Montag, 17. Januar 2011

Pastoralverbund Rüthen vor der Spaltung

Die Tageszeitung Der Westen berichtet über eine kleine, liturgische Auseinandersetzung im Pastoralverbund Rüthen (hier und hier) Es geht um eine heilige Messe, die Pastor Theobald Wiechers jeden Samstag und Montag um 8 Uhr morgens, auf Wunsch einer Gruppe von Gläubigen, in der außerordentlichen Form des römischen Ritus gefeiert hat. Wenn man mich fragt, kann ich nur sagen, da haben einige nicht alle Murmeln im Sack. Manchen geht es einfach zu gut.

Aus dem Zeitungsbericht zitiert:

"...im Erzbistum Paderborn muss der Bischof es aber genehmigen, wenn sie [die außerordentliche Form des römischen Ritus] in aller Öffentlichkeit in einer Kirche durchgeführt werden soll. „Wenn die Einheit der Gemeinden gefährdet ist, dann geht das nicht mehr. Das Ganze ufert aus.“

„Es gebe jetzt in den Kirchen im Rüthener Stadtgebiet zwei verschiedene Arten von Gottesdiensten: „Damit ist die Einheit gefährdet.“ [Pastoralverbundsleiter] Götze verbot Wiechers ab sofort, Tridentinische Messen abzuhalten. Dieses Verbot gilt für alle Kirchen im Pastoralverbund, „es sei denn, der Bischof ordnet etwas anderes an“. Götze betonte, ein Priester dürfe in einer Gemeinde „nur machen, was allgemeiner Konsens ist“.

Ein kleiner Nebenaspekt, auf den Antonius Wilmesmeier als Vorsitzender des Kirchenvorstandes in ­Langenstraße hinwies: Jede Messe kostet, inklusive Beleuchtung und Heizung, 120 Euro – zu zahlen von den Gemeinden vor Ort.

„Wir kommen uns nicht nahe“, hieß es heute von einer Pfarrgemeinderätin generell über den konservativen Priester: „Er darf sagen, was er will – und macht das entsprechend.“ Auch bei der Praxis der Kommunionhelfer und Messdiener habe er Veränderungen vorgenommen, bei Lesungen – sagte eine kfd-Mitarbeiterin – heiße es nicht mehr wie in der Vergangenheit „liebe Brüder und Schwestern“, sondern nur noch „liebe Brüder“, auch in den normalen Gottesdiensten habe Wiechers andere Riten eingeführt.

Kommentare:

Arminius hat gesagt…

Da bin ich mal gespannt, wie die Geschichte weitergeht, zumal Hw. Wiechers sich auf dem sicheren Grund des Summorum Pontificorum bewegt.

Tiberius hat gesagt…

Im Pastoralverband Rüthen scheint man zu glauben, daß eine Privatmesse unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattzufinden hat. Wenn man dem Priester dann noch vorwirft, er hätte die Messe öffentlich ankündigen sollen, wird der Schwachsinn komplett.

Wenn Erzbischof Becker das Motu Proprio Summorum Pontificum in seinem Bistum genauso konsequent umsetzt wie die Vorschriften des Kircherechts zur Kleidung von Klerikern - siehe Pastoralteam -, ja dann Gute Nacht Marie.

Arminius hat gesagt…

In der Krypta des Paderborner Doms findet jeden Mittwoch abend eine hl. Messe im außerordentlichen Ritus statt. Die Gottesdienste werden von dem ehemaligen Dompdechanten und von einem Domvikar (Zeremonienmeister des Bischofs) gehalten. Das deutet nicht gerade auf eine heftige Ablehnung des außerordentlichen Ritus durch den Erzbischof hin.

jos.m.betle hat gesagt…

Leider sind dies ja keine Einzelfälle. Hier im Bistum () ist es auch schlimm. Was dabei ganz deutlich wird: zu sagen haben mehr und mehr die Damen und die Herrchen gehorchen. Die Herren haben sich meist schon zurückgezogen.

Tiberius hat gesagt…

Im Pastoralverband Rüthen scheint das noch nicht angekommen zu sein. Dort bestimmt wohl der Pfarrgemeinderat, wie sich Kleriker kleiden dürfen und wie die heilige Messe gefeiert wird.

JuergenPB hat gesagt…

Da hat der Pfarrer aber eine ganz eigene Lesart des MP.
Interessant ist aber, wann die Messen stattfinden: montags und samstags als Frühmesse.
Üblicherweise haben viele Priester montags ihren "freien Tag" und samstags Morgens zelebriert sowieso fast niemand, obwohl der ehem. Erzbischof Degenhardt dies ausdrücklich gewünscht hat.
Aber bei solchen Dingen hält man sich nicht an die Wünsche es Erzbischofs. Hier jedoch schiebt man irgendwelche (vermeindlichen) Bestimmungen vor.

bee hat gesagt…

Man lernt ja nie aus. Bisher dachte ich, dass nur Friseure montags frei haben.

Mcp hat gesagt…

Mulier taceat in ecclesia.

Eugenie Roth hat gesagt…

Aber dies hier ist keine Kirche, sondern ein Blog. Und gesagt hat hier niemand was, nur geschrieben. (-;