Donnerstag, 28. April 2011

Rückblende: Fastenzeit - Karwoche - Ostern

Von den wenigen Vorsätzen, die ich mir gemacht hatte, habe ich keinen ganz durchgehalten. Aschermittwoch lag ich krank im Bett. Das zweite Jesus-Buch des Papstes habe ich nur zur Hälfte gelesen und ein paar gefüllte Teigtaschen haben mich auch noch den ganzen Fleischverzicht gekostet. Ich habe die Fastenzeit schon intensiver gelebt. Um so erstaunter war ich, wie sehr mich der Karfreitag auch dieses Jahr angerührt hat. Nach der Liturgie war der Tag gelaufen.

Die Osternacht hätte ich sicher besser zugebracht, hätte ich mehr Ruhe gehabt. Vor allem die ersten Lesungen können, wenn sie auf bestimmte Art gesungen werden, zur Prüfung für die Andacht werden. Selbst flott und flüssig sind sie ja immer noch lang. Mit dem Gloria der Messe überkam mich dann die Freude der Auferstehung Christi. Ich hatte eigentlich angenommen, dafür schon zu müde zu sein. Das Osterfrühstück mußte ich auslassen. Keine fünf Stunden später weckte mich mein Sohn.

Mit einem doppelten Espresso und noch immer etwas müde begann der Ostersonntag mit einer letzten Ensemble-Probe für die Missa Papae Marcelli von Palestrina. Die Ostermesse war sehr gut besucht. Auch Karfreitag und in der Osternacht waren viele nach St. Afra gekommen. Vielleicht auch wegen der Kirchenmusik. Ich finde es wirklich beachtlich, daß das Institut, obwohl es nur über Spenden und lediglich notdürftig finanziert ist, kirchenmusikalisch immer wieder in die Vollen geht. Vieles hängt da auch am Arbeitseifer unseres Organisten und Regens Chori.

Am Ostermontag gab es dann den letzten Einsatz mit der Schola. Die Tage seit Gründonnerstag hatten bereits ihren Tribut gefordert. Drei Mann waren wir noch. Mehr oder weniger angeschlagen ging es in die Messe. Im Gloria knirschte es an einer Stelle gewaltig - bis wir uns alle auf die Improvisation des Vorsängers geeinigt hatten. Die Konzentration war einfach weg. Beinahe hätte es dann, bis zu einem unheiligen Laut von der Empore, auch noch den ganzen Gradualvers vom Sonntag gegeben. So wurde im Graduale noch schnell zwei Seiten weiter geblättert.

Nächsten Sonntag geht es wieder weiter. Ich bin froh, daß wir in der Osterzeit angekommen sind. Das Fahrwasser ist einfach deutlich ruhiger hier.

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