Donnerstag, 21. Juli 2011

Einfache Sätze immer wieder sagen

Es ist durchaus bedrückend, zu erkennen, daß die Vermittlung von Glaubensinhalten oft mehr auf der Wiederholung von einfachen Sätzen beruht, als auf komplexen Erklärungen, die einfach ins Leere laufen.

Kommentare:

Braut des Lammes hat gesagt…

Warum ist das bedrückend? Ich mache immer wieder die Erfahrung, daß bei manchen begnadeten Predigern in ganz schlichten, einfachen Predigten, die auch ein etwas älteres Kind verstehen könnte Glaubenswahrheiten vermittelt werden, während die Verwendung geschweifter und gedrechselter Sätze kein Garant dafür sein muß, daß da Glaubensinhalte vermittelt werden.

Tiberius hat gesagt…

Ich habe schon oft erlebt, daß ein einfacher Satz zurückgewiesen wird und alle Versuche Verständnis durch immer komplexere Erklärungen hervorzurufen, weniger fruchten als das unermüdliche Beharren auf dem einfachen Satz.

Das Bedrückende an diesem Umstand ist nicht das Einfache des Satzes sondern die Wirksamkeit der Wiederholung noch vor der Erklärung. Das ist eine Niederlage des Verstandes unter den Geist, die für einen Verstandesmenschen nur schwer einzusehen ist.

Tiberius hat gesagt…

Habe den Beitrag geändert, um die "Wiederholung" besser hervorzuheben.

Catocon hat gesagt…

Als überzeugter Wortdrechsler und Satzschweifer, Braut des Lammes, kann ich Ihnen und dem ursprünglichen "einfachen Satz" nur aus tiefstem Herzen zustimmen. Ich kenne keinen Wortdrechsler und Satzschweifer, der wirklich gute katholische Theologie schreibt. Wer seine Überzeugung nicht allgemeinverständlich darlzulegen vermag, dem sei das Schweigen empfohlen. Komplexe Sätze und tausende Fachwörter dienen oft eher als Schutzschild, hinter dem eifrig Häresie betrieben wird.

Doch das Wortdrechseln und Satzschweifen kommt so manchem von uns, obschon romtreuer Katholik und eifriger Anhänger orthodoxer Rechtgläubigkeit in all ihrer historisch determinablen Überlieferungsstruktur, die einen frühen historiographisch verifizierbaren temporalen Primat schon in präpatristischer, mithin dominikal präformierter, Homoousios-Christologie fand, und universal authentisches Mysterium Fidei maximalen aletheischen Gehalts exprimierte, indem sie erfolgreich eine prekäre Balance zwischen anti-Rationalistischem Oskurantismus und pseudo-noetischem sowie häretischem Gnostizismus wahrte - eine Tendenz, welche sie mit hoher Luzidität in theologischen Debatten der patristischen Epoche und darüber hinaus konservierte, so natürlich, dass wir es selbst in einfachen Blogkommentaren nicht lassen können... :)
Catocon.