Freitag, 8. April 2011

Beauftragungsfeier der Gottesdienstbeauftragten

Wie das Erzbistum Berlin mitteilt, werden morgen um 10 Uhr in der St. Hedwigs-Kathedrale 36 Frauen und Männer aus 21 Gemeinden und Einrichtungen des Erzbistums Berlin "in den Dienst als Gottesdienstbeauftragte gesendet". "Gottesdienstbeauftragte sind Frauen und Männer, die in der Heiligen Messe die Kommunion austeilen, die kranken oder alten Menschen die Heilige Kommunion bringen oder Wort-Gottes-Feiern leiten." Die zu Beauftragenden wurden "von ihren Pfarrern unter Zustimmung des Gemeinderates für diesen Dienst ausgewählt" und haben sich "an zwei Wochenenden intensiv auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet".

Bislang hatte ich immer angenommen, daß diese Aufgaben, abgesehen von der "Wort-Gottes-Feier", welche ich nur vom Hörensagen kenne, den Priestern und insbesondere den Diakonen der Kirche vorbehalten sind. Wie beruhigend ist es da, von den intensiven Vorbereitungen und der Absegnung des Vorschlags durch die entscheidenden Gremien zu lesen. Wenn ich also, nur mal so als Frage, nach zwei Wochenenden Ausbildung in die Lage versetzt werde, die Aufgaben eines Diakons zu übernehmen, wie lange würde es dann wohl dauern, das Aufgabenspektrum weiter auszubauen, sagen wir als Hilfspriester - oder so, oder anders gefragt, welchen Aufwand müßte ich eigentlich treiben, um tatsächlich auch Diakon zu werden?

Kommentare:

jos.m.betle hat gesagt…

Einfach nur schrecklich. Anderes Beispiel sind Kommunionmütter. Das ist die erste Aufgabe des Priesters. Schon die Vorbereitungen sind desolat und unter Niveau. Das Ergebnic kennen wir auch: von 100 Kommunionkinder sind nach 4 Wochen nur noch 5 in der Sonntagsmesse.
Besser wäre es, die Priester würden selber Betende sein und zum Gebet einladen.

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Frau x besucht Oma y, bringt zum Geburtstag nen Pfund Kaffee, Blümchen und weil sie gerade auch noch den "lieben Heiland" dabei hat..., nee, nee, nee
Aushilfspostboten für die Zustellung der Eucharistie... meine Güte nein!
Ein weitere entscheidender Schritt hin zur "Verkleinbürgerlichung" der Kirche und zur Aushöhlung des Weihesakramentes.

Braut des Lammes hat gesagt…

Bei der Einführung des Begriffs Gottesdienstbeauftragter soll ein Priester seinerzeit gesagt haben: "Eigentlich sind wir die Gottesdienstbeauftragten!" Wo er recht hat…

Der Gerechtigkeit halber muß man aber auch sagen, daß in manchen Gemeinden dem Priester wirklich nicht die Zeit bleibt, die Krankenkommunion in alle Privathäuser zu bringen, wo man sie braucht. Hier kann ein beauftragter außerordentlicher Spender meiner unmaßgeblichen Meinung nach eine echte Entlastung darstellen. Die Vorbereitung darauf an zwei Wochenenden empfinde ich allerdings auch mehr als knapp.

Der Predigtgärtner hat gesagt…

Mal wieder ein Trauerspiel. Diese "Superausbildung" an zwei Wochenenden ist eine Zumutung, auch für die Teilnehmer selbst. In dieser kurzen Zeit kann man nur ein ganz oberflächliches Minimalwissen erwerben ohne das erforderliche Rüstzeug, und dann ist der spätere Ärger eigentlich schon vorprogrammiert. Warum bloß macht man so was?

magdi hat gesagt…

Ehrlicherweise muss man aber auch sagen, dass diese "Gottesdienstbeauftragten" doch eh meistens "nur" die Kommunion mit aus teilen.
Und dafür, denke ich, ist es am wichtigsten, dass man ein braver und ehrfürchtiger Katholik ist, Ausbildung ist dann ne nette Sache dazu.
Anders natürlich, wenn die Damen und Herren eigene Gottesdienste leiten, aber das tun sie ja de facto (fast) nie.

medioinmundo hat gesagt…

@magdi

Ich kenne eine Gemeinde im Erzbistum Berlin, in der die Gottesdienstbeauftragten auf den "Außenposten" alle zwei Wochen am Sonntag einen Wortgottesdienst halten - im Wechsel mit den Priestern, die an den Sonntagen dazwischen eine Messe feiern. Alles abgesegnet vom Kardinal - er wird es auch verantworten müssen. Insoweit maße ich mir kein Urteil an.