Montag, 28. September 2009

Elsa schreibt an die Amadeu Antonio Stiftung

Die Amadeu Antonio Stiftung hat den Aufruf zur Demonstration gegen den Berliner Schweigemarsch "1000 Kreuze für das Leben" unterstützt. Der Schweigmarsch hat auf die täglich hundertfache Tötung von ungeborenen Kindern aufmerksam gemacht. Die Gegendemonstration hatte es sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele der mitgeführten Kreuze zu entwenden und in die Spree zu werfen. Dabei wurden die Schweigenden und Betenden beschimpft und beleidigt (siehe auch die vorangegangenen Beiträge: hier und hier).

Elsa hat an die Stiftung einen Brief geschrieben, den sie auch auf ihrem Nacht(b)revier veröffentlicht. Im folgenden gebe ich dessen Wortlaut wieder Ich unterstützte diesen Brief und hoffe, daß sich viele anschließen. Die 55 Cent sind gut investiert:


An die
Amadeu Antonio Stiftung
Linienstraße 139
10115 Berlin
info@amadeu-antonio-stiftung.de


Sehr geehrte Damen und Herren,

auf Ihrer stiftungseigenen Internetseite "Mut gegen rechte Gewalt" werden regelmäßig Initiativen und Projekte vorgestellt, um die "langfristige Stärkung einer demokratischen Kultur" zu unterstützen.
Anlässlich der Kundgebung christlicher Lebensschützer, dem Schweigemarsch "1000 Kreuze für das Leben", fand sich auf der Seite Mut gegen rechte Gewalt die Ankündigung zu einer Gegenaktion mit dem Titel "1000 Kreuze in die Spree" verschiedener Aktions-Bündnisse. Als Rechtfertigung für den Aufruf, eine friedliche Kundgebung von betenden Christen massiv zu stören, wurde angegeben, die Teilnehmer des Trauermarsches seien "antifeministisch" und hätten als "fundamentale Christen" ein "völkisches Familienverständnis".

Während des Schweigemarsches, zu dem verschiedene namhafte Politiker sowie die Vertreter der beiden großen Kirchen Grußworte ausrichten ließen, wurden Demonstranten angepöbelt, beschimpft, bespuckt, eine behinderte Sportlerin - die Paralympics-Siegerin Michaela Fuchs - beleidigt und eine Frau verhöhnt und niedergebrüllt, die über ihr Post-Abortion-Trauma sprach. Außerdem wurden Kreuze entwendet und entsprechend dem Motto der Gegendemonstration in die Spree geworfen.
Die Amadeu-Antonio-Stiftung bekennt sich zu ihrem Ziel, eine zivile Gesellschaft zu fördern, die anti-demokratischen Tendenzen entschieden entgegentritt. Dieses Ziel ist uneingeschränkt zu bejahen.

Darum hätten wir auch gerne gewusst
a) wie der Aufruf zur Gewalt gegen einen Schweigemarsch friedlicher, betender Christen mit dem Ziel der Stiftung, der Stärkung einer demokratischen Kultur, vereinbar ist?
b) Bedeutet Mut gegen rechte Gewalt für die gemeinnützige Amadeu-Antonio-Stiftung Mut zu linker Gewalt?
c) Wie kommt die Stiftung dazu, einen gewaltfreien Schweigemarsch betender Christen unter "rechte Gewalt" einzuordnen - rechte Gewalt, wie sie zu dem Mord an Amadeu Antonio führte?
d) Wie steht eine gemeinnützige Stiftung zu der Tatsache, dass unter ihrem Namen ein Aufruf zur Schändung des zentralen Symbols einer religiösen Gemeinschaft erfolgen darf?

Über eine Antwort würden wir uns freuen, behalten uns jedoch vor, sie zu veröffentlichen. Diese Anfrage geht auch an Freunde und Förderer der Stiftung, wie etwa Wolfgang Thierse.

Mit freundlichen Grüßen nach Berlin

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