Donnerstag, 9. Dezember 2010

Zweifel an den Berichten der Neuen Osnabrücker

"Hallo Wippingen" berichtet über den ehemaligen Pfarrer von Wippingen, Renkenberge und Steinbild, gegen den wegen des Besitzes von Kinderpornographie ermittelt wird. Dabei wird auch über dieses Blog in folgendem Wortlaut berichtet:

"In dem Blog Epistulae Tiberii stand zu heute zu lesen: "Wie die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet, wird zur Zeit gegen einen Priester des Bistums wegen des Besitzes von Kinderpornographie ermittelt. Das betrifft und erschüttert mich sehr - vor allem deshalb, weil es sich um den Betreiber des Blogs fortes fide handeln soll, den ich vor einiger Zeit empfohlen habe. Herr im Himmel, hilf!". Dies kommentierte ein "Arminius" mit: "Ich würde mich nicht wundern, wenn da mal wieder ein unliebsamer Priester fertiggemacht werden soll." Das Motto dieses "Arminius" in seinem Profil lautet: "Der Koran ist die Antwort des Teufels auf die Menschwerdung Gottes." Es ist schon eine seltsame Subkultur, in der sich der Wippinger Priester bewegte."

Ich möchte festzuhalten, daß auf meinem Blog selbst an Gott zu zweifeln erlaubt ist und bitte deshalb alle Leser um Verständnis, daß ich auch die Berichterstattung der Neuen Osnabrücker Zeitung von dieser Möglichkeit nicht ausnehme. Ich selbst habe bereits zum Ausdruck gebracht, wie sehr mich die Berichte erschüttert haben. Was ja wohl darauf schließen läßt, daß ich ihnen zunächst einmal Glauben schenke. Zugegeben wäre mein Vertrauen größer, wenn die Berichte nicht von Dr. Christof Haverkamp verfaßt worden wären, der es an für mich nachvollziehbaren Punkten mit der Wahrheit schon mal nicht so genau nahm. Wie einem der Beiträge weiter unten ja zu entnehmen ist.

Kommentare:

Stanislaus hat gesagt…

Wenn "Hallo Wippingen" von der Bloggerwelt als "seltsame Subkultur" spricht, dann würde mich mal interessieren, als was man die betreffende Seite bezeichnen soll.

Tiberius hat gesagt…

Das ist eine sehr gute Frage! Immerhin gab es seit gestern doch zwei dutzend Klicks aus dieser Ecke. Vielleicht war es Haverkamp selbst oder die haben wirklich so viele Leser.

Der Beobachter hat gesagt…

Mir scheint, der bedauernswerte Pfarrer hat sich, aus welchen Gründen auch immer, auf irgendwelche schweinischen Internetseiten verirrt.

Die Angebote dort sind häufig kostenlos und immer verlockend. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Niemand stellt solche Angebote ins Netz, um Anderen die einsamen Abende zu verschönern. Solche Angebote sind immer Lockvogelangebote zu anderen, in der Regel weniger harmlosen Inhalten. Ein falscher Klick und schon kann man auf einer Seite landen, die man gar nicht gesucht hat. Wenn diese Seite dann kinderpornografische Inhalte aufweist, sitzt man schon mit einem Bein im Gefängnis.

Denn was viele nicht wissen: Wenn man sich mit dem Browser eine Seite mit einem Bild anschaut, speichert der Browser dieses Bild auotmatisch im Cache auf der Festplatte des Computers. Wenn es sich bei diesem Bild um ein kinderpornografisches Bild handelt, ist damit bereits ein Straftatsbestand gegeben.

Also, Finger weg von den Schweineseiten. Nicht nur, weil sich das für uns nicht gehört.

Yon hat gesagt…

Ist jetzt endgültig die lustige Jagd auf die Blogger ausgerufen?
Willkommen im Internet, liebe Wippinger! Mir scheint, ihr seid neu hier...

DerAquinate hat gesagt…

Natürlich war es ein Schock, als ich die Nachricht erhielt. Zumal es nicht nur "irgendeinen Blogger" getroffen hat, sondern jemanden, den ich schon sehr lange persönlich kenne.
Ich selbst weiß auch noch nichts Neues und nur das, was alle anderen schon wissen. Aus der Kenntnis der Person her, bin ich aber fest überzeugt, dass hier eine dumme Panne oder was auch immer dahintersteht. Wir werden sehen, wie es weitergeht. Intensives Beten scheint mir jedenfalls das Mittel der Wahl zu sein.

Ich kann jetzt nur wiederholen, was ich schon bei verschiedenen Blogs gepostet habe:
Solange die Schuld nicht klar bewiesen ist, ist dieser Priester unschuldig. Es gilt hier auch ein Persönlichkeitsschutz. Von daher halte ich es auch für ein Unding, dass das Bistum die Namen seiner Pfarren öffentlich breittritt.

Ich kenne ihn persönlich schon über zwölf Jahre als guten Studenten, engagierten Kaplan und vorbildlichen Priester Gottes. Ich weiß auch nicht, welchen Grund er hatte, sich diesen Saukram herunterzuladen, bin aber sicher, dass da keine unlautere Absicht hinterstand. dafür kenne ich ihn zu gut.
Er ist und bleibt ein persönlicher Freund.

Und im Übrigen: Jeder Missbrauch ist einer zu viel. Aber hier reden wir nicht von Missbrauch, sondern vom Herunterladen von Schweinkram. Mir ist es auch nicht bekannt, um was für einen Schweinkram es sich handelt und was er damit bezweckt hat.

Ich bin sicher, dass es in dieser Sache eine redliche und nachvollziehbare Erklärung gibt. Und sollte er sich tatsächlich etwas zu Schulden kommen lassen, gilt immer noch, dass man die Sünde hassen soll, aber nicht den Sünder. In diesem Fall, an den ich mich weigere zu glauben, werden das Bischöfliche Offizialat und das staatliche Gericht die passenden Sanktionen finden. Und ich selbst werde auch in diesem unwahrscheinlichen Fall nicht mit dem Finger auf ihn zeigen, denn wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!

DerAquinate hat gesagt…

Dieses "Hallo Wippingen" ist tatsächlich etwas seltsam. Landleute, die nichts daon verstehen, versuchen sich in Journalismus.
Ziemlich ärgerlich ist es auch, dass die einen völlig aus dem Zusammenhang gerissenen Satz von mir hingeschrieben haben ("Dieses Missbrauchsgeschwafel geht mir auf den Senkel"). Ich hatte ihn damals gebraucht, weil ich sehr frustriert war, dass im Zusammenhang mit Kirche nur von Missbräuchen und häufig auch von lange zurückliegenden Fällen die Rede war. Es war eben ein Temperamentsausbruch, der sicher so nicht unbedingt richtig war.
Ich hatte den Missbräuchen einen Besuch in einem Kloster entgegengestellt, wo sich Ordnsschwestern rührend mit einem Engagement und immer einem Lächeln auf den Lippen um kranke Menschen kümmern.
Ich wollte, dass man einfach mehr wieder über dassegensreiche Wirken von Kirche spricht.
Geblieben ist der Satz mit dem "Senkel", der so alleine nicht stehen darf.