Freitag, 12. November 2010

Zum Stand der Gregorianik im Erzbistum Berlin

Zu meiner Überraschung habe ich festgestellt, daß das Erzbistums Berlin dem Choral unter der Kirchenmusik auf seiner Internetseite sogar eine eigene Rubrik widmet. Unter dem bescheidenen Hinweis auf die herausragende Bedeutung des Chorals für die römische Liturgie nach den Beschlüssen des letzten Konzils sind dort alle Gelegenheiten aufgeführt, den Choral im Rahmen der "erneuerten Liturgie des II. Vatikanischen Konzils" oder aber im Rahmen eines Konzertes innerhalb der Grenzen des Erzbistums zu erleben.

Ich kann mich nicht erinnern, diese Rubrik bei einem meiner letzten Besuche schon gesehen zu haben, und freue mich sehr über diese Entwicklung. Im Dezember wird es jetzt an sieben verschiedenen Orten neun Gelegenheiten geben, den Choral zu hören. Das ist immerhin ein Anfang. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum wird es in den 108 Gemeinden des Erzbistum wohl an die 432 Sonntagsmessen und etwa 2900 Werktagsmessen geben, letzteres abhängig von der Anzahl der liturgiefreien Tage.

Die Durchdringung des Erzbistums mit dem "der römischen Liturgie eigenen Gesang", wie es unter der Rubrik heißt, liegt demnach bei 27 Promille. Wenn man bedenkt, daß es Orte gibt, an denen gar kein Choral zu hören ist, Orte wie Riad oder Mekka zum Beispiel, dann ist das ein beachtlicher Wert, der mich auch hoffnungsfroh macht, wenn ich bedenke, daß eine Verdoppelung schon dann möglich wäre, wenn sich nur neun Gemeinden im Erzbistum aufrafften, den kirchenmusikalischen Empfehlungen des Konzils nur das eine Mal im Monat Rechnung zu tragen.

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