Freitag, 22. Juli 2011

Herzlichen Dank an Bischof Algermissen!

Bischof Heinz Josef Algermissen im Fuldaer Bistumsblatt "Boni­fa­tius­bote":

"Dass man trotz aller Anstrengungen um einen zeitgemäßen Gottes­dienst der Not, in welche die Liturgie geraten ist, nicht begegnen kann, hat mittler­weile die Erfahrung gelehrt. Im Gegenteil: Je mehr man versucht, durch „zeit­gemäße“ Gottes­dienst­gestal­tung den ver­meint­lichen Er­war­tungen des modernen Menschen ent­gegen­zu­kommen, um ihn auf diese Weise in die Kirche zu locken, desto mehr Plätze werden leer. [...] Die­jenigen, die auf Grund ihres Glaubens und religiö­sen Engagements in Er­wartung der authen­tischen Litur­gie der Kirche ohnehin kommen, werden mit vielen dieser Gottes­dienste nur noch genervt und gelang­weilt, weil sie nichts anderes sind als eine öde, auf die Nerven gehende Wieder­holung dieser faktischen Welt an heiliger Stätte. Bar jeder Faszination für das Heilige und sich grundlegend unter­scheidende Göttliche macht man vielfach aus dem Gottesdienst einen banalen „Event“. Das allein von Gott kommende erlösende Neue bleibt aus."

Gefunden auf kath.net.

Kommentare:

wrtlx hat gesagt…

Ja, schön reden können sie alle. Mir ist bislang nur leider nichts bekannt, dass Bischof Algermissen auch was dafür getan hat in Fulda, um die Priester, bei denen die Liturgie der hl. Messe banalisiert wird entsprechend auf den rechten Weg zurückzuführen.

Tiberius hat gesagt…

Ich finde, er hat einen Vertrauensvorschuß verdient.

Natürlich liegt auch in Fulda vieles im argen. Wir sollten aber nicht vergessen, daß es heute auch für einen Bischof viel Mut braucht, solche Selbstverständlichkeiten zu sagen. Schlimm genug.

Das Beste wäre es, so denke ich, dem Bischof zu schreiben und sich für die offenen Worte zu bedanken. In der näheren Umgebung des Bischofs wird das wohl kaum der Fall sein.

Anonym hat gesagt…

Inhaltlich stimme ich voll überein. Das Problem ist nur, dass dieser Text nicht von Bischof Algermissen stammt, sondern bis in die wortwörtliche Formulierung bereits seit über zehn Jahren zu finden ist bei Kunzler, Michael: Leben in Christus - Eine Laienliturgik, Paderborn 1999, S. 33.

Arminius hat gesagt…

Ob das seine eigenen Worte sind oder ob er sie lediglich übernommen hat, ist sekundär. Wichtig ist, daß er seinen Namen daruntergesetzt hat.

Anonym hat gesagt…

Nein, das finde ich nicht!
Dass er den eigentlichen Autor nicht angibt, ist eine Anfrage an seine intellektuelle Redlichkeit und persönliche Eitelkeit.
Dass er einen über zehn Jahre alten Text zitiert und er selbst in dieser Zeit an entscheidender Stelle wirkt und nichts gegen die im Beitrag beklagten Entwicklungen tut, ist ebenso eine Anfrage:
Was will er denn eigentlich? Wen will er denn jetzt in seine Schranken verweisen? Oder wer soll damit beruhigt werden? - Nach meiner Erfahrung: Bischöflicher Schwall ins All...

Tiberius hat gesagt…

Es kann schon sein, daß das ein "bischöflicher Schwall ins All... " ist. Nur, wenn man will, daß es kein "Schwall ins All" wird, was wäre dann die beste Strategie?

Ihm seine bisherigen Versäumnisse und Unzulänglichkeiten vorwerfen? Eine Besserung von vornherein ausschließen? Oder aber, ihm Mut machen, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen? Die geweckten Erwartungen kundtun?

Ich denke, daß letzteres klüger ist. Jemanden, der ohnehin keine Erwartungen mehr hat, kann man nicht enttäuschen. Wenn es aber überhaupt ein Mittel gibt, mit dem Druck auf Bischöfe ausüben kann, die niemandem wehtun wollen, dann damit, daß man Erwartungen an sie stellt.

Anonym hat gesagt…

Ja, Du hast Recht. Es fällt mir aber nicht ganz leicht: Lieber Bischof Algermissen, Du musst nicht Angst haben, wenn Du Deinen klerikalen- und Laiengremien auf die Füße trittst. Das ist Dein Job. Du bist nicht der Wendler. Dir jubelt niemand zu. Du hast eine Aufgabe: Du musst der Kontrast sein, den die Welt braucht, um nicht in der Beliebigkeit zu versinken. Verdammte Hacke, raff Dich auf, lass mal die Rotary-Gemütlichkeit hinter Dir, schau Dir an, wie es um die Leute steht. Und dann schreib Artikel über Liturgie, aber richtig!

Tiberius hat gesagt…

Etwa genau so!