Donnerstag, 7. Juli 2011

Bischof Woelki: Die Kirche ist keine Moralanstalt

Die Äußerung des zukünftigen Erzbischofs von Berlin, die Kirche sei für ihn keine "Moralanstalt", hat unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Unter anderem hörte ich die Klage, er wolle wohl die Moral außen vor lassen, weil er zu bequem sei oder vielleicht sogar Angst habe, anzuecken. Ich möchte gerne zur Klärung dieses Vorwurfs beitragen:

Wenn Weihbischof Rainer Maria Woelki sagt, daß die Kirche keine Moralanstalt ist, dann meint er damit: Die Kirche hat den Auftrag, zu lehren, was das Gute ist und was – in Abweichung davon – Sünde ist, aber nicht den Auftrag, auf andere mit dem Finger zu zeigen, und „Sünder, Sünder“ zu rufen. Das wäre in der Kirche ohnehin ein Allgemeinplatz. Die Lehre der Kirche anzunehmen, bleibt jedem für sich selbst vorbehalten.

Alles andere ist Politik und hat für die Kirche - zumindest normativ - keine Bedeutung. Faktisch sind vor allem seit Reformation und Aufklärung die Begehrlichkeiten des Staates und der Politik – und sicher auch die Versuchung mancher Kirchenführer – gewachsen, die Kirchen zu einem Instrument der allgemeinen Sittlichkeit und Ordnung zu machen. Das hat Bischof Woelki für sich zurückgewiesen.

1 Kommentar:

Stanislaus hat gesagt…

Genauso hab' ich's auch verstanden. Manchen scheint das Thema Homosexualität wichtiger zu sein als die Eucharistie.