Donnerstag, 7. Juli 2011

Tiberius allein im Haus

Für ein paar Tage ist meine Frau mit unserem Sohn zu den Großeltern gefahren. Seit Monaten bin ich das erste Mal allein zu Haus. Nach dem Requiem für Kardinal Sterzinsky bin ich dann noch auf ein Bier in der Tortenwerkstatt hängen geblieben - ohne daß es mich nach Hause drängte, einfach so. Ungewohnt. Zu Hause war ja niemand. Als ich dann heimkam schloß ich die Wohnungstür ganz leise auf, wie ich es immer mache, damit der Kleine, wenn er schläft, nicht aufwacht - die Wohnung aber war leer. Ich streunte kurz allein und etwas unentschlossen durch die Wohnung und beschloß, zum Abendbrot von meiner neu gewonnenen Freiheit Gebrauch zu machen. Ich legte mir ein asiatisches Kampfkunst-Epos ein, bei dem sich meine Frau ganz sicher geweigert hätte, es anzuschauen - und regelte den Ton so weit ab, daß nur ich ihn hören konnte. Erst dann fiel mir wieder ein: ich bin ja allein. - Nach einer Viertelstunde schaltete ich den Streifen ab und ging zu Bett: mein erster "freier" Abend. Nicht gerade das, was man eine Sause nennt. Heute morgen bin ich dann diagonal liegend aufgewacht. Morgen sind sie wieder da.

Kommentare:

curioustraveller hat gesagt…

Ich verbringe Tage ohne Familie genau so: Schlaf nachholen. Muss ab und zu mal sein.

Anonym hat gesagt…

Wie kommt mir das bekannt vor! Da freut man sich fast wie ein Schneekönig darauf, sturmfreie Bude zu haben und sich einen undisziplinierten lustgetriebenen Junggesellenabend zu gönnen (B-Movie, Bier, Chips, bis ins Morgengrauen!!!) und dann ertappt masich dabei, in erster Linie die Einsamkeit und die bedrückende Stille zu ignorieren und ist mehr als glücklich, wenn man endlich wieder seine Frau und seine Kiinder in den Armen spüren, hören und riechen kann! :-)