auch die tags da­rauf an­ge­bo­tene Cock­sucker-Party, un­ge­nutzt ver­streich­en ließ. Was wohl - ne­ben den von mir ge­schätz­ten Grund­sätzen der kirch­lich­en Sexual­moral - auch der ob­li­ga­to­risch­en Nicht-An­we­sen­heit von Frau­en zu verdanken war. Bedenken in Bezug auf die ebenfalls geforderte Lack- und Ledergarderobe blieben damit gänzlich unbeansprucht.

In Ge­dan­ken an die illus­tre Nach­bar­schaft und in ban­ger Er­war­tung, die Tore der Bischofs­kir­che könnten ver­schlossen sein, über­querte ich den Vor­platz. Das Haupt­por­tal war in der Tat ver­schlos­sen. Ein klei­ner weißer Zet­tel aber ver­wies mich an die ge­öffnet­en Sei­ten­por­tale. Nach ein paar Schritten hatte ich den Tür­griff in der Hand und zog das Tor zur Kir­che auf.

Das lichte Weiß der Wände und das war­me Grau des Bo­dens fielen mir zu­erst ins Au­ge, wie auch die über­schau­ba­ren Di­men­sio­nen der Ka­the­dra­le. Im Haupt­schiff zog mit Gold und Licht die Ap­sis mei­nen Blick auf sich. Das Tauf­becken in der Mitte der Kirche war ein schö­nes Detail auf dem Weg zum Altar­raum wie auch einige vom Putz der letz­ten Jahr­zehnte be­freite Wand­ma­ler­eien unter der Decke. Ich setz­te mich in eine der vor­deren Bank­reihen im Haupt­schiff und be­trach­tete still den Altar­raum.

Beim Gang durch das Haupt­schiff hatte ich er­folg­los nach dem Ort aus­geschaut, an dem der Leib des Herrn auf­be­wahrt wird. Da ich annahm, der Herr würde sich, wenn schon nicht im Flucht­punkt sei­nes Hau­ses, dann doch zumindest irgendwo in dessen Mitte auf­hal­ten, erwies ich meine Re­fe­renz in Rich­tung des Kreuz­es, welches einige Me­ter vor dem Altar in der Luft hing. Doch auch nach­dem ich den Altar­raum lange ge­mus­tert hatte, deutete mir nichts auf die Gegen­wart hin, in der ich hatte Beten wollen. Das bekümmerte mich sehr.

Je länger ich über die Ge­stal­tung des Al­tar­raumes nach­dach­te desto mehr be­dau­erte ich die Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit der Ge­gen­stän­de und das Feh­len ei­nes kla­ren Be­zugs­pun­ktes im Herrn. Der Raum blieb einfach unter seinen Mög­lich­keiten, mir meine Be­geg­nung mit Gott zu er­leich­tern. Ich muß­te daran den­ken, wie der Zweck heute oft den Bau dik­tiert und nicht der Sinn, wie ja auch an vielen Or­ten das Tun und nicht das Ri­tual den Gottes­dienst be­stimmt. Immer­hin ent­deck­te ich den Herren­platz, als ich den Dom verließ, im Seiten­schiff.

Auf der Langen Reihe wurde ich dann von einem Herrn und zwei älteren Damen angesprochen, die mich in der Kirche belauscht hatten, als ich dem Verlangen nachgab, mit der Kirche zum Herrn zu beten. Da es in der Zeit der Geburt war, hatte ich die Eingangsverse der ersten und dritten Messe seines Geburtstages gesungen, und danach das Proprium der Votivmesse des allerheiligsten Sakramentes des Altares, das Sanctus der elften Messe und das Credo drei.

Obwohl ich einen Moment abgewartet hatte, den ich mit der Kirche allein war, ließ es sich nicht verhindern, daß vereinzelt Besucher während des Gesanges den Dom betraten, was mich in Verlegenheit brachte, da ich weder auf­dringlich, noch un­an­ge­nehm, noch per­sönlich in Er­schei­nung treten wollte. Daß ein plötz­lich an­we­sen­der Pries­ter auf mich zu kam, als ich mich vom Sin­gen hin­setz­te, und mich auf­for­der­te, doch bitte weiter­zu­singen, freute mich, wie auch die ver­streu­ten Besucher des Doms, die nach ihrem Rund­gang in den Bän­ken Platz ge­nom­men hatten. Unter diesen auch die drei, die mich auf der Langen Reihe ansprachen, und mich durch Komplimente in Verlegenheit brachten.

Die beiden Damen und der Herr äußerten sich begeistert über den Gesang in der Kirche. Sie hätte stundenlang zuhören mögen, erklärte die eine der Damen und die andere fragte, was das bloß für Musik gewesen sei, noch nie hätten sie soetwas gehört. Das, sagte ich, möglichst selbstverständlich, ist die Musik der Kirche seit Jahrhunderten, das Einstimmen des Menschen in den Chor der Engel, das gesungene Wort Gottes, wie seit den Tagen des ersten Tempels: der gregorianische Choral. In wenigen Worten suchte ich zu erklären, was hier unbekannt war, und durfte dann, von Segenswünschen begleitet, meinen Weg fortsetzen. Ich aber wunderte mich sehr. Sollte es wirklich möglich sein, daß sie nie davon gehört hatten?

Donnerstag, 25. Dezember 2008

In Nativitate Domini: Dominus dixit



Dominus dixit ad me:
Filius meus es tu,
Ego hodie genui te.

Quare fremuerunt gentes:
Et populi meditati sunt inania?

Montag, 8. Dezember 2008

Große Spendengala in Berlin

Auf der roten Couch sitzen Schwes­ter Ra­pha­ela, Ha­pe Ker­­ke­­ling und Tho­mas Gott­schalk. Ra­pha­ela ist Missions­chwes­ter der Be­ne­dik­ti­ner­in­nen aus Tutz­ingen. Sie wirbt um Spen­den für die Be­treuung von Aids­wai­sen in Tan­sa­nia.

Im Pu­blikum sit­zen Pro­mi­nen­te, Spen­der und pro­mi­nen­te Spen­der. Fe­lix Ma­gath, Rene Ober­mann, May­brit Ill­ner, Peer Stein­brück, Hel­mut Tho­ma, Jetsun Pema, Joachim Hu­nold und die durch­aus gel­tungs­freu­­­dige Regine Sixt.

Auch Kai Plaume, Boris Be­cker, Ka­­tha­rina Witt, Vi­­ta­li Klitsch­ko, Re­gi­na Hal­mich, Pe­ter Hah­ne, Be­la An­da, Karl Dall, Heinz Hoe­nig, Ka­rel Gott und der no­to­rische Cher­no Jo­ba­tey sind mit da­bei. Die Büh­ne strahlt im Licht.

Da sah es Stunden zuvor noch anders aus.

Donnerstag, 27. November 2008

Ökumenischer Umweltpreis 2008

Bischof Huber und Kardinal Sterzinsky vergeben den Ökumenischen Umweltpreis. Damit zeichnen die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und das Erzbistum Berlin bereits zum zehnten Mal Projekte und Aktionen in Berlin und Brandenburg aus, die mit ihrem Engagement "die Verantwortung für die Schöpfung in besonderer Weise wahrnehmen".

Die beiden ersten Preise erhalten der Kirchliche Arbeitskreis Umwelt in Teltow-Zehlendorf und die Kindertagesstätte St. Martin Berlin-Reinickendorf. Sie werden am 2. Dezember in Berlin verliehen.

Der Kirchliche Arbeitskreis Umwelt in Teltow-Zehlendorf besteht aus ehrenamtlichen Umweltbeauftragten evangelischer Kirchengemeinden. Er hat in 14 Jahren viele Umweltschutzprojekte durchgeführt: Die Aktion Stromwechsel, das Projekt Klimacheck, sowie ein Projekt zur nachhaltigen Energieeinsparung. Zur Finanzierung richtete der Arbeitskreis einen Umweltfonds ein, der sich durch Ersparnisse aus Sammeleinkäufen finanziert.

Die katholische Kindertagesstätte St. Martin, die bereits im Vorjahr einen zweiten Preis errungen hatte, wird für ihr Jahresprojekt „Stromdetektive im Kindergarten“ ausgezeichnet.

An den Abt des Klosters Mariawald

Hochwürdigster Herr Abt,

Sie haben vom Heiligen Vater die Erlaubnis erhalten, den usus antiquior in Ihrem Kloster in Mariawald wieder aufzunehmen.

Ich freue mich darüber, nicht weil ich das Alte seines Alters wegen schätze, sondern weil ich seine Überzeitlichkeit und Wirksamkeit erlebt habe. Ohne die alte Messe, den Choral und das Latein wäre mir die Kirche selbst bis heute leider fremd geblieben.

Das Gefühl der Bedeutungslosigkeit des geistlichen Lebens, das mit großer Anspruchslosigkeit und Beliebigkeit einhergeht, macht es schwer, sein Leben ganz in diesen Dienst zu stellen. Sie machen es leichter. Ich werde für Sie beten.

Gott schütze Sie!
Tiberius

Mittwoch, 26. November 2008

Tanzen und Hüpfen, Geschrei und Raserei

Sie tanzten hüpfend um den Altar, den sie gebaut hatten. Sie schrien mit lauter Stimme. Als der Mittag vorüber war, verfielen sie in Raserei. Sie wurden nicht erhört.

Er aber fügte Steine zu einem Altar zusammen und grenzte die Fläche ab. Er brachte das Opfer dar und rief "Herr, erhöre mich" und er wurde erhört.

Das Volk hörte seine Worte und es glaubte ihm nicht. Als das Volk aber sah, daß er von Gott erhört worden war, da glaubte es seinen Werken.

Was hat er wohl besser gemacht? Er tanzte und er hüpfte nicht. Er schrie und er raste nicht. - Ruhig und versammelt trat er an den Altar Gottes, in einem Bezirk, den er von der Welt geschieden hatte. 1. Könige 18, 19-40.

Dienstag, 25. November 2008

Bilder vom Sprechgesang-"Gottesdienst"

Die Jugendkirche St. Michael veröffentlicht Bilder vom Sprechgesang-"Gottesdienst" am 19. November. Das Fazit der Organisatoren: Der "HipHopJam mit Gott" war "ein spannendes und sicherlich ungewohntes Experiment".

Dienstag, 18. November 2008

Sprechgesang soll Gott Jugendlichen näherbringen

In der ka­tho­lisch­en Ju­gend­kir­che SaM soll man am 19. No­vem­ber mit Gott spre­chen, strei­ten und rap­pen kön­nen. Nach An­gabe des Erz­bis­tums Ber­lin wird der "Vor­sprech­ter­min" Gott und Ju­gend­liche näher brin­gen - kul­tu­rell, sprach­lich und me­dial. Zu den dargebotenen Interpreten gehören Sido und die Fantastischen Vier.

Helmut Jansen, Re­fe­rent für die Ju­gend­kir­che, er­klärt, daß es nicht darum gehe, pro­fane Songs christ­lich zu verein­nahmen, "son­dern den Lebens­welten Jugend­licher die Kir­chen­türen zu öff­nen". Mit Gott zu jammen heiße, un­ver­stellt und in­tensiv in ei­nen Dia­log zu tre­ten.

Die Ju­gend­kir­che SaM ver­steht sich als An­sprech­part­nerin für "eine un­be­fan­gene und kri­tische Aus­ei­nan­der­setz­ung zum Thema Glaube 2008". " Sie freue sich auf je­den Ein­zelnen mit sei­nen Ideen, Ge­dan­ken und Fra­gen. Ihr gehe es nicht um "Ja, und Amen".

Montag, 17. November 2008

Monsignore Feulner am Hochaltar von St. Clemens

Am Sonn­tag­mittag be­such­te ich die Messe, die Mon­signore Feulner la­tei­nisch und in der or­dent­lich­en Form des rö­misch­en Ri­tus am Hoch­al­tar von St. Clemens fei­er­te. Un­ge­fähr drei­ßig Gläu­bige hatten sich zu die­ser un­ge­wohn­ten Zeit in der Kirche ver­sammelt. Ge­­sun­gen wur­de das Or­di­na­rium der Missa de Angelis, soweit es den so­ge­nann­ten Eier­no­ten des Got­tes­lo­bes zu ent­neh­men war. Den Gläu­­bigen war an­zumerken, wie un­­ge­wohnt das Singen des Chorals war. Die Existenz eines Graduale Romanum schien manchen zu überraschen. Ein Proprium gab es nicht. Die Lesung und das Evangelium waren auf Deutsch.

Ich fin­de es gut, daß hier ve­rsucht wird, dem La­tei­nisch­en in der Kir­che wie­der mehr Gel­tung zu ver­schaffen, muß aber sa­gen, daß mich sowohl das La­tei­nische als auch die ge­mein­same Orien­tie­rung von Prie­ster und Ge­mein­de in der or­dent­lich­en Form der Messe etwas be­frem­det haben. Nicht, weil es mir un­ge­wohnt wäre, sondern, weil es mir in dieser Form weniger or­ganisch er­scheint als in der außer­or­dent­lich­en Form. Daß die Für­bitten, der laute Canon und der Frie­dens­gruß für mich schwie­rig sind, will ich nur bei­läufig be­mer­ken.

Anders als ur­sprüng­lich an­ge­nommen, wird Mon­signore Feulner die la­tei­nische Messe nur ein­mal im Mo­nat lesen. St. Clemens steht damit neben der Kirche zu den Zwölf Aposteln, die von mir in einer ersten Aufzählung unterschlagen wurde, die aber monatlich Messen in beiden Formen des römischen Ritus auf Latein anbietet. Allen, die eine or­dent­liche Messe suchen, die Latein und Choral entdecken wollen und ihre Scheu vor der außer­or­dent­lichen Form des römisch­en Ri­tus nicht über­win­den können, empfehle ich, in vier Wochen mit dabei­zu­sein. Gerade mit Blick auf den Choral wird sich bis dahin einiges getan haben.

Samstag, 15. November 2008

Bundeswehr weicht Linken und Rechten in Berlin

Die Bundeswehr kann ihren Reservisten die Erlaubnis erteilen, die Uniform bis auf Widerruf zu bestimmten Gelegenheiten auch außerhalb des Wehrdienstes zu tragen. Diese Erlaubnis gestattet die Teilnahme an festlichen Familienfeiern, an Beerdigungen von Angehörigen und Kameraden und an öffentlichen Gedenkfeiern des Bundes, des Landes und der Gemeinden. Zu anderen Anlässen ist den Reservisten das Tragen der Uniform nicht gestattet.

Unzählige öffentliche Gedenkfeiern von Bund, Ländern und Gemeinden finden jährlich zum Volkstrauertag statt. Das Gedenken gilt den Opfern von Verbrechen und Gewaltherrschaft wie auch den Toten und Gefallenen der Kriege. Unter anderem wird auch der Soldaten gedacht, die ihre Treue zur Bundesrepublik Deutschland mit dem Leben bezahlten. Eine der Gedenkfeiern wird morgen an der Zentralen Gedenkstätte des Landes Berlin in Kreuzberg stattfinden.

Bei dieser Gedenkfeier werden Vertreter des Landes Berlin, seiner Institutionen, Parteien und Verbände, Trauerkränze niederlegen. In den letzten Jahren wurden auch Kränze der DVU, der NPD und des Rings Deutscher Soldatenverbände niedergelegt. Das hat öffentlichen Protest hervorgerufen. Mehrfach haben Kriegsgegner und sogenannte Antifaschisten lautstark vor den Toren der Gedenkstätte demonstriert. Die Veranstaltung mußte von der Polizei geschützt werden.

In diesem Jahr wird die Gedenkfeier des Landes Berlin ohne Vertreter der Bundeswehr stattfinden. Das Standortkommando Berlin hat zudem verfügt, daß die Allgemeine Erlaubnis zum Tragen der Uniform für die Gedenkfeier des Landes Berlin keine Gültigkeit hat. Die Angehörigen der Reserve werden stattdessen eingeladen an der besser geschützten, zentralen Gedenkfeier der Bundeswehr auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee teilzunehmen.

Berlin bekommt eine weitere Messe auf Latein

Morgen mittag wird der Sekretär des Apostolischen Nuntius, Monsignore Rüdiger Feulner, eine lateinische Messe in Berlin St. Clemens feiern. Die Messe wird nach dem jüngsten Missale am Hochaltar gefeiert. Sie beginnt um 13 Uhr und wird ab jetzt regelmäßig stattfinden. Die Kirche St. Clemens liegt an der Stresemannstraße 66, in der Nähe des Anhalter Bahnhofs.

St. Clemens ist im Erzbistum Berlin die erste Kirche, die eine lateinische Messe nach der ordentlichen Form des römischen Ritus an jedem Sonntag des Jahres anbietet. In den Kirchen St. Afra, St. Adalbert und St. Peter und Paul wird die heilige Messe sonntags in der außerordentlichen Form des römischen Ritus gefeiert. Diese Form ist immer lateinisch.

Jugendliche kommen in die Kirche klettern

Das chris­tliche Me­dien­ma­ga­zin PRO be­rich­tet, das Bis­tum Es­sen ha­be in der Lieb­frau­en­kir­che einen Klet­ter­par­cours auf­ge­baut. Be­such­er könn­ten damit in der Kir­che nicht nur "Pre­dig­ten lau­sch­en oder be­ten, son­dern auch klet­tern". Ziel sei es, jun­ge Men­schen in die Kir­che zu locken. In der Ju­gend­messe dien­ten die Ge­rüste, Seile und Ge­stän­ge nicht nur der sport­lich­en Be­tä­ti­gung. Sie soll­ten wäh­rend der Pre­dig­ten auch "liturgisch" ge­nutzt werden.

Dienstag, 11. November 2008

Versammlung der Atlantischen Gesellschaften

Am Mon­tag fol­ge ich der Ein­ladung eines Freun­des zur Er­öffnung der General­ver­sammlung der At­lan­tisch­en Ge­sell­schaf­ten im Ho­tel Ad­lon am Pa­riser Platz. Frau Bun­des­kanz­ler Mer­kel und NATO-Ge­ne­ral­se­kre­tär de Hoop Scheffer sind als Red­ner an­ge­kün­digt. Als ich ankomme ist der gro­ße Saal be­reits voll­ständig be­legt. Nur auf der Em­pore ist noch Platz zum Stehen. Staats­se­kre­tär Schmidt be­grüßt die Kanz­lerin und Frau Merkel hebt an: "Sehr ge­ehr­ter Herr Par­la­men­ta­risch­er Staats­se­kre­tär, lieber Christian Schmidt," und an die Ad­resse des Prä­si­den­ten der Ver­ei­ni­gung der At­lan­tisch­en Ge­sell­schaften, "lie­ber Kollege Dok­tor Karl A. Lamers". - Lieber Karl A. Lamers? Ich stutze - und nehme mir vor, Mangels ei­nes Mit­tel­na­mens die Kanz­lerin zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt mit Frau Bun­des­kanzler A. Merkel an­zu­sprech­en, fin­de den Ge­danken dann aber doch zu ab­surd.

Frau Merkel schlägt ei­nen Bo­gen - vom Ad­lon über das Bran­den­bur­ger Tor zu Ronald Reagans "tear down this wall" und von dort zum neu­ge­wähl­ten Prä­si­den­ten der Vereinigten Staaten von Amerika wie zur Bedeutung von Koa­li­tio­nen und Ko­opera­tionen in der in­ter­na­tio­nalen Politik. Die Kanzlerin bekennt sich zum Dialog mit Russland und beschwört die Verbündeten, sich in diesem Dialog nicht spalten zu lassen. Frau Merkel spricht lange über Af­gha­nis­tan. Sie glaubt, daß der Erfolg der Mission über das Ansehen des Bündnisses in der Welt entscheidet. Ohne Aufbau könne es keine Sicherheit geben und ohne Sicherheit keinen Aufbau. Sie warnt vor überzogenen Erwartungen. Ziel der Mission müsse es sein, selbsttragende Strukturen zu schaffen, die in Af­gha­nis­tan Sich­er­heit ge­währ­lei­sten. Ein west­lich-mo­der­nes Ge­sell­schafts­sys­tem sei dabei nicht zu erwarten.

Die Rede der Kanzlerin ist gut, aber nicht besonders aufregend. Mein Blick schweift durch den Saal und bleibt am Gesäß einer jungen Frau hängen, die vor mir steht. Ich weiß, daß es ungebührlich ist - und wende mich nicht ab. Es ist ein Verhalten, das ich normalerweise einer gewissen Überspanntheit meinerseits zuschreiben würde, in diesem Fall jedoch der Hand ihres Begleiters, die sich von dort recht offen mit festem Griff an ihren Schritt massiert. Kurze Zeit fühle ich mich so, als ob ich etwas tun müsste. In Gedanken spiele ich Mög­lich­kei­ten des Ein­grei­fens durch, verwerfe sie am Ende aber alle. Ich belasse es bei einem Kopfschütteln und einem Foto. Offen­bar hatte ich die Wir­kung des Vor­trags auf an­dere völ­lig unter­schätzt.

Nach der Kanzlerin tritt NATO-Generalsekretär de Hoop Scheffer ans Pult. Er spricht über verschiedene Herausforderungen der Weltpolitik: Wirtschaft, Afghanistan, Irak und Klimawandel. Zur Mitte seines Vortrags - die Stimmung vor mir ist merklich abgekühlt - verlasse ich die Empore und erwarte das Ende der Rede an der nächstgelegenen Bar. Die Saaltüren öffnen sich. Das Publikum strömt heraus. Man steht in kleinen Gruppen zusammen. Ich sage einem alten General guten Tag, trinke meinen Wein, verabschiede mich bei Freunden und laufe durch das Brandenburger Tor zurück nach Kreuzberg.

Montag, 10. November 2008

Drei Tage mit dem Opus Dei in Kreuzweingarten

Über das Wochen­ende bin ich mit dem Opus Dei in Kreuz­wein­garten. Drei Tage Ex­er­zitien, das heißt drei Tage Schwei­­gen, Be­­sinnung und Ge­bet.

Fast vier­zig Männer sind zu­sammen­ge­kommen, die Jüng­sten En­de zwan­zig, die Äl­tes­ten über sieb­zig. Viele sind ver­hei­ra­tet. Nicht alle sind ka­tho­lisch. Die mei­sten kommen aus Berlin und Köln. Andere sind schon seit vie­len Jah­ren dabei. Für mich ist es das er­ste Mal.

Über die Tage ver­gegen­wärtigt ein Priester des Opus Dei in geist­lichen Be­trach­tungen die Wahr­heiten des Glaubens über die Be­ziehung von Gott und Mensch. Er spricht von Frei­heit und Liebe, von Sünde und Ver­gebung, von Tod und Auf­erstehung. Er spricht von der Würde des Menschen und von seiner Hei­ligung durch die Nach­folge Christi.

In Vorträgen werden auch Fragen der christ­lichen Lebens­führung erörtert. Es geht um das Leben des Laien in Ehe, Familie und Beruf. Tu was für deine Ehe, heißt es da zum Beispiel. Halte deine Frau nicht für selbst­verständlich. Sprich mit ihr. Hör ihr zu. Nimm Rücksicht auf sie. Schenk ihr Zeit. Schenk ihr Auf­merksamkeit und Ver­ständnis. Alles Dinge, die weder neu noch ungewöhnlich sind, die aber helfen und immer wieder helfen, wenn man sich nur daran erinnert.

Den größten Teil des Tages ver­bringen wir ohne Betrach­tung oder Vor­trag schwei­gend mit uns selbst. Für viele ist die Stille unge­wohnt. Sie macht uns hör­bar, was der All­tag, von dem sich die Gedanken langsam lösen, leicht ver­schluckt. Sie wirft den Menschen auf sich selbst zurück. Die Existenz drängt sich als Frage auf zu der nur Gott die Antwort ist.

Es ist gut, bei sich zu sein, wenn man die Antwort kennt.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Der Herbst zeigt sich von seiner besten Seite

Zum Morgen nehme ich den Kaffee vor der Legende. Der Tag hat spät begonnen. Ein Freund erwartet mich. Auf der Straße ist es ruhig. Die meisten sind schon bei der Arbeit. Wir sitzen in Klappstühlen vor dem Haus. Der Kaffee ist gut, das Gebäck ist es auch. Die Oktober­sonne scheint uns ins Gesicht. Wir haben keine Eile. Nach dem Frühstück brechen wir auf.

Vom Südstern laufen wir über die Körtestraße Richtung Landwehrkanal, vorbei am alten Neptunbrunnen geht es über die Admiralsbrücke zum Kottbusser Tor. Von der Brücke blickt man auf den Urbanhafen und die Uferpromenade. Vor der Synagoge zur Rechten versperrt ein Polizeiwagen die Straße. Die Synagoge ist rund um die Uhr bewacht. Das Kottbusser Tor ist einer der sozialen Brennpunkte Berlins. Gruppen von Drogenabhängigen stehen auf dem Platz. Handy-Geschäfte wechseln sich mit Döner-Buden ab. Die Balkone der Hochhäuser ringsum tragen fast alle Satellitenschüsseln.

Wir unterqueren die Hochbahn und laufen die Adalbertstraße entlang. Auf der kreuzenden Oranienstraße drängt sich der Verkehr. Autos parken in zweiter Reihe. Auf dem Bürgersteig ist kaum Durchkommen. Wir bleiben auf der Adalbertstraße Richtung Spree. Am Bethaniendamm durchqueren wir eine Bau­wa­gen­sied­lung. Sie ist men­schen­leer. Die Fenster sind verhängt. Nur ein Hund scheint hier zu Hause zu sein.

Vor der 1869 gebauten St. Thomas Kirche bleiben wir stehen. Sie soll die gesamte evan­ge­lische Kir­chen­bau­kunst nach Schinkel und Stüler in Preußen beeinflußt haben. Das Innere der Kirche ist einer evangelischen Kirche angemessen. Wir halten uns nicht lange auf und kommen zur alten Heeresbäckerei an der Köpenicker Straße. Etwas weiter die Straße rauf, finden wir die Räume des alten Offiziercasinos. Eine Orient-Bar hat den vorderen Teil übernommen. Im Ballsaal des Casinos hat das Theaterforum Kreuzberg seine Bühne. Einen Hauseingang weiter haben leichte Mädchen ihr Quartier bezogen.

Wir laufen an der Spree zur Oberbaumbrücke. Noch gibt es an der 02-Arena keine Brücke in den Friedrichshain. Auf der Kreuz­ber­ger Seite will die Stadt Unter­nehmen ansiedeln, die mit Medien arbeiten. Das Projekt heißt "Media Spree". Irgendwann wird es dann auch eine Uferpromenade geben, die nach Ansicht meines Freundes lieber 50 statt acht Meter breit sein sollte.

Auf der Warschauer Straße laufen wir zum Frankfurter Tor. Von der Warschauer Brücke schauen wir Richtung Alexanderplatz. In der Ferne sehen wir den Fernsehturm. Die Fernbahngleise unter uns schlagen eine Schneise durch die Stadt. Auf der Linken liegt der alte Hauptbahnhof Berlin-Ost, der jetzt Ostbahnhof heißt, und in der Mitte die Metro, die immer noch Metro heißt.

Am Frankfurter Tor verlassen wir die Warschauer Straße und folgen der alten Stalinallee, die nun schon etwas länger Karl-Marx-Allee heißt, nach Westen. Nahe des Bahnhofs Weberwiese trinken wir einen Kaffee. Es ist Mittag. An den Nachbartisch bringt die Bedienung Worcester-Sauce und Zitronenkonzentrat. Das Ragout fin, das mein Begleiter darauf vorhersagt, folgt auf dem Fuß - wie auch sein zufriedenes Lächeln.

Wir setzen unseren Spaziergang fort und kommen an den Alexanderplatz. Neben der sa­nier­ten Ber­liner Kon­gress­halle, dem Berolina- und dem Alex­an­der­haus fällt schmerz­lich das Ein­kaufs­zen­trum Alexa ins Auge. Es gibt Bunker in Berlin, die schöner sind. Am Fuß des Fernsehturms lauert uns der Reporter eines privaten Nachrichtensenders auf. Er will etwas über Autoversicherungen wissen.

Auf der Rathausstraße laufen wir Richtung Gendarmenmarkt. Das Rote Rathaus und das Nikolaiviertel liegen zu unserer Linken. Rechts folgen die letzten Rippen des Palastes der Republik. Auf dem Bauschild heißt der Abriß selektiver Rückbau. Am Auswärtigen Amt und an der Friedrichwerderschen Kirche vorbei kommen wir zur Kathedrale St. Hedwig. Ich werfe einen kurzen Blick hinein. Die Bänke sind für Besucher gesperrt. Es gibt keinen Platz für ein Gebet.

Wir folgen der Behrensstraße vom Bebelplatz zur Friedrichsstraße. In der Feinkostabteilung des La­fay­ette gibt es ein Glas Weißwein und eine wun­derbare Bouillabaise. Da Muschelsaison ist, nehmen wir auch frische Austern dazu, deren Verzehr allerdings nicht ohne Tücken ist. Auf dem Rückweg nach Kreuzberg schauen wir zum Kaffee bei einem alten Berliner Verleger vorbei. Wir lehnen uns zurück, lassen unseren Blick über die Stadt schweifen und beglückwünschen uns zu diesem schönen Tag.

Freitag, 17. Oktober 2008

Sieben gegen Theben: An Proitos Tor

An Proitos´ Tor erhebt schon Tydeus sein Geschrei.
Der Seher aber läßt ihn nicht Ismenos´ Flut
Durchqueren. Denn die Opfer fielen Übel aus.
Tydeus nun, tobend und begierig nach der Schlacht,
Stößt Laute aus, wie eine Schlange mittags zischt,
Und schmäht den Seher, des Oikles weisen Sohn:
Er kneife feige vor dem Sterben und dem Streit.
So brüllt er, und den dreigeteilten Schattenbusch,
Des Helmes Mähne, schüttelt er, und unterm Schild
Die erzgetriebnen Schellen klingen fürchterlich.
Solch übermütiges Wappen führt er auf dem Schild:
Kunstvoll gefügten Himmel, der von Sternen brennt,
Und mitten in dem Schild erstrahlt in vollem Glanz
Das herrlichste Gestirn, das Auge der Nacht, der Mond.
So treibt er es in seiner Rüstung hoher Pracht
Und schreit am Flußgestade, gierig nach dem Kampf,
Dem Rosse gleich, das wütend in die Zügel knirscht
Und auf sich bäumt, erharrend der Trompete Schall.
Wen stellst du wider den? Wer ist bewährt, dem Tor
Des Proitos Schutz zu bieten, wenn der Riegel birst?

Aischylos - Sieben gegen Theben

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Alte Messe in Mönchengladbach Heilig Kreuz

Nachdem zunächst der Dilettantus in interrete und jetzt auch Elsa auf den Bericht der Rheinischen Post zur Alten Messe in Mönchengladbach verweist, möchte ich gern im Bund der Dritte sein. Der Bericht hat mir wirklich sehr gut gefallen.

Propst Kelter kommentiert "Mensch, Benedikt"

Gefunden bei Azuriana: In der aktuellen Ausgabe des In­for­mations­dienstes der Selb­­stän­digen Evan­­ge­lisch-Lu­ther­isch­en Kir­che (SELK) kommentiert Propst Gert Kelter das Lied "Mensch, Benedikt" des pro­tes­tan­tischen Pfar­rers und Lieder­machers Cle­mens Bitt­linger. Kelter schreibt:

"... Ebenso wenig, wie die Confessio Augustana sich Kritik an unbiblischen Neuerungen und Missbräuchen verkneift, muss man sich auch heute im ökumenischen Dialog die kritisch-theologische Auseinandersetzung mit römisch-katholischer Lehre und Praxis im Sinne eines fehlgehenden 'Friede-Freude-Eierkuchen-Ökumenismus' versagen. Wenn das Ganze dann theologisch seriös, mit einem Mindestmaß an Verstehensbereitschaft der 'anderen Seite', dem Verzicht auf persönliche Verunglimpfung oder das Verwenden vorurteilsbehafteter antirömischer Stammtisch-Theologie geschieht, vor allem aber auf der Basis eines durchdachten und historisch-theologisch rechenschaftsfähigen kirchlichen Selbstverständnisses, ist auch der kritische Dialog mit Rom schon auf einem konstruktiven und verheißungsvollen Weg.

Und dies – leider – hat der Ökumenereferent des evangelischen Dekanates Darmstadt Land mit halber Stelle in seinem Lied 'Mensch, Benedikt' offensichtlich gar nicht vorgehabt. Der Applaus für ein papstkritisches Lied ist einem heute natürlich auch bei einem Katholikentag völlig sicher. Ein billiger Applaus, der nichts erwartet, als ein paar abgedroschene Allgemeinplätze über Verhütungspraktiken und die böse, böse Versagung der Anerkennung aller Protestanten als gut katholisch. Gemischt mit respektlosplumper Vertraulichkeit dem Bischof von Rom gegenüber und einer Attacke gegen die lateinische Messe, die Clemens Bittlinger, wie er singend einräumt (und das glaube ich ihm theologisch, vielleicht sogar philologisch unbesehen), 'kaum versteht', aber demnächst ständig feiern müsse (das bezweifle ich), hat man schnell die ökumenische Hymne von Darmstadt-Land zusammengerührt, und mit diesem Skandälchen ordentlich Publicity für die neue CD sicher.

Wirklich traurig ist es, dass dadurch leider der Eindruck entsteht, auch dies sei ein Beitrag zum neuentdeckten protestantischen Profil der 'Kirche der Freiheit' und ökumenische Theologie bewege sich evangelischerseits mittlerweile ungetadelt auf diesem Niveau.

Da das Bittlinger-Lied kein bisschen witzig oder gar satirisch ist, kommt nicht einmal zum Tragen, was der Generalsekretär des Zentralrates der Muslime in Deutschland sehr richtig über die nötige Balance zwischen Respekt und Humor gesagt hat. Schade, dass Bittlinger sich nicht an das hält, was er in einem Interview über das Papst-Lied an Erwartungen an die 'andere Seite' richtete, als er dem Papst absprach, in seinen theologischen Überzeugungen noch 'etwas mit Christus zu tun' zu haben: 'Wenn ich es nötig habe, den Gesprächspartner erst einmal herabzusetzen und als 'nicht vollwertig' zu deklassieren, ist im Grunde kein echter Dialog mehr möglich.'

Ein gutes Signal wäre es, wenn vom Ratsvorsitzenden der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland zu diesem Eklat ein distanzierender Kommentar erschiene und man einem Ökumenereferenten, der seine Aufgabe in dieser Weise meint erfüllen zu können, auch dienstrechtlich 'ans Bein pinkelt', wie Bittlinger sich im Blick auf den Papst auszudrücken beliebte. Der wird es sicher nicht tun, sondern möglicherweise im Sinne von Matthäus 5,44 für Bruder Clemens beten. Wahrscheinlich auf Latein. Und das hilft bestimmt auch."

Propst Gert Kelter ist Pfarrer der Heilig-Geist-Gemeinde in Görlitz, Mitglied der Theologischen Kommission und Ökumenereferent der SELK.

Paderborns Priesterrat neu konstituiert

Mit seiner konstituierenden Sitzung hat der Priesterrat des Erzbistums Paderborn seine Arbeit aufgenommen. Unter Vorsitz von Erzbischof Hans-Josef Becker wählte die Versammlung einen geschäftsführenden Vorstand. Der Priesterrat berät und unterstützt den Bischof bei der Leitung des Bistums. Er setzt sich zusammen aus Vertretern des Presbyteriums, der Gemeinschaft der Bischöfe, Priester und Diakone des Erzbistums.

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Der neu konstituierte Priesterrat des Erzbistums Paderborn. Vordere Reihe v.l. Weihbischof Matthias König, Dechant Dr. Gerhard Best (stellvertretender Vorsitzender), Pfarrer Georg Birwer (geschäftsführender Vorsitzender), Erzbischof Hans-Josef Becker, Pfarrer Thomas Wulf (Vorstandssekretär), Foto: Pressestelle des Erzbistums Paderborn.

Sonntag, 12. Oktober 2008

Boxen: Vitali Klitschko versus Samuel Peter

Zum Kampf um den Welt­mei­ster­ti­tel im Schwer­ge­wichts­box­en su­che ich Ber­lins neu­este Ver­an­stal­tungs­halle auf. Es ist nicht weit vom Süd­stern bis zum Ost­bahn­hof. Ti­tel­ver­tei­di­ger Sa­muel "The Ni­gerian Night­mare" Pe­ter trifft auf Her­aus­for­der­er Vi­ta­li "Dr. Ei­sen­faust" Klitsch­ko. Peter ist um einiges kleiner als Klitschko. Er hat zwei Drittel seiner Kämpfe durch k.o. gewonnen, Klitschko hingegen fast alle. Immerhin ist es Klitsch­kos er­ster Box­kampf nach vier Jah­ren - und mein erster überhaupt.

Ich be­tre­te die O2-Arena eine drei­vier­tel Stun­de vor dem Be­ginn des Haupt­kampf­es. Zu die­sem Zeit­punkt läuft das Vor­pro­gramm be­reits seit Stun­den. Ein nicht un­er­heb­lich­er Teil des Pub­li­kums zieht es je­doch vor, auf den Flu­ren das Fuß­ball­spiel Deutsch­land ge­gen Ruß­land zu ver­fol­gen. In der Halle findet der Frauen-Boxkampf zwischen "Killer Cat" aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten und "Hab ich ver­gessen" aus "Woher auch immer" nur wenig Auf­merk­sam­keit.

Vor mir sitzt ein bul­liger Glatz­kopf mitt­le­ren Al­ters. Sein Arm liegt auf den Schul­tern sei­ner blon­den Be­glei­ter­in. Auf den Arm hat er ein Datum tätowiert. Beim Versuch es zu ent­zif­fern, blickt er mich an. Daraufhin be­schlie­ße ich, mei­ne Auf­merk­sam­keit mehr dem Ge­sche­hen im Ring zu wid­men.

Nach­­dem Frau "Killer Cat" den Sieg nach Punk­ten zu­ge­sproch­en be­kommt re­kla­miert die Ver­lierer­in laut­stark. Kurz sieht es so aus, als ob die Da­men noch ein­mal ohne Hand­schu­he auf­ei­nan­der los­ge­hen wol­len. Dann machen sie den Ring frei für die Pussy Cat Dolls, die - so hat es den An­schein - ohne Pro­be und Sound­check zum Auf­tritt er­schei­nen. Die Halle bebt be­ängst­igend un­ter ihren dröh­nenden Bäs­sen. Eine Cho­reo­gra­phie der Formation ist nicht zu er­ken­nen. Die­se Män­gel können die Damen auch durch ihre Frei­zü­gig­keit nicht wett machen.

Meine Stimmung hebt sich erst als die Weltmeister im Schwergewicht von "Smokin Joe" Frazier bis "Iron Mike" Tyson dem guten "Dr. Eisenfaust" per Videobotschaft versichern, daß auch er - wie sie - es packen kann, nach Jahren die Rückkehr in den Ring zu bestehen. Eine Botschaft für Samuel Peter ist dabei nicht vorgesehen - eigentlich Botschaft genug.

Nach dem stim­­mungs­­vol­­len Ein­­zug der Kon­­tra­­hen­­ten und dem Ab­­spie­­len der Na­­tio­­nal­­hym­­nen geht es in die er­­ste Run­­de. Die Box­er wir­ken noch schwer­fäl­li­ger als im Fern­sehen. Klit­schko boxt aus dem Rück­wärts­gang und hält seinen Geg­ner auf Ab­stand. Bis zum En­de der vier­ten Run­de kann er einige Tref­fer plazieren. Er liegt nach Punkten vorn. Von einem hef­tigen Ge­fecht und schwe­ren Tref­fern ist bis zum En­de der ach­ten Run­de nichts zu sehen.

Nach der ach­ten Run­de, die Ring­rich­ter ge­ben erneut den Zwi­schen­stand be­kannt, muß Peter wohl erkannt haben, daß er weder durch ein k.o. noch nach Punkten sie­gen wird. Er tut, was dem zah­len­den Publi­kum nicht ge­fällt: Er wirft das Hand­tuch. Für den Boxer Peter öko­no­misch sicher richtig, für das Boxen wenig vor­teil­haft.

Mein Fazit: Boxen kann man gut im Fernsehen sehen, die Fernbedienung in der Hand.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Bischof Fürst denkt an Internetfernsehen

Der Rheinische Merkur führt ein Inter­view mit Bischof Geb­hard Fürst zur katho­lischen Me­dien­politik. Fürst regt an, über den Aus­bau der Inter­net-Akti­vi­täten nach­zu­denken. Im Blick hat er dabei zu­nächst, das Por­tal katholisch.de mit Pod­casts, Bil­dern und Live­streams zu einem In­ter­net-Fernsehen aus­zubauen. Pläne, einen katho­lischen Fern­seh­sender ins Leben zu rufen, will der Bischof zu dessen Gun­sten zurück­stellen.

Dienstag, 30. September 2008

Stoßgebet zum Schutzheiligen aller Webdesigner

In Deutschlands Süd­westen hat die Kirche ein Netz-Portal unter der Do­main mach-dich-auf-und.com ins Leben ge­rufen. Das Portal gehört zur Initiative "katholisch werden". Es soll Men­schen helfen, in die Kirche zu finden oder in die Kirche zu­rück­zufinden. Ins­gesamt sind sieben Bis­tümer an der Aktion be­teiligt. Verant­wortlich für die Ge­staltung und den In­halt der Sei­ten ist die Presse­stelle des Bistums Limburg.

Das Bistum Fulda weist in einer Pressemitteilung darauf hin, daß die Initiative als "Unterstützungssystem für die Seelsorger in den Pfarreien" gedacht sei. Thomas Schüller vom Bistum Limburg erklärt: „Wir müssen die wachsende Zahl derer im Blick haben, die in kirchlichen Strukturen nicht beheimatet sind und eher den Weg über zentrale Stellen oder das Internet suchen.“

Wenn es die Ab­sicht der be­teiligten Bis­tümer wäre, daß Menschen die Hände über dem Kopf zusammen­schlagen und den Namen des Herrn an­rufen, dann hätte das Portal den Zweck durch seine Ge­staltung bereits erreicht. Die Be­griffe Grafik, Layout und Struktur können nur im weitesten Sinne der Be­schreibung die­nen. Der Auf­tritt ist lieb­los und un­persönlich. Er ist der Kirche unan­gemessen.

Die Seite sollte so schnell wie möglich aus dem Netz ge­nom­men werden. Wenn man es will, aber nicht kann, dann soll man die suchen, die es können oder man soll es lassen. Mit guten Absichten allein ist dem Anliegen der Kirche nicht geholfen. Wenn jedes Bistum nur zweihundert Euro in einen Topf wirft, vermittle ich gerne einen Webdesigner, der sich der Sache annimmt.

Katechismus-Blogger: Leserbrief im Spiegel

Nachdem der Spiegel im Bericht über den Lieder­macher Clemens Bittlinger einen - vor­sichtig gesagt - krea­tiven Um­gang mit der Dar­stellung und Be­urteilung der Aktion "Katechismus für Bittlinger" an den Tag legte, hat er in der aktuellen Aus­gabe einen Leser­brief der beteilig­ten Blogger ver­öffent­licht. Leider fielen der redaktio­nellen Bear­beitung des Leser­briefes Spitzen zum Opfer, die dem Spiegel, obwohl er sie doch selbst ge­fertigt hatte, zu scharf waren, um sie noch einmal zu er­wähnen. Daß es die Blogger zurück­weisen, ein "Kommando von Glaubensfundamentalisten" genannt zu werden, ist so dem Redak­teur zum Opfer gefallen.

Der Wort­laut des veröffent­lichten Leserbriefes wie auch das einge­sandte Original lassen sich auf dem "Katechismus für Bittlinger"-Blog finden.

Montag, 29. September 2008

Zum heutigen Fest des heiligen Michael

"Der heilige Michael ist der Fürst der himm­lischen Heer­scharen; als An­führer der guten Engel bestand er den Kampf gegen Luzifer und seinen An­hang. Er war zum Be­schützer des aus­erwählten Volkes be­stellt und wird vom Gottes­volk des Neuen Bundes als mächtiger Schirm­herr, besonders als ritter­licher Schutz­patron Deutsch­lands verehrt. Die heilige Kirche ruft ihn nament­lich in den Kämpfen mit den Feinden Christi an; er ist Führer und Vorbild der Streiter Christi. Seinem Schutze sind auch die scheidenden Seelen anvertraut. Der Name des Erz­engels bedeutet: Wer ist wie Gott?"

Schott - Römisches Messbuch

Hundert und eine Straftat: Pfarrer vor Gericht

Die Süddeutsche Zeitung berichtet von einem Geist­lichen der Erz­diözese Frei­burg, der sich für hundert und eine Straf­tat vor Gericht verant­worten muß. Der Pfarrer werde heute vor dem Land­gericht wegen Erpressung, Betrug, Untreue, Nötigung und Körper­verletzung angeklagt. Die katho­lische Kirche habe er um 133.000 Euro und weitere Opfer um mehr als 90.000 Euro be­trogen. Eine Frau, mit der er eine enge Be­ziehung gepflegt habe, solle er miß­handelt, be­droht und sys­tematisch unter Druck ge­setzt haben.

Samstag, 27. September 2008

Berlin Marathon 2008: Skater am Südstern

Freien Zulaß zu allem, kein Hindernis in den Weg

“Der Unsinn der Emanzipa­tions­be­stre­bungen liegt in der Be­wegung, in der Agi­tation. Durch die­se vor allem ver­leitet, fangen, wenn von Motiven der Eitel­keit, des Männer­fanges abgesehen wird, bei der großen imitato­rischen Veran­lagung der Frau­en auch solche zu stu­dieren, zu schrei­ben u.s.w. an, die nie ein origi­näres Ver­lan­gen danach ge­habt haben; denn da es eine große An­zahl von Frauen wirklich zu ge­ben scheint, die aus einem ge­wissen inneren Be­dürf­nis heraus die Eman­zipa­tion suchen, wird von die­sen auf jene das Bildungs­stre­ben in­duziert und so das Frauen­studium zur Mode, und eine lächer­liche Agita­tion der Frau­en unter sich läßt schließ­lich alle an die Echt­heit dessen glau­ben, was der guten Haus­frau so oft nur Mittel zu De­mon­stra­tions­zwecken gegen den Mann, der Tochter so oft nur osten­tative Kund­gebung gegen die mütter­liche Gewalt ist. Das prak­tische Ver­halten in der gan­zen Frage hätte demnach, ohne daß diese Regel (schon ihres fließ­enden Charakters halber) zur Grund­lage einer Gesetz­gebung ge­macht werden könnte und dürfte, folgendes sein: Freien Zulaß zu allem, kein Hin­dernis in den Weg derjenigen, deren wahre psychische Be­dürf­nisse sie, stets in Gemäßheit ihrer körperlichen Be­schaffen­heit, zu männ­licher Beschäf­tigung treiben, für die Frauen mit männlichen Zügen. Aber weg mit der Partei­bildung, weg mit der unwahren Revolu­tionierung, weg mit der Frauen­bewegung, die in so vielen wider­natürliches und künst­liches, im Grunde verlo­genes Streben schafft.”

Otto Weininger - Geschlecht und Charakter

Freitag, 26. September 2008

Neues Blog aus Freiburg: BW3C

Anscheinend nicht ganz neu im Netz, mir jedoch bislang unbekannt, ist das BW3C-Blog von Voisard aus Freiburg. Zwischen April und September gab es dort eine lange Pause. Seit einigen Tagen aber erscheinen die Beiträge dort in rascher Folge.

Elsas Herz hat Voisard mit einem Beitrag über den Katechismus für Clemens Bittlinger gewonnen. Mir persönlich hat die Empfehlung einer Taschenkarte zum Umgang mit Lutheranern und Reformierten Spaß gemacht. Die Glosse zur alten neuen Messe hätte sicher Phil gut gefallen.

Von mir an dieser Stelle ein herzliches Willkommen!

Erfolg mit Tanz, Bewegung und Gesang

Die Main Post veröffentlicht ein Interview mit General­vikar Abbé Leon N´Dour zur Lage der Kirche im Senegal. Auf Einladung der Diözese Würzburg besucht N´Dour Unterfranken. Dort will er für die Unterstützung seiner Kirche werben. Das Interview führte Markus Hauck. - Markus Hauck ist stellvertretender Leiter der Pressestelle des Ordinariats Würzburg. Ein entsprechender Hinweis der Redaktion fehlt jedoch.

Auf die Frage nach seinen Erfahrungen mit der Kirche in Deutschland antwortet N´Dour: "Die Laien sind sehr engagiert, besonders die Pfarrgemeinderäte sind eine wirkliche Bereicherung und beleben die Gemeinden." Auf die Frage, was die deutsche Kirche vom Senegal lernen könne, antwortet er: "Die Menschen sind arm. Jeder Priester bekommt als Gehalt pro Gläubigem und Jahr umgerechnet einen Cent. Aber die Gottesdienste sind immer gut besucht. Gesang, Tanz und Bewegung gehören bei uns fest zur Liturgie."

Blick auf Leipziger Straße, Dom und Alexanderplatz

Für alle Nicht-Berliner: Im Vordergrund stehen die Hochhäuser an der Leipziger Straße. Früher verlief der Todesstreifen davor. Zwischen Leipziger Straße und Berliner Dom liegt das Auswärtige Amt. Das ehemalige Staatsratsgebäudes ist am Fahnenmast zu erkennen. Neben dem Dom stehen die Überreste des Palastes der Republik. Etwas dahinter liegt der Hackesche Markt. Auf der rechten Seite des Bildes ist der Fernsehturm am Alexanderplatz zu sehen. Zur Linken des Fernsehturms steht die Kirche St. Marien.

Daniel Deckers bloggt jetzt für die FAZ

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat ein Blog zu Themen rund um die Kirche eingerichtet. Das Blog wird von Daniel Deckers geführt. Der Titel des Blogs ist "ÜberKreuz". Deckers ist promovierter Theologe. Er arbeitet für die FAZ seit 1988, heute im Ressort "Die Gegenwart", und ist Biograph des Mainzer Bischofs Kardinal Lehmann.

via Scipio

Donnerstag, 25. September 2008

Nacktes Interesse und bare Zahlung

"Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen Verhältnisse zerstört. Sie hat die buntscheckigen Feudalbande, die den Menschen an seinen natürlichen Vorgesetzten knüpften, unbarmherzig zerrissen und kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen als das nackte Interesse, als die gefühllose "bare Zahlung". Sie hat die heiligen Schauer der frommen Schwärmerei, der ritterlichen Begeisterung, der spießbürgerlichen Wehmut in dem eiskalten Wasser egoistischer Berechnung ertränkt. Sie hat die persönliche Würde in den Tauschwert aufgelöst und an die Stelle der zahllosen verbrieften und wohlerworbenen Freiheiten die eine gewissenlose Handelsfreiheit gesetzt. Sie hat, mit einem Wort, an die Stelle der mit religiösen und politischen Illusionen verhüllten Ausbeutung die offene, unverschämte, direkte, dürre Ausbeutung gesetzt.

Die Bourgeoisie hat alle bisher ehrwürdigen und mit frommer Scheu betrachteten Tätigkeiten ihres Heiligenscheins entkleidet. Sie hat den Arzt, den Juristen, den Pfaffen, den Poeten, den Mann der Wissenschaft in ihre bezahlten Lohnarbeiter verwandelt. Die Bourgeoisie hat dem Familien­verhältnis seinen rührend-sen­timentalen Schleier abgerissen und es auf ein reines Geldverhältnis zurück­geführt.

Die Bourgeoisie hat enthüllt, wie die brutale Kraftäußerung, die die Reaktion so sehr am Mittelalter bewundert, in der trägsten Bärenhäuterei ihre passende Ergänzung fand. Erst sie hat bewiesen, was die Tätigkeit der Menschen zustande bringen kann. Sie hat ganz andere Wunderwerke vollbracht als ägyptische Pyramiden, römische Wasserleitungen und gotische Kathedralen, sie hat ganz andere Züge ausgeführt als Völkerwanderungen und Kreuzzüge."

Karl Marx - Manifest der Kommunistischen Partei

Mittwoch, 24. September 2008

Die Liebe Christi hat ein menschliches Gesicht

Wenn es etwas gibt, von dem ich heute glaube, daß es die Welt am meisten braucht, dann ist es die Liebe Christi. Diese Liebe ist nicht nur Hingabe und Opfer, sie ist sich ihrer selbst bewußt, sie hat ein immer menschliches Gesicht und sie beschenkt die Schenkenden. Sie läßt sich nicht am Überweisungsträger oder gar am Steuerbescheid erfahren, sondern am Nächsten - einzig und allein.

Dienstag, 23. September 2008

Das Brot der Kirche muß heilig sein

Wenn die Kirche das Heilige verliert - und das hat sie vielerorts -, dann hat sie Nichts zu geben, was andere nicht geben könnten. Wenn sie aber nicht mehr geben kann als andere es können, kann sie auch nicht mehr als andere fordern: Kindergärtner, Altenpfleger und Sozialarbeiter kennen keinen Zölibat. Oft gibt die Kirche nur das einfache Brot. Das Brot der Kirche aber muß heilig sein, wenn auch die Wohlhabenden danach hungern sollen.

I did try to found a heresy of my own

"I did, like all other solemn little boys, try to be in advance of the age. Like them I tried to be some ten minutes in advance of the truth. And I found that I was eightteen hundred years behind it. And I was punished in the fittest and funniest way, for I kept my truths: but I discovered, not that they were not truths, but simply that they are not mine. When I fancied that I stood alone I was really in the ridiculous position for being backed up by all Christendom. It may be, Heaven forgive me, that I did try to be original; but only succeeded in inventing all by myself an inferior copy of the existing traditions of civilized religion. The man from the yacht thought he was the first to find England; I thought I was the first to find Europe. I did try to found a heresy of my own; and when I had put the last touches to it, I discovered that it was orthodoxy."

G. K. Chesterton - Orthodoxy

Hauptsache, jemand von der Kirche kommt

Die Aachener Zeitung berichtet, in keinem Bistum gäbe es weniger Priester als in Aachen. Damit sei die Beauftragung von Laien noch stärker ins Interesse des Generalvikariats gerückt. Pfarrer Rolf-Peter Cremer arbeite an den Konzepten zur Sicherung der sakramentalen Grundversorgung. Es möchte die Trauerpastoral und die Wortgottesdienste der Laien ausbauen.

Ein guter Wortgottesdienst, so Cremer, sei den Gläubigen lieber "als eine Messe mit einem alten Pater, der gerade noch die Arme ausbreiten kann". Und auch Seelsorgetermine am Kranken- oder Sterbebett müssten nicht unbedingt von Priestern wahrgenommen werden. "Den Leuten ist doch nicht wichtig, ob ein Pfarrer oder Diakon kommt. Den Menschen ist wichtig, dass überhaupt jemand von der Kirche kommt."

Montag, 22. September 2008