Freitag, 1. Juli 2011

Man wird mehr und mehr Embryonen brauchen

Ulrike Riedel hat einen lesenwerten Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geschrieben. Sie beschreibt die Folgen des Gesetzes zur Präimplantationsdiagnostik wie es von den Abgeordneten Hintze und Flach initiiert wurde. Der Entwurf der beiden Abgeordneten hat die größte Aussicht im Parlament als Gesetz verabschiedet zu werden. Riedel befürchtet, daß die Zahl der Embryonen pro Zyklus - die schon jetzt oft über dem liegt, was der Gesetzgeber ursprünglich vorgesehen hat - noch weiter erhöht wird und damit auch die Zahl der Embryonen, die letztlich eingefroren oder weggeworfen werden:

"Für eine PID werden mindestens sieben Embryonen pro Zyklus benötigt. Das stellt das unlängst veröffentlichte Memorandum der Bundesärztekammer fest und das ist Stand der Wissenschaft, Technik und Praxis im Ausland. Nach dem Embryonenschutzgesetz ist aber nur die Herstellung von höchstens drei Embryonen pro Zyklus zulässig. [...] Im Bundestag werden derzeit diejenigen beschwichtigt, die den Widerspruch sehen und Klärung suchen: Es wird gesagt, dass in der regulären Praxis der In-vitro-Fertilisation die Dreierregel oft gar nicht mehr entsprechend ihrem Wortlaut angewendet [wird ...]

Wenn der Gesetzentwurf Flach-Hintze in der jetzigen Form Gesetz würde, verliehe der Gesetzgeber, [...] , dem interessegeleiteten Ignorieren von Wortlaut und Ziel des Embryonenschutzgesetzes seine Weihen - ohne das allerdings auszusprechen: [...] Im Grunde stellt die Uminterpretation der Dreierregel die Zahl der herzustellenden Embryonen in das Ermessen der Fortpflanzungsmedizin. Und da jeder Fortpflanzungsmediziner möglichst erfolgreich behandeln will, wird er die Zahl der herzustellenden Embryonen eher höher als zu knapp ansetzen."

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