Dienstag, 25. August 2009

In die Feier der Messe selbst eingebunden

Aus einer Gegenüberstellung im Pfarrbrief der Domgemeinde St. Hedwig, Erzbistum Berlin, Juni/Juli 2009. Wer die meisten Fehler findet, dem singe ich einen Introitus seiner Wahl:

"Außerordentlicher Messritus - Die Grundform der Messe ist stets die „Stille Messe“ eines Priesters, auf dessen Grüße der Ministrant oder die Gemeinde lateinisch antwortet. Die Gemeinde ist an der Feier der Messe kaum beteiligt. Oftmals ist sie mit anderen Frömmigkeitsformen beschäftigt: Frommes Zuschauen, Mitlesen der priesterlichen Texte aus einem Volksmessbuch, Singen von Kirchenliedern oder Beten des Rosenkranzes.

Ordentlicher Messritus - Die Grundform der Messe ist stets die „Messfeier der Gemeinde“ unter dem Vorsitz des Priesters und möglichst vieler Dienste des Diakons und der liturgischen Laiendienste. Die Gemeinde ist in die Feier der Messe selbst eingebunden. Ihr stehen die Antworten und besondere Anteile an den Messtexten zu, besonders der Gesang des Sanctus."

Kommentare:

Arminius hat gesagt…

Was sagt uns dieser Auszug aus dem Pfarrbrieb?

Zunächst einmal hält es der Autor für notwendig, die von ihm offensichtlich präferierte Messe im Ordo Novus als fortschrittlich zu preisen. Offensichtlich bereitet ihm das steigende Interesse, das die Messe im außerordentlichen Ritus erfährt, ein gewisses Unbehagen. Da er diese aber nicht zu kennen scheint, plappert er einfach irgend ein dummes Zeug (nach).

Vielleicht sollte man den Autor einfach mal zum Besuch einer Heiligen Messe im außerordentlichen Ritus einladen.

Stanislaus hat gesagt…

Der Text ist ein einziger Fehler! Selten singe ich so viele Lieder wie in der "Ordentlichen Feier" und bin viel zu wenig an den eigentlichen Texten.

Vox Coelestis ...................... hat gesagt…

Wer hat den diesen geballten Mist verzapft? Ich möchte nur auf einen Punkt dieser haarsträubenden Argumentation eingehen, auf das - eher abwertend aufgezählte - "fromme Zuschauen" in der alten Messe.

Romano Guardini schreibt in Bezug auf eine participatio actuosa: "Liturgischer Akt realisiert sich schon im Schauen. Das bedeutet nicht nur, daß der Gesichtssinn wahrnimmt, was am Altar geschieht, und der Wahrnehmende im Buch mitliest, sondern ist in sich selbst lebendiger Mitvollzug".

Wenn die Verfechter der erneuerten Liturgie um solche grundlegenden Einsichten nicht wissen, dann muß es man sich auch nicht wundern, wenn Messfeiern dabei herauskommen, bei denen es noch das kleinste Problem ist, daß man mancher Narretei schlicht nicht mehr zuschauen kann.

Tiberius hat gesagt…

Der Spaß beginnt ja schon mit dem "Außerordentlichen Messritus". Daß es nur einen römischen Ritus gibt, den aber in zwei Formen, hat sich offenkundig nicht herumgesprochen.

Phil hat gesagt…

Danke, Tiberius, das war mir auch als erstes übel aufgestoßen. Wie kann man zu einer wirklichen EINHEIT kommen, wenn weiterhin hier ein derart krasser Unterschied gemacht wird?

Auch wenn ich meine persönlichen Präferenzen habe, habe ich vor allem keinen Bock mehr auf irgendwelche Grabenkämpfe.
In dem Sinne:

Dank sei dem Herrn für den Römischen Ritus!

Nikodemus hat gesagt…

Das schärfste ist die Formulierung, dass dem Volk die Texte "zustehen". Davon abgesehen kenn ich auch die Stille Messe in der außerordentlichen Form so, dass das Sanctus durchaus vom Volk mitgebetet wird.

Theresia Benedicta hat gesagt…

Jetzt haben alle anderen die Fehler schon vor mir genannt :-( Wenn ich aber alle abschriebe, hätte ich sie komplett und würde den Introitus vorgesungen bekommen, oder? ;-)