Freitag, 12. August 2011

Patrozinium der heiligen Afra in Berlin

Es war eine recht kurze Vorwarnzeit. Aus der Schola hatte jeder damit gerechnet, sich am achten Sonntag nach Pfingsten einzufinden. Keiner hatte damit gerechnet, daß auf eben diesen Sonntag der Gedenktag der heiligen Afra fallen könnte. In meinem liturgischen Kalender stand nichts davon. Auch das Graduale Romanum verzeichnet kein Proprium. Eine anspruchsvolle Aufgabe für den Regens Chori also. Eine Stunde vor Beginn der Messe hatte trotzdem jeder ein neues Proprium in der Hand. Der achte Sonntag nach Pfingsten ist dann im nächsten Jahr wieder dran.

Die heilige Afra ist die Patronin der Kirche des Stiftes in dem das Institut St. Philipp Neri seinen Sitz hat. Der Stift wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und diente als Zuflucht für "gefallene Mädchen" respektive Frauen in sozialen Notlagen. Die heilige Afra ist da keine schlechte Wahl gewesen.

Die bekannten Stationen ihres Lebens: Tempeldirne, Begegnung mit einem Bischof, Taufe, Martyrium - die letzten drei Stationen dann in rascher Folge. Ein kurzes Christenleben, aber - das Gute daran - auch Dirnen kommen in den Himmel. Heilige Afra, bitte für uns!

Kommentare:

dilettantus in interrete hat gesagt…

Bei sowas wäre es nett, das Proprium als pdf zu veröffentlichen.

Tiberius hat gesagt…

Wenn ich es noch mal in die Finger bekommen, kann ich es vielleicht nachreichen. Soweit mir bekannt, ist das Proprium aus den deutschen Texten eines "Schott" aus Augsburg rekonstruiert worden. Dort gibt sind ja Ulrich und Afra Patrone des Bistums.