Mittwoch, 6. Mai 2009

Facius: "Katholische Gotteskämpfer im Internet"

In der Tages­zeitung "Die Welt" gewährt Gernot Facius einen Blick auf die Grenz­re­gio­nen seines kath­olischen Inter­net­uni­ver­sums. Das ganze liest sich recht unverhohl­en wie ein Bericht, den die Linzer Kirchen­zeitung bereits vor einiger Zeit veröffent­lichte.

Der Nach­richten­wert ist ge­ring: Im Internet gibt es Portale und Foren, die oft nur dazu genutzt werden, der eigenen Ohnmacht und Wut in garstigen Parolen Ausdruck zu ver­leihen. - Was für eine Neuig­keit! Man möchte meinen, auch ein Ausflug in den Kommentarbereich der "Welt" hätte dies­be­züglich schon mal die Augen öffnen können.

Wirklich auf­schluß­reich ist die Kom­po­sition des Bei­trags. Werfe das, was Du nicht magst, kräftig genug mit dem durch­einander, was alle nicht mögen, wie zum Beispiel eine gute Portion Erbroch­enes, und schon ist allen Leid, was Dir Leid ist: Gloria.tv, Kath.net, Meissner, Mixa, Müller, Marx, Rom, Tradition und Lebens­schutz erhalten erst jetzt die richtige Würze.

Die Kritik an den Äußer­ungen Erz­bischofs Zöllitsch zum Sühne­tod Jesu Christi, Einstieg und Auf­hänger des Bei­trags, bleibt in­haltlich unbehan­delt. Der Ein­druck stellt sich ein, die Kritik an den Äußer­ungen des Vor­sitz­enden der Deutschen Bischofs­konferenz sei einer Behandlung unwürdig, weil per se unver­schämt. Was Facius nicht daran hindert, seine Schlagzeile aus den Verlautbarungen des "Publikum-Form" (sic!) zu drechseln, einem "amts­kirchen­kri­tisch­en Maga­zin", welches, wenn man dem Tenor folgt, wohl einzig berufen ist, Amtsinhaber der Kirche zu kritisieren.

Kommentare:

Mcp hat gesagt…

"Der Server steht allerdings im amerikanischen Atlanta - so sind die Betreiber dieser Giftküche schlecht zu belangen."Spätestens bei diesem Satz merkt man, wessen Geistes Kind Facius ist. Sich liberal gebärdend, ist er in Wahrheit ein autoritärer Greis, der sich darüber bitterlich beklagt, dass ihm mit dem Internet auch vermeintliche Deutungshoheit abhandengekommen ist, die er am liebsten mittels Strafverfolgung wieder herstellen würde. Das Einzige was er in mir erregt, ist Mitleid, weil seine schöne, übersichtliche Welt wohl für immer verloren ist. Gott sei’s getrommelt und gepfiffen, die Typen sind wir los.

Phil hat gesagt…

Bitte, Mcp, im Kontext des von Dir zitierten Satzes geht es um die Seite kreuz.net. Diese Seite ist wirklich eine Giftklüche und unbewußt antikatholisch. Jedenfalls anders kann ich mir dieses selbstherrliche und zersetzende Verhalten der Betreiber dieser Seite nicht mehr erklären. Ich werde eine Petition zur Feier eines Hochfests aufsetzen an dem Tag, an dem diese Seite aus dem Netz entfernt wird ;) Nein... ansonsten bin ich aber mit dem Facius auch nicht ganz zufrieden, zu viel übern Kamm Geschere ist mir dabei.

Mcp hat gesagt…

An dieser Stelle geht es um Kxxxz.net. Die Anonymität wird auch Kath.net vorgeworfen und eine inhaltliche Abgrenzung zu Kxxxz.net habe ich nirgendwo gelesen. Der Artikel ist tendenziös und er wirft alle in einen Topf, denn der normale Leser kennt Kath.net oder Gloria.tv nicht.

Über Kxxxz.net braucht man sich nicht zu streiten. Indiskutabel. Aber auch die haben das Recht ihre Meinung zu sagen, ohne das man sie juristisch belangt.

Tiberius hat gesagt…

Ich denke, daß wir einig sind. Das Recht, die Meinung zu sagen, ist ein hohes Gut und Prozesshanselei ein in unseren breiten beliebter Sport. Gerichte können Diskurse verhindern, aber nicht ersetzen.

Es wäre schön, wenn sich in dieser Sache alle ein Beispiel an MCPs Orthographie nehmen. Nicht alles muß beim Namen genannt werden.