Mittwoch, 16. September 2009

Gott achtet die Freiheit seiner Geschöpfe

Gott ist Herr über seinen Ratschluß. Aber um ihn auszuführen, bedient er sich auch der Mitwirkung der Geschöpfe. Er gibt seinen Geschöpfen nicht nur das Dasein, sondern auch die Würde, selbst zu handeln, Ursache und Ursprung voneinander zu sein und so an der Ausführung seines Ratschlusses mitzuarbeiten. In seiner unendlichen Weisheit und Güte wollte Gott eine Welt erschaffen, die „auf dem Weg“ zu ihrer letzten Vollkommenheit ist. Dieses Werden bringt nach Gottes Plan mit dem Erscheinen gewisser Daseinsformen auch das Verschwinden anderer mit sich, mit dem Vollkommenen auch weniger Vollkommenes, mit dem physischen Guten auch das physische Übel. Den Menschen gewährt Gott die Möglichkeit, vernünftige, freie Ursachen zu sein, um das Schöpfungswerk zu vervollständigen und seine Harmonie zu ihrem und der Mitmenschen Wohl zu vervollkommnen. Gott ist auf keine Weise, weder direkt noch indirekt, die Ursache des moralischen Übels. Er läßt es jedoch zu, da er die Freiheit seines Geschöpfes achtet, und er weiß auf geheimnisvolle Weise Gutes daraus zu ziehen. Wenn auch das Böse dadurch nicht Gut wird.

Katechismus der katholischen Kirche

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